Schlagwort-Archiv: Paris

Belle de jour, 1964

Dass Paris die Stadt der Liebe ist, ist hinlänglich bekannt. Doch auch modisch hat Paris einiges zu bieten – nicht umsonst prägen französische Wörter wie Haute Couture oder prêt à porter die internationale Modeszene. Mit welcher Leichtigkeit und Nonchalance Französinnen ihre Kleidung tragen, erfuhr unser Community-Mitglied Hubertus Hierl am eigenen Leib, als er einen Ausflug nach Versailles machte. An wen ihn die elegante Schönheit erinnert, erzählt er uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

modisch gekleidete junge Frau vor dem Schloss zu Versailles

Belle de jour   © Hubertus Hierl

„Paris, Versailles, 1964: Ich befinde mich vor dem Schloß zu Versailles. Ununterbrochen streben Besuchermassen dem Schloss entgegen, um einmal den berühmten Spiegelsaal zu sehen. Da entdecke ich unter den Besuchern jene vornehme, elegant gekleidete Schönheit. Als sie zur Seite blickt, ihr Profil am besten zur Geltung kommt, drücke ich einmal auf den Auslöser meiner Kamera und halte diesen Augenblick für immer fest. Drei Jahre nach dieser Begegnung, 1967, dreht Luis Buñuel Belle de Jour mit Catherine Deneuve als Hauptdarstellerin Séverine. Wenn ich heute das Foto betrachte, meine ich, Catherine Deneuve zu sehen. Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Selbst das Kostüm könnte von Yves Saint Laurent stammen, der die Kostüme für den Film kreierte. Und dann kommt mir beim Betrachten des Bildes immer wieder in den Sinn, was Friedrich II. an Voltaire schrieb: ‚Der gute Geschmack hat seinen Sitz in Paris.'“

Weitere Impressionen aus der Stadt der Liebe (und Mode) gibt’s in unseren Fotoalben Mützen Historisch, Paris, 60er Jahre und Mode 60er Jahre. Auf unseren Pinnwänden auf Pinterest finden Sie außerdem Motive zu den Themen Paris, Jacken und Mäntel 40er-70er Jahre und Best of 60er Jahre.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

Moodboard: Paris

Mäntel, Kontraste und Touristen: Unser Moodboard zum Thema Paris der 60er Jahre   © Juergen, Hubertus Hierl

Ein trüber, regnerischer Tag im Paris der 60er Jahre. Der Tour Eiffel liegt wie ein Wachturm zwischen Marsfeld und Trocadéro, und Touristen streifen vereinzelt umher auf der Suche nach einem gemütlichen Café oder einer urigen Brasserie. Vor allem bei diesem ungemütlichen Winterwetter sind Jacken und Mäntel von essentieller Notwendigkeit, um dem Wind und Regen in der Stadt an der Seine zu trotzen. Eine Stadt, die von ihren Widersprüchen, ihren Kontrasten lebt, die an Tagen wie diesen besonders sichtbar werden.

Auf unserer Pinterest-Pinnwand „Paris“ finden Sie zusätzlich eine Sammlung der schönsten Motive.

Als Inspiration für Ihre kreativen Projekte stellen wir in unserer neuen Serie monatlich thematisch, farblich und konzeptuell aufeinander abgestimmte Moodboards zusammen. Entdecken Sie unsere Fotos in neuen, überraschenden Zusammenhängen und stöbern Sie in unseren ausgewählten Fotoalben nach Ihren Lieblingsbildern.

Das Mädchen mit der Perlenkette, 1964

In kaum einer anderen europäischen Stadt tummelten sich in den 60er Jahren so viele Existentialisten wie in Paris. Lässig rauchend im Café de Flore oder in einem der vielen Kellergewölbe am Rive Gauche. Was das schicke Mädchen mit der Perlenkette damit zu tun hat, erzählt uns Community-Mitglied Hubertus Hierl in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

Paris, Oktober 1964. Nachts unterwegs am linken Seineufer. Ein Jazzkeller in der Rue de la Huchette wird mir genannt. Der sei typisch. Dort trifft man junge Leute, hauptsächlich Studenten. Und dann treiben sich hier Existentialisten herum oder solche, die sich dafür halten. Spät in der Nacht bin ich vor Ort. Der Keller übervoll von jungen Leuten, Jazz wird gespielt, die Luft stickig, es wird viel geraucht. Und neben dem Bassisten entdecke ich eine begeisterte Jazz-Liebhaberin. Die Perlenkette, die sie trägt leuchtet in dem matten Lichtschein. In meiner Leica habe ich ein lichtstarkes Objektiv und einen hochempfindlichen Film. Bei einer Belichtungszeit von 1/15 sec drücke ich auf den Auslöser meiner Kamera.

Das Mädchen mit der Perlenkette   © Hubertus Hierl

„Paris, Oktober 1964. Nachts unterwegs am linken Seineufer. Ein Jazzkeller in der Rue de la Huchette wird mir genannt. Der sei typisch. Dort trifft man junge Leute, hauptsächlich Studenten. Und dann treiben sich hier Existentialisten herum oder solche, die sich dafür halten. Spät in der Nacht bin ich vor Ort. Der Keller übervoll mit jungen Leuten, Jazz wird gespielt, die Luft ist stickig, es wird viel geraucht. Und neben dem Bassisten entdecke ich eine begeisterte Jazz-Liebhaberin. Die Perlenkette, die sie trägt, leuchtet im matten Lichtschein. In meiner Leica habe ich ein lichtstarkes Objektiv und einen hochempfindlichen Film. Bei einer Belichtungszeit von 1/15 sec drücke ich auf den Auslöser meiner Kamera.“

 

 

 

Weitere Paris-Bilder finden Sie zum Beispiel auch in unseren Fotoalben Paris, 60er Jahre und Paris, 70er Jahre. Auch auf Pinterest ist die Stadt der Liebe mit unzähligen historischen Aufnahmen vertreten. Wenn Sie eher der modische Aspekt des Jahrzehnts interessiert, dann besuchen Sie doch unser Fotoalbum Mode, 60er Jahre.

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Im Café de Flore, 1964

Draußen im Café sitzen, die Seele baumeln lassen, Menschen beobachten und über das Leben philosophieren – gibt es einen noch schöneren Zeitvertreib bei diesen fast schon hochsommerlichen Temperaturen? Allerdings: Mit der Kamera auf die Jagd nach Berühmtheiten gehen, wie uns Community-Mitglied Hubertus Hierl in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt.

Junge Pariserin im Existentialistencafe Cafe de Flore in Paris„Paris 1964. Unterwegs im Quartier Latin am linken Seineufer. Man sagte mir, dass ich – wenn ich Glück habe – im Café de Flore vielleicht Juliette Gréco, die berühmte Chansonsängerin von Saint-Germain-des-Prés, antreffen könnte, vielleicht auch Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Ich gehe also den Boulevard Saint-Germain entlang zum Flore. In die Kamera setze ich ein lichtstarkes Objektiv ein und nehme einen hochempfindlichen Film. Bei einer Tasse Kaffee, die damals in diesem Hause noch erschwinglich war, warte ich – vergebens. Es ist schon dunkel, als ich das Flore verlasse. Draußen drehe ich mich noch einmal um, da entdecke ich durch das große Fenster – nein, nicht die Gréco -, aber eine jener echten oder vielleicht auch nur gespielten Existenzialistinnen, die damals zu Saint-Germain-des-Prés gehörten und in diesem Viertel zu Hause waren. Besondere Kennzeichen: lange, schwarze, glatte Haare, Rollkragenpullover, schwarze Hose, schwarzer Mantel. Ferner: blasses schmales Gesicht, auf den Lippen dieses sanfte Lächeln, Zigarette rauchend. Ich warte einen günstigen Moment ab und drücke dann auf den Auslöser meiner Kamera.“

Foto: Im Café de Flore © Hubertus Hierl

Wenn Sie auch Lust bekommen haben, im Café zu sitzen und Leute zu beobachten, dann stöbern Sie doch einfach in unseren Fotoalben Cafészenen 1919-1990, Cafés in Berlin 1900-1989 oder Cafés und Biergärten in München 1900-1989. Auf Pinterest finden Sie außerdem stimmungsvolle Pinnwände zu den Themen Licht und Schatten und Lebensfreude.

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Unsere Fotografen: keberlein

Ein Verkäufer der 'France Soir' in Paris. Eine Frau in einer Straße in Paris. An der Hauswand eine Reklametafel mit der Aufschrift 'SAINT-YORRE, BASSIN DE VICHY'. Wäscherinnen in Gardone Riviera waschen Wäsche im Gardasee. Ein älterer Herr sitzt auf einer Treppe in Italien und pausiert. Blick auf eine Tram 'Gare du Nord' 4042 in Paris. Kinder auf einem Karussell in Paris. Marktgeschehen in Italien. Ein Mann schläft auf einem Boot in Italien. Blick auf einen Hafen in Griechenland Ein Mädchen mit Luftballons auf einem Kinderfest in Deutschland. Gefälltes Holz liegt am Waldrand während der Treibjagd in Deutschland. Ein Mann sitzt in einer Pferdekutsche und schläft in Paris. Kinder lassen im Jardin de Tuileries Spielzeug-Segelschiffe fahren. Ein Fischer in Italien und lehnt sich über ein Boot zum Wasser hin. Zwei Bäuerinnen bei der Tomatenernte in Italien. Ein Mann besteigt die Treppe zum Friedensengel in München. Im Hintergrund zwei Frauen die lange Schatten werfen. Portraitaufnahme von einem kleinen Kind mit Puppen und Kuscheltieren

Die Schönheit des Alltags: Mit einem besonderen Blick auf gewöhnliche Situationen fotografierte Timeline-Mitglied keberlein Menschen in ganz Europa

Seine Bilder erinnern ein wenig an den Pionier der Straßenfotografie Henri Cartier-Bresson. Keberlein hat ein Talent dafür, den „entscheidenden Augenblick“, wie der Meister ihn einst nannte, festzuhalten. Begonnen hat sein fotografischer Werdegang sehr bescheiden. „Ich bin 1941 in München geboren. Die Plattenkamera, die ich geschenkt bekam, war meine erste,“ erzählt er uns. „Ab 1959 war ich Lehrling in einer Druckerei, als Chromolithograf.“ Weiterlesen…

Hundefriedhof in Neuilly

Kurioses – Letzte Ruhe für Vierbeiner

Im digitalen Zeitalter häufen sich die Mitteilungen über enthusiastische Tierfreunde, die ihre vierbeinigen Freunde in Sozialen Netzwerken anmelden und dort ein virtuelles Leben führen lassen. Der Beweis, wie weit Tierliebe gehen kann, wurde allerdings schon vor 60 Jahren erbracht: mit der Einrichtung eines Hundefriedhofs bei Paris. Dort konnten Zweibeiner ihren tierischen Freund über sein irdisches Dasein hinaus pflegen und verwöhnen. Unser heutiges Fundstück aus der Münchner Illustrierten Nr. 18 vom 30. April 1955 zeigt den Hundefriedhof in Neuilly, einem Vorort von Paris, in dem bereits in den Fünfzigern die sterblichen Überreste der haarigen Lieblinge zur ewigen Ruhe gebettet wurden.

„Zu Stein erstarrt stehen in Neuilly, einem Vorort von Paris, Hundefiguren aller Rassen über geschmückten Gräbern. Es sind Denkmäler der Dankbarkeit, die Menschen ihren toten vierbeinigen Freunden setzten. Denn hier, in Neuilly, befindet sich der Tierfriedhof von Paris.“ „Das Zeremoniell einer Beerdigung am Hundefriedhof ist nicht großartig. Aber die Liebe, mit denen die „trauernden Hinterbliebenen“ an ihren toten Vierbeinern hängen, ist erschütternd.“
„Familientrauer am Grab des jüngst verstorbenen Lieblings. Er war zu Lebzeiten verhätschelter Mittelpunkt der Familie und bleibt es auch nach seinem Tod.“ „In Stein gemeißelte Nekrologe, rührend und zugleich unheimlich den Inschriften auf Menschenfriedhöfen ähnlich, erzählen in kurzen Worten über den unvergesslichen Hund, der hier begraben liegt.“


Fotos: Kurt Schraudenbach
© Münchner Illustrierte 1955

Für die wesentlich erfreulicheren Bilder lebender Hunde sei allen Tierfreunden unser Fotoalbum Hunde ans Herz gelegt. Mit Bildern von brautjung, Dillo, sommerkind, TanteLuise, xingxeng, Youlia, Timeline Classics und SZ Photocollection.

"Freunde", © Timeline Images / TanteLuise

Haben Sie Interesse an weiteren Artikeln aus den 50er Jahren? In unserer Rubrik Fundstücke, zeigen wir Ihnen in regelmäßigen Abständen Schmankerl aus den Themenbereichen Kultur, Sport, Mode & Schönheit, Stars & Adel und Alltag. Bis zum nächsten Fundstück! Es grüßt Sie Ihr Timeline Images Team