Schlagwort-Archiv: Zeitgeschichte

Unterwegs in M├╝nchen: Die Au

Am Paulanderplatz 13 in der Au in M├╝nchen. Tr├Âdel liegt auf der Stra├če vor dem Haus. Da es in diesem Stadtteil keine Kanalisation gibt, werden die Abw├Ąsser und Abf├Ąlle in den M├╝hlbach von Au geleitet. Kinder spielen im M├╝hlbach in der M├╝nchner Vorstadt Au. Menschen auf der Quellenstra├če in M├╝nchen-Au. Im Hintergrund die Mariahilfkirche. Drei M├Ąnner bei der Arbeit in einer Wagenschmiede in M├╝nchen-Au. Blick auf ein Wohnhaus am Auer M├╝hlbach in M├╝nchen Au, links die alte Papierfabrik. Eine alte Frau sieht sich auf der M├╝nchner Auer Dult auf dem Mariahilfplatz angebotenes Geschirr an. Ein Mann an einem Brunnen in der Quellstra├če in M├╝nchen, nahe der Rosenheimerstra├če. Blick auf einen Stand auf dem Markt, der alle Arten von Tonkr├╝gen und Tont├Âpfen verkauft. Eine Verk├Ąuferin ber├Ąt einen Herrn (undatierte Aufnahme). Eine Frau beim W├Ąscheaufh├Ąngen im M├╝nchner Stadtteil Au. Ein ├Ąlterer Mann sucht auf der Auer Dult in M├╝nchen nach brauchbarem Tr├Âdel. Eine ├Ąltere Tr├Âdelverk├Ąuferin auf der Auer Dult wartet auf Kundschaft. Ein Karren mit Schildern w├Ąhrend des Aufbaus der Auer Dult in M├╝nchen. Zwei Frauen betrachten Porzellan und Geschirr auf dem Auer Geschirrmarkt in M├╝nchen. Eine alte Frau mit Handtasche betrachtet Gem├Ąlde an einem Verkaufsstand auf der Kirchweih-Dult in Au in M├╝nchen. Frauen betrachten Keramik an einem Stand auf der Herbst-Dult in Au vor der Mariahilfkirche in M├╝nchen. Eine junge Frau mit Kopftuch und Handtasche begutachtet den Tr├Âdel an einem Verkaufsstand auf der Auer Dult im Herbst.

Im dritten Teil unserer Fotoalbenserie „Unterwegs in M├╝nchen“ geht’s in die Au: Durch die dreimal j├Ąhrlich stattfindende Dult ├╝ber die Stadtgrenzen hinaus bekannt, hat die Au noch mehr zu bieten als Teller, Tassen und Tr├Âdel. Das M├╝nchner Original Karl Valentin erblickte hier das Licht der Welt, das Starkbierfest am Nockherberg zieht j├Ąhrlich tausende Besucher an und Wasserm├╝hlen im Auer M├╝hlbach dienen nach wie vor flei├čig der Energiegewinnung. Tauchen Sie ein in die Historie des traditionellen M├╝nchner Viertels und st├Âbern Sie in unserem Fotoalbum in einem Jahrhundert Stadtteilgeschichte.

Die Au in M├╝nchen

Feierabendbier an der Isar, Kunst in den Pinakotheken, Bummeln auf der Auer Dult oder Wei├čwurstfr├╝hst├╝ck auf dem Viktualienmarkt – in „Minga“ sind den Aktivit├Ąten keine Grenzen gesetzt. In unserer neuen Serie ÔÇťUnterwegs in M├╝nchenÔÇŁ zeigen wir Ihnen die sch├Ânsten Pl├Ątze, die angesagtesten Stadtteile, die geschichtstr├Ąchtigsten Geb├Ąude und die urigsten Pers├Ânlichkeiten des bayerischen Millionendorfs. N├Ąchstes Mal pr├Ąsentieren wir Ihnen einen Querschnitt durch 80 Jahre M├╝nchner Oktoberfest.

R├╝ckzug des Heeres aus der Ukraine, 1943

In unserer aktuellen Geschichte zum Bild erz├Ąhlt Timeline-User Lanninger von der Wehrmachtszeit seines Bruders, die ihn von M├╝nchen ├╝ber Garmisch-Partenkirchen bis in die Ukraine und nach Berlin gebracht hat.

Soldaten auf einem Eisenbahnwaggon

R├╝ckzug des Heeres aus der Ukraine, 1943   ┬ę Lanninger

„Mein Bruder, Jahrgang 1924, hat mir ein paar Bilder aus seiner Zeit bei der Hitlerjugend, seiner Wehrpflicht, vom R├╝ckzug als Soldat aus der Ukraine und schlie├člich aus einem Lazarett in Berlin hinterlassen. Nach seiner Schlosserlehre im Reichsbahn-Ausbesserungswerk in M├╝nchen-Freimann wurde er 1941, als 17-J├Ąhriger, zum Dienst bei der Hitlerjugend verpflichtet. Ein Jahr sp├Ąter wurde er zur Wehrpflicht eingezogen. Die nachfolgende, verk├╝rzte Grundausbildung dauerte etwa ein Jahr, ehe er, etwa im April 1943, als Soldat beim Heer zum F├╝hrereid verpflichtet wurde und anschlie├čend in eine M├╝nchner Kaserne einr├╝ckte. Im Juli 1943 war mein Bruder dann in ÔÇ×NikolajewÔÇť in der S├╝d-Ukraine (Donezbecken) im Einsatz, woraus man schlie├čen kann, dass er in der Heeresgruppe S├╝d eingegliedert war. Die Hauptaufgaben seines ÔÇ×TruppsÔÇť waren das Zerst├Âren von Stra├čen, Br├╝cken und Eisenbahnlinien, um den nachfolgenden russischen Truppen den Vormarsch zu erschweren. Das obige Bild zeigt, dass sich die Heeresgruppe S├╝d vom 9. September bis zum 15. November 1943 auf dem R├╝ckzug bis zum Fluss ÔÇ×DneprÔÇť befand. Auf dem weiteren R├╝ckzug durch Westgalizien (S├╝dpolen) wurde mein Bruder schwer verwundet und landete schlie├člich an Weihnachten 1944 in einem Lazarett in Berlin-Treptow.“

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Mutter mit Sohn auf einer Wiese bei Resen├Âd, 1945

Was wie eine harmlose Dorfidylle aussieht, zeigt in Wahrheit Mutter und Sohn, nachdem sie einen britischen Luftangriff ├╝berlebten. In unserer aktuellen Geschichte zum Bild erz├Ąhlt Timeline-Mitglied HRath, was ihnen das Leben rettete und warum sie anschlie├čend nach Resen├Âd, einem Stadtteil von Gerzen bei Landshut, kamen.

Auf einer Wiese in der N├Ąhe von Resen├Âd/ Gerzen im niederbayerischen Landkreis Landshut, h├Ąlt eine Mutter ihren Sohn im Arm.

Mutter mit Sohn bei Resen├Âd, 1945   ┬ę HRath

„W├Ąhrend des Zweiten Weltkriegs wurde unsere Nachbarschaft in M├╝nchen-Schwabing von den Alliierten mit Bomben beschossen, da sich nicht weit von uns entfernt, in der Schellingstra├če 39/41, die Redaktion des V├Âlkischen Beobachters befand. Die Bombadierung geschah immer nach dem gleichen Muster: Erst kamen die Luftminen, dann die Brandbomben und die Sprengbomben. Ein englischer Fliegerangriff ist mir besonders im Ged├Ąchtnis geblieben. Das war im Jahr 1943, ich war ca. 5 Jahre alt. Es wurde ein Luftschutzalarm ausgel├Âst und meine Mutter und ich rannten in den Keller. Als wir ankamen, wurde die T├╝r hinter uns mit einem Holzriegel verschlossen. Wir sa├čen direkt hinter der T├╝r. Als nun die Engl├Ąnder ihre Luftminen abwarfen und diese auf dem Boden aufschlugen, erzeugten sie eine massive Druckwelle. Die T├╝r des Kellers wurde eingerissen und fiel auf meine Mutter, die mich im Arm hielt. Wir wurden begraben wie unter einem Sarg. Durch die Druckwelle riss den anderen Menschen im Keller die Lunge, meine Mutter und ich waren durch die umgest├╝rzte T├╝r gesch├╝tzt und ├╝berlebten als einzige. Nach ca. acht Stunden im Keller wurden wir geborgen. Ich h├Ątte nicht damit gerechnet, dass wir noch gerettet werden w├╝rden. Kurze Zeit sp├Ąter schrieb mein Vater einen Brief an bekannte Bauersleute, bei denen er w├Ąhrend des Ersten Weltkriegs gelebt hatte, und wir wurden nach Resen├Âd in Niederbayern evakuiert. Mit meinen Eltern habe ich nie ├╝ber diesen Vorfall gesprochen. Wenn sie mit Freunden dar├╝ber sprachen, habe ich immer den Raum verlassen.“

In unseren Fotoalben Zerst├Ârtes M├╝nchen und Zerst├Ârtes M├╝nchen in Farbe werden die Auswirkungen der Bombardierungen auf das M├╝nchner Stadtbild deutlich. Und auf unserer Pinterest-Pinnwand M├╝nchen, 50er Jahre sehen Sie, wie sich die Weltstadt mit Herz langsam aber sicher erholte.

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Jazzmusik in der DDR ÔÇô by Suedberlin

Die Theo Schumann Formation in der verrauchten Kakadu-Bar im Dresdener Parkhotel Wei├čer Hirsch im September 1960. Die kleine B├╝hne ist mit einer einzigen Lampe beleuchtet. Vor der B├╝hne einige Zuschauer. Art Blakey am Schlagzeug und Kai Winding an der Posaune bei einem Konzert in Prag im Rahmen des Jazzfestivals im Oktober 1971 im Lucerna-Saal. Sie werden dicht von Fotografen bedr├Ąngt. Bob Wallis aus Gro├čbritannien bei einem Konzert mit seinem Orchester im Rahmen des Jazzfestivals in Prag im Oktober 1971. Im Vordergrund klatschendes Publikum. Hinter den Musikern Zuschauer auf den R├Ąngen. Die Jazzband "Elb Meadow Ramblers" geben im Steintor-Variet├ę in Halle an der Saale im Mai 1971 ein Konzert. Die Musiker v.li.: Gert Hausmann, Eberhard L├Âsch, Wilfried Matth├Ąus, Hans-Gregor Werner, Dieter Motarkowski und Hermann Henke. Der Schlagzeuger des finnischen Jazzpiansiten Heikki Sarmanto bei einem Auftritt in Prag im Rahmen des Jazzfestivals im Oktoebr 1972. Josef Audes vom Gustav Brom Orchester mit seinem Barritonsaxofon bei eine Auftritt im Rahmen des Jazzfestivals in Prag im Oktober 1972. Die Modern Soul Band aus Berlin gibt im Mai 1972 Rahmen des Jazzfestivals in Halle an der Saale im Steintor Variet├ę ein Konzert. Die Musiker v. re.: C. Hansmann, C. J. Roth, Jochen Gleichmann, Conrad Bauer. Der Saxofonist Jonny Griffin bei einem Auftritt im Oktober 1973 im Rahmen des Festivals "Jazz Jamboree" in Warschau. Er Tr├Ągt ein bunt-gemustertes Hemd. Eberhard Weber gibt im Rahmen des Festivals "Jazz Jamboree" in Warschau im Oktober 1973 ein Konzert. Er spielt einen elektrischen Kontrabass. Herbert Dreilich mit der All Star Band Berlin bei einem Auftritt im Klubhaus der Gewerkschaften in Halle an der Saale im Januar 1973. Er schneidet bei singen eine Grimasse. Der Saxofonist Charlie Mariano bei einem Auftritt im Klubhaus der Gewerkschaften in Halle an der Saale am 28.4.1980. Die f├╝nfk├Âpfige belgische Dixie-Band "New Orleans Train Band" auf der B├╝hne beim Dixie-Festival im Dresdener Kulturpalast im Mai 1974. Oscar Peterson in Prag im Rahmen des Jazzfestivals im Oktober 1974. Der Jazzs├Ąnger Big Joe Tuner bei einem Auftritt im Rahmen des Jazzfestivals in Prag im Oktober 1974. Count Basie in Prag im Rahmen des Jazzfestivals im Oktober 1974. Die Hannes Zerbe Bigband bei einem Auftritt im Jugendklubhaus Hofj├Ąger in Halle an der Saale am 23.5.1978. Die Musiker v.li. (1. Reihe): Manfred Schulze, Helmut Forsthoff, Manfred Hering, Ulli Bekcerhoff, Andy Altenfelder, H.-J- Grasswurm, Willem van Manen, Dietrich Unkrodt. Der Gitarrist Toto Blanke bei einem Auftritt im Klubhaus der Gewerkschaften in Halle an der Saale am 28.4.1980. Sein rechter Fu├č steht auf einem Effektpedal der Marke Morley. Das Vienna Art Orchestra bei den 8. Leipziger Jazztagen am 3.10.1982 auf der B├╝hne in der Kongresshalle am Zoo Leipzig. Die Leitung des Orchesters hatte Matthias R├╝egg. Lola Kova?ec gibt mit seiner Band, Jovan Mikovic und G├╝nter Klatt im Hof der Moritzburg in Halle an der Saale am 26.6.1983 im Rahmen des Moritzburg Jazz-Festivals ein Konzert. Marylin Crispel aus den USA sitzt in der Aula des L├Âwengeb├Ąudes der Universit├Ąt Halle an der Saale am Fl├╝gel und gibt am 20.6.1985 im Rahmen des Moritzburg Jazz-Festivals ein Konzert. Der niederl├Ąndische Musiker Willem Breuker (links) mit seiner Band auf der B├╝hne im Steintor-Variet├ę in Halle an der Saale am 3.6.1987. Die Saxofone der Jazzband "K├Âlner Saxophon Mafia" stehen in ihren St├Ąnden auf der B├╝hne des Jugendklubhauses in Halle an der Saale im M├Ąrz 1990 f├╝r die Musiker bereit. Im Hintergrund auf dem Vorhang der Name der Band. Die Instrumente werden von einem Scheinwerfer angestrahlt.

Eine Musikrichtung, die wie keine andere f├╝r Spontaneit├Ąt, Freiheit und Individualit├Ąt steht, in einem Staat, der gegen Ende seiner Existenz seine eigenen B├╝rger am Ausreisen hinderte ÔÇô wie passt das zusammen? Entgegen erster Vermutungen erfreut sich Jazzmusik in der DDR gro├čer Beliebtheit. Timeline-User Suedberlin lichtete etliche Koryph├Ąen der internationalen Jazzszene bei Konzerten in der DDR und der benachbarten sozialistischen L├Ąnder ab und schuf damit ein eindrucksvolles Zeugnis damaliger Musikkultur. Mit der damals notwendigen Findigkeit organisierte Klaus P. Fritze, so sein b├╝rgerlicher Name, Tickets und fotografierte die ber├╝hmten K├╝nstler und Bands auf und hinter der B├╝hne. Doch auch die lokale Jazzszene kam nicht zu kurz: Allein in Halle gab es damals mehr als 15 Spielorte f├╝r Jazzmusik. Fritzes umfangreiches Bildmaterial dokumentiert eindrucksvoll die seinerzeit regional sehr lebendige Jazzlandschaft und wurden im Rahmen des 13. Festivals ÔÇ×Women in JazzÔÇť in Halle ausgestellt.

Hier finden Sie alle Bilder unseres Users Suedberlin auf Timeline Images.

Weihnachten in Bromberg, 1939

Kaum zu glauben, aber wahr: In vier Tagen ist Heiligabend. Die Weihnachtszeit l├Ąd dazu ein, zur Ruhe zu kommen und etwas mit der Familie zu unternehmen. Auch das obligatorische Vorlesen von Weihnachtsgeschichten unter dem Tannenbaum geh├Ârt f├╝r viele dazu. Doch christliche Weihnachtsbr├Ąuche waren damals nicht frei von der nationalsozialistischen Ideologie, wie uns Community-Mitglied Juergen in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erz├Ąhlt.

Mutter sitzt auf der Couch und liest in einem Buch. Vielleicht die Weihnachtsgeschichte? Drei Jungen sitzen unter einem Tannenbaum.

Weihnachten in Bromberg 1939   ┬ę Juergen

„Es war einmal ein…So fingen die meisten Erz├Ąhlungen unserer Mutter in der Kindheit an. Als wir dann selber lesen konnten, waren es auch die ersten Worte der meisten M├Ąrchen, nicht nur zur Weihnachtszeit. Bis zum Kriegsende lebten wir in relativem Wohlstand in Bromberg. Auf der Spitze des Weihnachtsbaumes brannte die blaue Kerze, die die Treue der Auslandsdeutschen darstellen sollte. Das M├Ąrchen einer friedvollen Kindheit war im Januar 1945 mit der Flucht in einem Pferdewagen ├╝ber vereiste Landstra├čen bei -18┬░C K├Ąlte und sp├Ąter ab Schneidem├╝hl in einem G├╝terwagen der Deutschen Reichsbahn Richtung Berlin zu Ende.“

Weitere Bilder zum Thema gibt’s in unseren Fotoalben Weihnachten, 30er Jahre, Weihnachtsb├Ąume und Kinder an Weihnachten oder auf unseren Pinterest-Pinnw├Ąnden Weihnachtsbr├Ąuche, Sch├Âne Bescherung! und Weihnachten Historisch.

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Das M├Ądchen mit der Perlenkette, 1964

In kaum einer anderen europ├Ąischen Stadt tummelten sich in den 60er Jahren so viele Existentialisten wie in Paris. L├Ąssig rauchend im Caf├ę de Flore oder in einem der vielen Kellergew├Âlbe am Rive Gauche. Was das schicke M├Ądchen mit der Perlenkette damit zu tun hat, erz├Ąhlt uns Community-Mitglied Hubertus Hierl in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

Paris, Oktober 1964. Nachts unterwegs am linken Seineufer. Ein Jazzkeller in der Rue de la Huchette wird mir genannt. Der sei typisch. Dort trifft man junge Leute, haupts├Ąchlich Studenten. Und dann treiben sich hier Existentialisten herum oder solche, die sich daf├╝r halten. Sp├Ąt in der Nacht bin ich vor Ort. Der Keller ├╝bervoll von jungen Leuten, Jazz wird gespielt, die Luft stickig, es wird viel geraucht. Und neben dem Bassisten entdecke ich eine begeisterte Jazz-Liebhaberin. Die Perlenkette, die sie tr├Ągt leuchtet in dem matten Lichtschein. In meiner Leica habe ich ein lichtstarkes Objektiv und einen hochempfindlichen Film. Bei einer Belichtungszeit von 1/15 sec dr├╝cke ich auf den Ausl├Âser meiner Kamera.

Das M├Ądchen mit der Perlenkette   ┬ę Hubertus Hierl

„Paris, Oktober 1964. Nachts unterwegs am linken Seineufer. Ein Jazzkeller in der Rue de la Huchette wird mir genannt. Der sei typisch. Dort trifft man junge Leute, haupts├Ąchlich Studenten. Und dann treiben sich hier Existentialisten herum oder solche, die sich daf├╝r halten. Sp├Ąt in der Nacht bin ich vor Ort. Der Keller ├╝bervoll mit jungen Leuten, Jazz wird gespielt, die Luft ist stickig, es wird viel geraucht. Und neben dem Bassisten entdecke ich eine begeisterte Jazz-Liebhaberin. Die Perlenkette, die sie tr├Ągt, leuchtet im matten Lichtschein. In meiner Leica habe ich ein lichtstarkes Objektiv und einen hochempfindlichen Film. Bei einer Belichtungszeit von 1/15 sec dr├╝cke ich auf den Ausl├Âser meiner Kamera.“

 

 

 

Weitere Paris-Bilder finden Sie zum Beispiel auch in unseren Fotoalben Paris, 60er Jahre und Paris, 70er Jahre. Auch auf Pinterest ist die Stadt der Liebe mit unz├Ąhligen historischen Aufnahmen vertreten. Wenn Sie eher der modische Aspekt des Jahrzehnts interessiert, dann besuchen Sie doch unser Fotoalbum Mode, 60er Jahre.

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Choriner Eck in Ostberlin, 1982

Vor genau einer Woche feierte Deutschland das 27. Mal den Tag der Deutschen Einheit. Grund genug, um mit Community-Mitglied Roland Stuckardt zur├╝ck in die DDR der 80er Jahre zu reisen und die Geschichte hinter dem j├Ągergr├╝nen Wartburg in der Ostberliner Choriner Stra├če zu erfahren. In seiner Geschichte zum Bild erz├Ąhlt er uns au├čerdem, welche Ver├Ąnderungen er nach der Wiedervereinigung wahrgenommen hat.

Ostberlin, Stadtteil Mitte: Blick aus der Choriner Stra├če Richtung Kreuzung Zionskirchstra├če auf Eckkneipe Choriner Eck; Auto der Marke Wartburg im Vordergrund

Choriner Eck, 1982   ┬ę Roland Stuckardt

„Im September 1982 reiste ich mit meinen Mitsch├╝lern des Leistungskurses Mathematik / Physik des W├Âhlergymnasiums Frankfurt am Main im Rahmen der Oberstufen-Abschlussfahrt in die damals geteilte Stadt Berlin. Im Anschluss an unser offizielles Programm ÔÇô Brandenburger Tor von Osten, Unter den Linden, Palast der Republik, Alexanderplatz und Fernsehturm ÔÇô begaben wir uns auf individuelle Entdeckungstouren. Sehr zupass kam uns hierbei, dass wir gerade vollj├Ąhrig geworden waren und somit nicht mehr der verantwortlichen Aufsicht unseres Lehrers unterlagen. Ausger├╝stet mit einer nagelneuen Spiegelreflexkamera machte ich mich auf, den Rundgang durch das Zentrum Ostberlins mit mehr Mu├če zum Fotografieren fortzusetzen und auch die etwas abseits des ├╝blichen Besucherpfads gelegenen Wohngebiete der Stadtteile Mitte und Prenzlauer Berg zu durchstreifen. Dabei entstand dieses Foto, dessen Aufnahmeort ich genau rekonstruieren konnte, als ich 25 Jahre sp├Ąter selbst in Berlin lebte und arbeitete: Es zeigt die Kreuzung Choriner Stra├če / Zionskirchstra├če mit der typischen Berliner Eckkneipe ‚Choriner Eck‘. Heute hat hier l├Ąngst die Gentrifizierung ganze Arbeit geleistet: Die Arbeiterkneipe musste weichen, die Altbauten wurden luxussaniert und die Baul├╝cke geschlossen; nur mehr die DDR-Stra├čenlaterne erinnert heute noch an die vergangenen Zeiten.“

Weitere Bilder aus Ost- und Westberlin sowie dem Einigungsprozess finden Sie in unseren Fotoalben Stra├čenszene in Berlin, 80er Jahre, DDR ÔÇô Mauerfall und DDR ÔÇô Einheitsprozess. F├╝r weitere Impressionen aus der DDR besuchen Sie doch einfach unsere Pinnwand Deutsche Demokratische Republik auf Pinterest.

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Auf Reisen in den 60ern: Ostblock

Frauen verkaufen Matroschkas in Moskau. Mutter und zwei Jungen vor einem Eisverkauf in Moskau. Menschen auf dem Roten Platz in Moskau. Links im Bild die Basilius-Kathedrale. Busse und die Lomonossow-Universit├Ąt in Moskau. Das Majakowski-Denkmal in Moskau. Zwei M├Ąnner sitzen auf einer Bank an der bulgarisch-t├╝rkischen Grenze. Menschen vor dem Cafe M├Âhring am Kurf├╝rstendamm in Berlin. Frauen mit wei├čen Handschuhen und Handtasche und M├Ąnner im Anzug am Kurf├╝rstendamm in Berlin ├╝berqueren einen Zebrastreifen und im Hintergrund ein Zeitungskiosk. Berlin Kurf├╝rstendamm: Bild zeigt ein Paar und Autos am Stra├čenrand. Bau des DDR-Au├čenministeriums am Marx-Engels-Platz in Berlin und im Vordergrund ein K├Ąfer. Tauentzienstra├če in Berlin. Bild zeigt Passanten vor Gesch├Ąften und Stra├če mit Autos. Berlin Tempelhofer Damm: Postamt Berlin 42. Im Vordergrund ein Paar Hand in Hand. Mauer am Weg zur Enklave Steinst├╝cken in Berlin-Wannsee und Schilder ("Fussg├Ąngerverkehr nur auf der rechten Seite", "Achtung! Hier beginnt die Sowjetzone", "Sie verlassen den amerikanischen Sektor"). Grenzschild in Wedding mit der Aufschrift 'ENDE DES DEMOKRATISCHEN SEKTORS VON GROSS BERLIN'. Bau der neuen Berliner Mauer aus Betonfertigteilen. Im Vordergrund die Mauer eines Hauses mit der Aufschrift 'Die Mauer' das zu Ost-Berlin geh├Ârte und abgerissen wird. Im Hintergrund ein Wohnhaus. Stra├čenbahn ("Gohlis Landsb.Str.") und Hotel "Deutschland" am Augustusplatz in Leipzig. Besucher zur Messe Leipzig und ein Austin 1100. Paar und Fahnen vor dem Neuen Rathaus Leipzig. Menschen und Autos zur Messe in Leipzig. Wartburg 1000 Taxi und Passanten in der Innenstadt in Leipzig.

Unsere Serie „Auf Reisen in den 60ern“  f├╝hrt uns diesmal hinter den Eisernen Vorhang und die Berliner Mauer. Wir reisen mit Ihnen quer durch den Ostblock von Moskau ├╝ber Bulgarien nach Berlin und Leipzig in der damaligen DDR. Es erwarten Sie spannende Einblicke in das Leben in der Sowjetunion und ihren sozialistischen Bruderstaaten!

Moskau, 60er Jahre

Bulgarien, 60er Jahre

Sommer in Berlin, 60er Jahre

Berlin, 60er Jahre

Leipzig, 60er Jahre

Probieren Sie t├╝rkische Sesamkringel in Istanbul, schlendern Sie im Mercat de la Boqueria in Barcelona oder erleben Sie die pure Natur in den Weiten Skandinaviens. In unserer Serie ÔÇťAuf Reisen in den 60ernÔÇŁ stellen wir Ihnen in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden Reiseziele vor, die unsere Community-Mitglieder in den 60er Jahren besucht haben. N├Ąchstes Mal reisen wir einmal vertikal durch den Kontinet: von der Nordsee bis zur Adria.

Unsere Fotografen: HRath

Dampflok der Baureihe 685 der Ital. Staatseisenbahn im Bhf. Jenbach/Tirol. TEE aus der Schweiz bei der Durchfahrt in Gerling bei Saalfelden mit dem Steiner Meer im Hintergrund. Ein Flugzeug des Typs Percival Pembroke C54 der Deutschen Bundeswehr am Flughafen M├╝nchen-Riem. Oldtimer im September 1983 bei Weitra in Nieder├Âsterreich nahe der Grenze zur CSSR. Stadttor an der Innbr├╝cke in der Stadt Wasserburg am Inn. Menschen spazieren die Stra├če entlang, ein Auto ├╝berquert die Br├╝cke. Im Hintergrund sind die T├╝rme der Heilig-Geist-Spitalkirche und der Kirche "Unserer Lieben Frau" zu sehen. Sonnenuntergang in der Gemeinde Reit im Winkl im oberbayerischen Landkreis Traunstein mit der Kirche St. Pankratius im Zentrum. Umzug einer Musikkapelle w├Ąhrend eines Festaktes mit dem damaligen Herzog von Bayern auf Schloss Herrenchiemsee. Besucher auf dem Oktoberfest in M├╝nchen mit Augustinerbr├Ąuzelt im Hintergrund. Bierzelt des Hackerbr├Ąus auf dem Oktoberfest in M├╝nchen. Das Fahrgesch├Ąft Clipper auf dem Oktoberfest in M├╝nchen by night. Kopie der Lokomotive 'Adler' auf der Parade anl├Ąsslich der 800 Jahrfeier der Stadt M├╝nchen. Historische Pferde-Stra├čenbahn anl├Ąsslich der 800 Jahrfeier der Stadt M├╝nchen. Faschingswagen wahrscheinlich mit den Pappmachefiguren von Hanns Seidel (CSU) und Wilhelm Hoegner (SPD). Auf dem Wochenmarkt am Stadtplatz von Dubrovnik reicht das Spektrum der angebotenen Waren von frischen Schnittblumen bis hin zu frischem Obst und Gem├╝se. Das Wirtschaftswunder in Deutschland ist auch hier sp├╝rbar. Flugzeugabsturz einer US-Maschine in der Bayerstr. Ecke Martin-Greif-Stra├če. Das Flugzeug streifte vorher den Kirchturm der St. Paulskirche in M├╝nchen. Blick auf den Karlsplatz (Stachus) in M├╝nchen vom Justizpalast aus. Wei├če Weihnachten in M├╝nchen. Gl├Ąubige feiern einen Gottesdienst (Bergmesse) vor der Tabor-Kapelle. Das Bild zeigt die Kapelle vor einem Brand und dem anschlie├čenden Wiederaufbau 1970/71. Heute tr├Ągt sie den Namen Hochfellnkapelle. Ein kleiner Junge spielt mit Tauben auf dem Odeonsplatz in M├╝nchen. Im Hintergrund sehen ihm Passanten zu. Ein kleiner Junge f├Ąhrt auf einem Metall- oder Eisendreirad ├╝ber einen Hof. Um ihn herum picken H├╝hner auf dem Boden. Verkleidete Kinder feiern Fasching in M├╝nchen.

Unser Fotograf HRath ist nicht nur Timeline-Mitglied der ersten Stunde, sondern besitzt mit ├╝ber 20.000 Motiven eine der gr├Â├čten Sammlungen von Eisenbahnfotos in ganz Deutschland.

Was die Fotografie angeht, ist Helmut Rath ÔÇô so sein voller Name ÔÇô nach eigener Aussage ein wahrer Sp├Ątz├╝nder: Erst nachdem er Ende der 50er Jahre den F├╝hrerschein bestanden und sich einen gebrauchten Fiat Millecento gekauft hatte, ging es richtig los. Sein geliebter Fiat f├╝hrte ihn n├Ąmlich durch Bayern und die Schweiz, wo er w├Ąhrend des Urlaubs mit seiner ersten Kamera, einer Agfa Silette, verschiedene Motive fotografierte. Nebenbei filmte er auch ÔÇô seine erste Schmalfilmkamera erstand er mit einem Zuschuss seiner Mutter 1972 zur Olympiade in M├╝nchen.

Die gro├če Leidenschaft von HRath sind Eisenbahnen und Z├╝ge, die er vor allem ab 1973/74 fotografierte. W├Ąhrend seiner Zeit als Beamter im M├╝nchner Justizpalast zeigte Helmut Rath einem bekannten Eisenbahnfotografen eines seiner Eisenbahnbilder. Der Bekannte behielt das Bild und drei Monate sp├Ąter lag eine Eisenbahnzeitschrift mit genau diesem Foto auf seinem Schreibtisch. Da dachte er sich: ÔÇ×Mensch, wenn da ein Eisenbahnbild von mir abgedruckt wird, dann k├Ânnte ich eigentlich Eisenbahnen fotografieren.ÔÇť

Helmut Rath begann nicht nur Eisenbahnen und Z├╝ge zu fotografieren, sondern auch zu filmen ÔÇô und das in nicht ganz ungef├Ąhrlicher Manier. Einmal lie├č er sich in Absprache mit dem Lokf├╝hrer von einer Dampflokomotive ├╝berfahren, indem er sich zwischen die Gleise in ein Loch f├╝r eine neue Signalleuchte legte und so die Lok von unten filmte. Ein Ereignis, an das er sich immer wieder gerne erinnert.

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