Hängebrücke in Deir ez-Zor, 1988

Beinahe unzählbar waren sie, die historischen Kulturgüter, deren Errichtung bereits in der Antike begann. Erbaut vor mehr als zweitausend Jahren, wurden viele Stätten, Bauwerke und Kulturgüter Opfer eines sehr jungen Bürgerkriegs. In die Liste der zerstörten Bauwerke, die dem Bürgerkrieg in Syrien zum Opfer fielen, reiht sich auch die berühmte Hängebrücke über den Euphrat in Deir ez-Zor ein. Die Brücke war ein Überbleibsel französischer Kolonialherrschaft in Syrien und wurde bis 2013 als Fußgängerbrücke genutzt. In diesem Jahr sprengten die Truppen vom Assad-Regime die historische Brücke und das Wahrzeichen der Stadt Deir ez-Zor.

Unser Timeline-User Schneckes hatte 1988 das Glück, die besondere Stimmung am Abend am Ufer des Euphrat einzufangen. In unserer heutigen Geschichte zum Bild erzählt er uns von seiner friedlichen, feuchtfröhlichen Erfahrung im Schatten der Hängebrücke von Deir ez-Zor.

Eine über den Euphrat führende Hängebrücke aus der französischen Kolonialzeit in der syrischen Stadt Deir ez-Zor.

Abendstimmung am Euphrat, 1988 © Schneckes

„Wir kamen am späten Nachmittag über die Hängebrücke zurück in die Stadt. Sie verbindet Deir ez-Zor mit einem Vergnügungspark, der – wie die Brücke – noch in der französischen Kolonialzeit angelegt wurde, was augenscheinlich war: Im Zentrum stand eine Kopie des Eiffelturms! Wir gingen in ein Restaurant am Euphrat-Ufer, wo wir am Abend gut gegessen und ein Bier genossen haben. Die Enttäuschung war groß, als der Kellner uns bedeutete, dass es nur süße Limonade und kein Bier gab. Hatten wir am Abend alles weggetrunken? Also löschten wir unseren Durst mit einer Limo. Plötzlich sprang ich auf. ‚Der dahinten trinkt ein Bier!‘ Ich bestellte die Bedienung und beklagte mich heftig. Mit einer stoischen Ruhe deutete sie nach oben und sagte ernsthaft: ‚Jetzt ist es dunkel und Allah sieht es nicht mehr!‘

In den Fotoalben Syrien in Farbe, 80er Jahre und Syrien Schwarzweiß, 80er Jahre finden Sie weitere Bilder von Schneckes‘ Reise nach Syrien 1988. Bei Timeline Images auf Pinterest haben wir passend zum Thema eine Pinnwand mit Brücken erstellt.

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Der stolze Blick einer Beduinenfrau.

Beduinenfrau, 1988   © Schneckes

Was ist wohl aus Ihnen geworden? Das ist mit das erste, was man sich fragt, wenn man die zahlreichen Portraits der syrischen Frauen und Männer, Kinder und Greise betrachtet, die unser Fotograf Schneckes auf seiner Syrienreise 1988 geschossen hat. Seine beeindruckenden Bilder, die wir schon in mehreren Geschichten zum Bild vorgestellt haben, werden seit Ende September nun im Bürgerzentrum Neuenheim in Heidelberg präsentiert. Die Ausstellung, die von der Akademie für Ältere und dem Stadtteilverein Neuenheim unterstützt wird, kann noch bis Anfang November an Markttagen (Mittwoch und Samstag) sowie an Wochenenden besucht werden. Weitere Informationen zur Ausstellung sowie zum Fotografen finden Sie auf der Website von Ulrich Schneckenberger.

Liebevoll umarmt die Schwester ihren behinderten Bruder.

Bruder und Schwester, 1988   © Schneckes

Alle Syrien-Bilder des Fotografen finden Sie in unserer Datenbank. Bei Timeline Images auf Pinterest haben wir außerdem die schönsten Motive in unserer Pinnwand Syrien, 80er Jahre gesammelt.

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Sengende Hitze, trockene Luft, kein Schatten in Sicht: Syrien in der Mittagszeit ist kein Zuckerschlecken. Das wussten damals auch die Bewohner von Deir ez-Zor. Was hingegen in den Abendstunden auf den Straßen los war, erzählt uns unser Fotograf und begeisterter Syrien-Tourist Schneckes in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

Straßenhändler verkaufen vom Handkarren aus Melonen.

Melonenverkäufer in Syrien, 1988   © Schneckes

„Bei meiner Syrienreise 1988 wollte ich unbedingt an den Euphrat, einer der Wiegen der Menschheit. Also flogen wir um die Mittagszeit von Damaskus nach Deir al-Sour. Als dort die Flugzeugtüren geöffnet wurden, kam es mir vor, als ob jemand mit einem Heizgebläse die Insassen grillen wollte. Eine unvorstellbare Hitze. Vergeblich suchten wir in der sengenden Hitze nach Kühlung und Schatten. Die ganze Stadt war wie ausgestorben. Nur ein paar Jungs sprangen von der Brücke in den Fluss. Wie gerne wäre ich mitgesprungen! Im Teehaus saßen ein paar müde Alte herum. Wir beschlossen, diesen ‚lebensfeindlichen‘ Ort so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Wie groß war der Schreck, als wir erfuhren, dass der nächste Bus Richtung Palmyra erst in drei Tagen fuhr! Insgeheim verfluchten wir diesen Ausflug! Dann plötzlich, gegen 17 Uhr, öffneten sich Türen und Fenster. Menschen in bunter Vielfalt strömten in die Stadt. Beduinen, stolz und in bunten Gewändern, die Frauen teilweise mit traditionellen Tattoos, bevölkerten die Stadt. Fremde Gerüche, ein Leben und Lachen erfüllte Deir al-Sour. Das Treiben dauerte die ganze Nacht. Erst am nächsten Tag, als die Hitze wieder unerträglich wurde, wich erneut alles Leben aus der Stadt.“

Weitere spektakuläre Bilder aus Syrien gibt’s in unseren Fotoalben Damaskus, 80er Jahre, Syrien in Farbe, 80er Jahre und Syrien schwarzweiß, 80er Jahre.

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In unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt uns Timeline-Mitglied Schneckes, warum das Kind so feierlich herausgeputzt wurde und nein, es war weder eine Hochzeit, noch ein Dorffest, sondern ein Anlass, der zumindest in Deutschland eher nicht mit Feier und Freude in Verbindung gebracht wird…

Eine Beduinenmutter sitzt am Straßenrand mit einem festlich herausgeputzem Kind.

Mutter mit festlich gekleidetem Kleinkind, 1988   © Schneckes

„Am frühen Vormittag versammelte sich vor einem Haus mit einem alten, grob gezimmerten Tor eine größere Anzahl von Menschen. Es waren festlich herausgeputzte Beduinen, hauptsächlich Mütter mit ihren Kleinkindern. Die Körper der Babys waren fest in Tücher eingewickelt. Nur der Kopf, geschmückt mit bunten Federn und Bändern, schaute heraus. Oft hing ein Schnuller an einer Schnur. Einige Frauen hatten an den Händen und im Gesicht geometrische Tattoos. Sie warteten schwätzend in einer Schlange oder saßen am Straßenrand. Alle wirkten glücklich und stolz mit ihrem Nachwuchs. Wie sich herausstellte, war in diesem Haus eine Arztpraxis. Die Beduinen aus dem Umland hatten sich für einen Arztbesuch festlich herausgeputzt.“

Falls Sie sich für weitere historische Motive aus dem Syrien der 80er Jahre interessieren, dann klicken Sie sich doch einfach mal durch unsere Fotoalben „Syrien schwarzweiß, 80er Jahre„, „Damaskus, 80er Jahre“ oder „Syrien in Farbe, 80er Jahre„. Weitere, spektakuläre Aufnahmen unseres Community-Mitglieds Schneckes sehen Sie auf seinem Profil. Und für Bilder von den unterschiedlichsten Kopfbedeckungen ist unser Fotoalbum „Hüte historisch“ genau das Richtige für Sie.

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