Von Bubikopf bis Wasserwelle – Frauenfrisuren der Zeit des Wandels

20er Jahre

Frisuren bis 1945

Anfang der „goldenen“ zwanziger Jahre, einer Zeit des gesellschaftlichen und sozialen Umbruchs, führten die Leinwandstars der boomenden Filmindustrie Kurzhaarschnitte für Frauen als revolutionäres Zeichen der Gleichberechtigung in Gesellschaft und Familie ein. Die Frisuren gaben den emanzipatorischen Ideen ihrer Zeit eine äußere Erscheinung: Die „Neue Frau“ trug Bubikopf, war keck, jugendlich, sportlich und unabhängig. Inspiriert von der US-amerikanischen Tänzerin Irene Castle, Modeikone Coco Chanel und der deutschen Schauspielerin Asta Nielsen fand der knabenhafte Haarschnitt viele Nachahmerinnen und wurde schnell zum Inbegriff der Mode der Roaring Twenties. Das Haar wurde etwa kinnlang, mit oder ohne Pony, entweder glatt oder mit den für die Zeit charakteristischen Wasserwellen getragen. Sonderformen wie der ans Altägyptische angelehnten Pagenschnitt und der extrem kurze Eton– oder Garcon-Schnitt, bei dem die Haare wie bei einer Herrenfrisur mit viel Pomade eng am Kopf getragen wurden, waren der letzte Schrei. Doch auch aufwendig gestylte Lockenfrisuren waren – insbesondere für den Abendauftritt – en vogue. Zu festlichen Anlässen wurde Kopfputz, etwa ein Haarband mit Federschmuck oder Ähnlichem, getragen.

30er Jahre 

Von langer Dauer war der Aufschwung der emanzipatorischen Kurzhaarfrisur jedoch nicht: Mit den 30er Jahren ging der Trend schnell wieder zu längerem Haar. Frauen lehnten die kurzen, männlichen Bobs der 20er Jahre zunehmend ab und wendeten sich modisch wieder weiblicherenFrisuren bis 1945 Haarschnitten im femme-fatal-Stil zu. Wellen- und Lockenfrisuren à la Marlene Dietrich, hatten zusammen mit extrem dünnen Augenbrauen und aufwendigem Augen-Make-up Hochkonjunktur. Besonders charakteristisch für den Zeitgeschmack ist die tief in den Nacken gezogene, nach oben eingeschlagene Olympiarolle und aus dem Gesicht frisierte etwa schulterlange Locken, die lose in den Nacken fielen. 1936 wurde es zudem schick, Stirnhaare in kleinen Löckchen zu krausen. Für eine entsprechende Haarpracht hielt es die modebewusste Frau auch längere Zeit unter einer der neuen Trockenhauben oder dem seit 1927 auf dem Markt befindlichen Dauerwellengerät aus.

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Frisuren 20er und 30er Jahre
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Frisuren 30er Jahre
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