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Fundst├╝cke – Hausboot

Urlaub – Mit dem Wohnboot unterwegs

Sind Sie bereits auf dem Weg in den wohlverdienten, lange geplanten Sommerurlaub? Oder geh├Âren Sie zu jenen spontanen Naturen, die sich erst in letzter Minute f├╝r eine Destination entscheiden? Falls letzteres der Fall sein sollte, h├Ątten wir da noch einen sch├Ânen Tipp f├╝r Sie, ein Fahrt mit einem┬áHausboot.┬áDieses exklusive Spielzeug,┬ákann man sich seit dem Sommer ’55 zulegen: f├╝r damals 3100 Mark – zu dieser Zeit dem Preis eines Kleinwagens – lie├č ein zerlegbares Wohnboot f├╝r den betuchten St├Ądter den Traum von Freiheit und Flussnomadentum wahr werden. Die unbestreitbaren Vorteile eines solchen „schwimmenden Eigenheims“ zeigt unser heutiges Fundst├╝ck aus der M├╝nchner Illustrierten Nr. 39 vom 24. September 1955:
 
 


 
 

Wohnen f├╝r Romantiker
Wer tr├Ąumt nicht davon, seinen Wohnsitz wenigstens f├╝r einige Zeit auf ein Hausboot zu verlegen? Sich von den sanften Wellen eines stillen Gebirgssees oder eines ruhig dahinstr├Âmenden Flusses in den Schlaf schaukeln zu lassen, und wenn das Wetter schlecht ist, sich einfach ein paar Kilometer flussabw├Ąrts treiben zu lassen, vorbei an St├Ądten, Landschaften und den Sorgen des Alltags? Dumm nur, dass so ein Hausboot, einmal zu Wasser gelassen, auf ewig an sein Heimatgew├Ąsser gebunden ist. Abhilfe verspricht ein zerlegbares Camping-Boot, welches im Handumdrehen aufgebaut ist und durch seine leichten Einzelteile auf einem kleinen Anh├Ąnger transportiert werden kann. Die beiden Freundinnen Erica und Feli machen es vor:

„So geht’s an: Aus dem Zweiradanh├Ąnger ihres Wagens tragen Erica und Feli die Schwimmk├Ârper ans Ufer. Auf ihnen wird das Hausboot aufgebaut: f├╝nfeinhalb Meter lang, drei Meter breit, zehn Zentimeter Tiefgang.“ „Aus eigener Kraft setzen die beiden Damen das Boot in einer Viertelstunde zusammen. Die Arbeit kann von Frauen geleistet werden, wenn es an Kavalieren mangelt – wie in diesem Fall. Denn der einzige Mann am Platze ist kein Herr, sondern der (nicht sichtbare) Photograph.“

 
 

 

„Volldampf voraus – mit schnellen, kr├Ąftigen Paddelst├Â├čen treiben Feli und Erica das leichte Boot hinaus in den offenen See. Sie haben den Ehrgeiz, sich in der guten Luft erst einmal richtig abzuarbeiten, denn das gibt harte Sportlermuskeln, allerdings auch┬á – Schwielen.“ „Still ruht der See, die Damen paddeln. Die Gebrauchsanweisung f├╝r den Au├čenbordmotor liegt zu Hause. In einer stillen Bucht wollen die zwei zur Ruhe gehen. Vielleicht treibt sie der Nachtwind ab, ans Gestade eines Junggesellen, der sie als Strandgut beschlagnahmt.“

"Beinahe: Frau ├╝ber Bord! Ausgerutscht auf nassen Sohlen, l├Ąuft Feli Gefahr, nasse F├╝├če zu bekommen. Erica als letzter Rettungsanker, versucht im eigenen Interesse den Sturz der teuren Freundin aufzuhalten."

 

"Kaffeeklatsch, horizontal ausgef├╝hrt von Couch zu Couch in der Kaj├╝te des schwimmenden Eigenheims. Sie ist so ger├Ąumig, dass leicht noch ein Mann darin Platz finden w├╝rde, von Kindern und Hunden ganz zu schweigen. Aber Feli und Erica schwimmen diesmal unter der Devise: zu zweien lebt sich's besser."

 
┬ę M├╝nchner Illustrierte 1955

Fotos: Betzler

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