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Arbeiter im Mercedes-Benz-Werk Mannheim, 1977

Viele SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie Studierende nutzen den Sommer, um sich ein wenig Geld dazuzuverdienen. Genau das tat auch unser Timeline-Fotograf Schneckes im Sommer 1977 als Werkstudent bei Mercedes-Benz in Mannheim. Wie er als „Student“ seine Zeit bei den „echten Benzern“ erlebte, erzĂ€hlt er uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

Ein Arbeiter im Mercedes-Benz Werk in Mannheim steht neben einem Motorblock. Er hat diesen soeben von Produktionsfehlern gereinigt.

Arbeiter im Mercedes-Benz Werk Mannheim, 1977   Â© Schneckes

„Um meine FotoausrĂŒstung und Reisen zu finanzieren, war ich in den Semesterferien immer auf der Suche nach lukrativen Jobs. So kam ich im August 1977 zu Mercedes-Benz ins Werk Mannheim. Das war ein GlĂŒcksfall, denn die Bezahlung in der Gießerei war fĂŒr einen Studenten einfach sensationell gut. Aber die Arbeit, im wöchentlichen Zwei-Schichten-Wechsel, war hart und schweißtreibend. Ich arbeitete im sogenannten Gussputz. Dort wurden die gegossenen Rohlinge der Unimog Motoren bearbeitet. Mit der Flex musste man Grate abschleifen, mit Hammer und Meißel bei Gussfehlern die Öffnungen wieder frei schlagen. Und das alles im Akkord! In ca. 20 Minuten sollte ein Block gesĂ€ubert und mit einem eigenen Stempel versehen sein. Alles war genau getaktet. Die Stimmung unter und mit den ‚echten Benzern‘ – wie sie sich selbst nannten – war gut. Nicht nur, weil tĂ€glich ein Arbeiter mit einem Handkarren kam und GetrĂ€nke verkaufte. Stolz waren die Arbeiter damals, dass sie in der Gießerei Bier kaufen konnten – und durften! Nach heutigen Arbeitsrechtsbestimmungen absolut undenkbar! Dass der ‚Student‘ nur ObstsĂ€fte trank, wurde aber selbstverstĂ€ndlich akzeptiert. Bei der Arbeit wurde auch immer wieder gefrotzelt und gelacht. Besonders, wenn der AnfĂ€nger wie wild das gusseiserne UngetĂŒm mit Hammer und Meißel traktierte. Die Hilfsbereitschaft der Arbeiter zeigte sich immer dann, wenn wieder einer rief: ‚Hey, Student, mach auf den Block da dein Stempel!‘ Gott sei Dank, der Akkord wurde erreicht, die Urlaubsreise war gesichert.“

Alle Bilder aus der Reihe finden Sie in unserem Fotoalbum Mercedes-Benz-Werk in Mannheim, 1977. Und auf Pinterest prÀsentieren wir Ihnen passend zum Sommerurlaub unsere schönsten Motive zum Thema Roadtrips, 20er und 30er.

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Menschen gesucht

Beruf – Aus den „WartesĂ€len“ der Mode und Kunst

Keine Mechanisierung, keine Automatisierung des tĂ€glichen Lebens kann den Typ, die Persönlichkeit, das Gesicht und die Begabung ersetzen, daran hat sich auch seit den 50er Jahren nichts geĂ€ndert. Darum werden unablĂ€ssig weiter in zahllosen kĂŒnstlerischen Ateliers und GeschĂ€ftsbetrieben Menschen gebraucht und Menschen gesucht. Meist handelt es sich nur um BeschĂ€ftigung fĂŒr wenige Tage oder sogar Stunden. Und leider ist festzustellen: der nur selten großen Nachfrage steht ein unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig starkes Angebot an Personen gegenĂŒber, die sich tagtĂ€glich einen kurzfristigen Verdienst auf diesen Gebieten suchen mĂŒssen. Es sind Menschen jeder Art und jeden Alters, Mannequins, Schauspieler, SĂ€nger, Kleindarsteller, Komparsen und Studenten. FĂŒr alle heißt es jeden Tag aufs neue: Warten und Hoffen. Warten auf den Minimumverdienst und Hoffen auf die „große Chance“. Schauen Sie in unser FundstĂŒck aus der MĂŒnchner Illustrierten Nr. 43 vom 26. Oktober 1957. Weiterlesen…