Nach den Monaten, in denen wir höchstens auf Balkonien Urlaub machen konnten, spürt man das Fernweh nun immer mehr. Eine Reise, wie sie unser Timeline-User Raigro in den späten 70er Jahren erlebt hat, ist daher nur Bestandteil kühnster Abenteurerträume. In unserem Blog hat Raigro bereits von seinem Roadtrip nach Marokko 1969 berichtet, acht Jahre später zog es ihn und einen Freund mit einem VW-Golf in die Sahara. In unserer aktuellen Geschichte zum Bild berichtet er von Abenteuern in den Maghreb-Staaten Tunesien, Algerien und Marokko und was er auf seiner Reise alles erlebt hat.

Unser VW Golf in einer Palmenoase beim Berberort Matmata, TunesienJunger Mann duscht sich bei Soldaten am Rande der Salzwüste Chott el-Jerid, Tunesienantikes römisches Amphitheater bei Gabes, TunesienHöhlenwohnungen im Berberort Matmata, TunesienUnser VW Golf steckt im Salzschlamm in der Salzwüste Chott el-Jerid, TunesienDer VW Golf muss in die Werkstatt in Touzeur, TunesienMann mit Esel beim Berberort Matmata, TunesienTypische Kuppeldach-Gebäude in El Qued, AlgerienEinheimische am Markt in El Qued, AlgerienWilde Esel bei El Golea, AlgerienKamelmarkt in El Qued, AlgerienOase und Sanddünen im westlichen Großen Erg (Sandwüste), AlgerienWasserverteiler in der Oase, Timmimoun, AlgerienMarabut in einer Palmenoase beim Berberort Matmata, TunesienUnser VW Golf und Sanddünen im westlichen Großen Erg (Sandwüste), AlgerienEinheimische am Markt der Oasenstadt Ghardaia, AlgerienEinheimische am Markt der Oasenstadt Ghardaia, AlgerienStromtrasse neben der Piste durch den östlichen Großen Erg (Sandwüste), AlgerienAuf der Straße der Kasbahs, MarokkoMenschen an einem Brunnen, Auf der Straße der Kasbahs, MarokkoBlick vom Dachrestaurant auf den Gauklerplatz in Marrakesch, MarokkoGefärbte Wolle in den Souks von Marrakesch, MarokkoSchlangenbeschwörer auf dem Gauklerplatz in Marrakesch, MarokkoRömische Tempel in Mouley Idris, MarokkoFellgerberei in den Souks von Fes, MarokkoAlter Mann mit Fes auf dem Melonenmarkt in Gabes, TunesienAuf dem Campingplatz in Florenz, Toskana, Italien

„Im August 1977 war ich mit meinem Freund Helmut in seinem Golf für knapp fünf Wochen in Nordafrika unterwegs. Von München ging es durch ganz Italien bis nach Trapani auf Sizilien, und von dort mit der Fähre nach Tunis. Von Tunis fuhren wir über Sousse nach Gabès im Süden, denn wir wollten in die Wüste und nicht zum Baden an die Küste. Wir besuchten die Höhlenwohnungen bei Matmata, bevor wir gen Westen Richtung Tozeur aufbrachen.

Bei Kebili beginnt die Piste durch die Salzwüste Chott el Djerid, die wir unbedingt durchqueren wollten. An einer feuchten, durch tiefe Reifenspuren unpassierbar erscheinenden Stelle, beschlossen wir, diese Stelle neben der Piste zu umfahren – das war ein Fehler. Schnell steckte unser Golf tief im Salzschlamm fest. Zu zweit hatten wir keine Chance, den Wagen frei zu bekommen. Nach schweißtreibenden, aber vergeblichen Versuchen kam nach zwei Stunden endlich Rettung. Mit einem Jeep, Abschleppseil und vier kräftigen Männern gelang es, unseren Golf wieder auf die Piste zu bekommen. Als wir das Chott durchquert hatten, sahen wir eine Art Kaserne, wo einige Soldaten sich im Freien mit einem Schlauch zur Kühlung abspritzten. Verschwitzt wie wir beide aussahen, mit Salzkrusten an den Beinen, ließen uns die Soldaten bereitwillig und gerne auch eine kühle Dusche mit dem Schlauch nehmen.

Am Abend in Tozeur sahen wir unseren Golf etwas genauer an. Die Achsmanschette am linken Vorderrad war angerissen, was nicht so gut war, da wir mit viel sandigen Strecken rechnen mussten. Am nächsten Tag suchten und fanden wir eine Werkstatt in Tozeur, aber wie zu erwarten war, hatten sie keine passende Manschette. Der Chef der Werkstatt schlug vor, die Manschette zu nähen, damit möglichst kein Sand an die Achse kommt. Keine überzeugende Lösung, aber bevor wir mit der angerissenen und offenen Manschette weiterfahren, ließen wir die Näharbeiten durchführen. Um es vorweg zu nehmen, die Naht hielt nur ein paar Tage.

Weiter ging es über Nefta und den Grenzübergang bei Hazoua nach Algerien. In El Oued gönnten wir uns nach mehreren Nächten im Zelt erstmals ein Hotel. Jetzt waren wir praktisch schon am Nordrand der Sahara, denn südlich der Stadt beginnen die gewaltigen Sanddünen des Großen östlichen Erg (Grand Erg Oriental). Algerien war auch damals schon wenig touristisch, verglichen mit Tunesien und Marokko, und uns erwartete Orient pur. Ghardaia, El Golea und Timimoun faszinierten uns mit Märkten, Souks und unterschiedlichen Baustilen. El Oued ist die Stadt der 1000 Kuppeln, Ghardaia hat die Wehrtürme der Mozabiten und in Timimoun dominiert ein sudanesischer Baustil. Am Rande des Großen westlichen Erg besuchten wir die für ihre Schwenkbrunnen bekannte Oase Kerzaz, bevor es nach Béchar zu dem kleinen Grenzübergang nach Marokko bei Figuig ging.

Auf der sogenannten Straße der Kasbahs fuhren wir von Errachidia (damals noch Ksar Es-Souk), Zagora, Ouarzazate, über den Tizi n’Test Pass nach Marrakesch. Marrakesch war auch damals schon eine touristische Stadt, mit dem berühmten Gauklermarkt, den vielen Moscheen und den Souks. Besonders beliebt waren auch die Dachterrassen verschiedener Restaurants um den Djemaa el Fna, dem zentralen Platz. Von Marrakesch fuhren wir nach Norden, besuchten noch die Königsstadt Fès mit den bunten Souks und den berühmten Gerbereien, bevor es nach Ceuta zur Fähre ging.

Zurück in Europa, hatten wir wenig Zeit für die Mittelmeerküste, und nur in dem damals schon hässlichen Benidorm besuchten wir einen Stierkampf. Eine knappe Woche brauchten wir, um durch Spanien, Frankreich und die Schweiz nach Hause zu fahren.“

Alle Bilder von Raigros Roadtrip durch den Maghreb im Jahre 1977 finden Sie in unserer Datenbank. Auf Pinterest haben wir außerdem die schönsten Bilder zum Thema Maghreb in den 70er Jahren für Sie zusammengestellt.

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Auf Reisen in den 60ern: Maghreb

Ein Bauer mit einem Kasten voller Hühner auf dem Weg zum Markt.Schneider mit Nähmaschinen in einem Souk in Salé.Gedeckte Basarstraße mit Textilhändlern in Safi.Ein Mann in Unterhemd schmiedet Kupfer in einer Werkstatt in den Souks von Marrakesch.Töpferwarengeschäfte in einer Arkade in Safi.Ein Mann verkauft Silberschmiedarbeiten an eine Frau in einem Geschäft in den Souks in der Medina (Altstadt) von Fes.Frauen und Kinder sitzen vor einer Mauer gegenüber der Oase von Nefta.Frauen bei der Hausarbeit auf dem Hof in einem Harem.Eine junge und eine alet Marokkanerin mit Henna-Schminke auf einer Straße in Tanger.Menschen in Essaouira feiern, weil der "Kapitän der Armee" einen Sohn bekommen hat.Menschen bilden Kreise auf dem zentralen Marktplatz Djemaa el Fna in Marrakesch.Männer sitzen in der mit bunten Fliesen ausgekleideten Synagoge Hara Sghira in Djerba.Muslimische Pilger sitzen auf Teppichen im Schatten vor der Barbiermoschee.Frauen mit Kopftüchern und ein Kind zwischen den Säulen der Vorhalle der Barbiermoschee in Kairouan.Betende Muslime im Innenhof der Karauin-Moschee in Fes.Das Ortsschild Neftas an der Straße vor der Stadt.Marokkanische Reiter während einer Vorführung in Fantasia in Qualidia.Ein Mann steht vor einem seiner rastenden Kamele in der Wüste unmittelbar vor Tozeur.Männer lassen ihre Esel am Ufer des Sebou Flusses in Souk es Sebt trinken.Ein europäischer Tourist posiert mit zwei afrikanischen Männern vor einer Oase in Tozeur.Männer und Frauen schöpfen Wasser aus einem Brunnen in der Wüste, um sich und ihre Tiere versorgen zu können.Eine Frau mit rotem Kleid betrachtet eine Oase in der Ferne.

Im vorletzten Beitrag unserer Serie „Auf Reisen in den 60ern“ geht es an den Ort der untergehenden Sonne: den Maghreb. Händler, die auf der Straße ihre Waren anbieten, Frauen, die in Haremsdörfern zusammenleben, Menschenmassen, die Feste feiern, Religiöse, die in Synagogen oder Moscheen beten und Beduinen, die neugierige Touristen durch die Wüste führen all diese unterschiedlichen Aspekte des Lebens im Marokko und Tunesien der 60er Jahre hielten unsere Community-Mitglieder auf ihren Reisen fest.

Marokko, 60er Jahre

Tunesien, 60er Jahre

Probieren Sie türkische Sesamkringel in Istanbul, schlendern Sie im Mercat de la Boqueria in Barcelona oder erleben Sie die pure Natur in den Weiten Skandinaviens. In unserer Serie “Auf Reisen in den 60ern” stellen wir Ihnen in regelmäßigen Abständen Reiseziele vor, die unsere Community-Mitglieder in den 60er Jahren besucht haben. Im letzten Teil unserer Reise überqueren wir den Atlantik und sehen, was das New York der 60er Jahre so zu bieten hatte.

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