NSU Prinz in der Wüste, 1969

Wer schon immer mal mit dem Auto nach Marokko fahren wollte, kann sich von Timeline-Fotograf Raigro inspirieren lassen – machte er sich doch mit zwei Kumpels vor über 50 Jahren mit einem NSU Prinz auf dem Landweg in das westafrikanische Land. In unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt er, wie er und seine zwei Freunde in ihren ersten Semesterferien die Fahrt in ein unbekanntes Abenteuer überstanden und was sie auf ihrer Reise alles gesehen haben.

Ein NSU Prinz auf einer sandigen Straße in der Wüste südlich von Guelmim in Marokko.

NSU Prinz in der Wüste, 1969   © Raigro

„In unseren ersten großen Semesterferien im Sommer 1969 wollten meine Freunde Fritz, Michael und ich mit meinem weißen Fiat 500 durch die Sahara. Ein wagemutiges Vorhaben, das von Freunden nur mit  ‚Ihr kommt doch höchstens bis Salzburg‘ kommentiert wurde. Einige Wochen vor den Ferien zeigte mein Fiat aber Schwächen – es wäre zu dritt auch ziemlich eng geworden. Zum Glück fanden wir kurze Zeit später einen gebrauchten NSU Prinz, der sowohl vom Preis als auch von der Größe für eine Tour zu dritt geeignet erschien.

Aber nicht nur der Wagen wurde ersetzt, sondern auch die Reisepläne. Wir wollten jetzt ’nur‘ noch bis Marokko. Am 22. August 1969 fuhren wir um 5 Uhr früh los. Entgegen der spöttischen Bemerkungen der Daheimgebliebenen waren wir am Nachmittag schon in Genf, und abends wurde erstmals das Zelt auf dem Campingplatz in Annecy aufgebaut. Monaco, Nizza, Cannes, St. Tropez waren die nächsten Stationen, dann weiter über Marseille und die kleine Hafenstadt Sete nach Barcelona, wo wir ein paar Tage blieben – wir waren noch nie vorher in Spanien gewesen.

Dann fuhren wir weiter über Valencia, Alicante, Granada, Malaga, Fuengirola und Marbella nach Algeciras, wo uns die Fähre am nächsten Tag nach Marokko bringen sollte. Von Tanger ging es dann nach Rabat, Casablanca und Agadir.

Nach einem erholsamen Badetag wollten wir endlich Sanddünen und Oasen sehen. Wir verließen also die Küste und fuhren über Tiznit in den kleinen Ort Goulimine (heute Guelmim) am Nordrand der Sahara. Das war das Nordafrika, das wir uns vorgestellt hatten: verschleierte Frauen, Männer mit Turban und buntes Treiben auf den sandigen Straßen mit zahlreichen Händlern.

Nach Goulimine hatte noch eine Teerstraße geführt, aber weiter nach Süden führten nur noch sandige Pisten. Wir wollten nicht zu viel riskieren und hatten uns eine kleine Oase etwa 15 km südlich von Goulimine als Ziel auserkoren, aber wenn es zu sandig werden würde, dann würden wir umkehren. Aber trotz vereinzelter Sandverwehungen war die Piste doch gut zu befahren. In der kleinen Oase wurden wir von ein paar Kindern neugierig empfangen. Allzu oft werden hier Touristen nicht hinkommen.

Nach unserem Sahara-Erlebnis ging es langsam wieder gen Norden, über Taroudannt und das Atlas-Gebirge nach Marrakesch und weiter nach Fes, von dort nach Tanger und über Spanien zurück nach München, wofür wir noch einmal circa eine Woche brauchten. Diese Reise war bei uns drei Freunden der Auslöser für viele weitere Reisen, die wir bis heute zusammen unternehmen.“

Alle Bilder von Raigros Roadtrip nach Marokko 1969 finden Sie in unserer Datenbank. Auf Pinterest haben wir außerdem die schönsten Bilder zum Thema Marokko in den 60er Jahren für Sie zusammengestellt.

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