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Kleines M├Ądchen in Zinkbadewanne, 1953

Heute allt├Ągliche Normalit├Ąt, damals nicht existent: Warmes Wasser aus der Leitung. Um zu baden, musste man erst einmal Wasser mit dem Kohleherd zum Kochen bringen und die Temperatur dann durch Zusch├╝tten regeln. Ein zeitintensives Unterfangen! Wie das in Ihrer Familie vonstatten ging, erz├Ąhlt uns unsere Fotografin Silke Kruse in der aktuellen Geschichte zum Bild. P.S.: Sie ver├Âffentlichte dieses Foto ├╝brigens schon in ihrem Buch ├╝ber die 50er Jahre „Und doch war vieles ganz anders“.

Szene in einfacher Wohnungsk├╝che Anfang der 50er-Jahre. 6-j├Ąhriges M├Ądchen sitzt in Zinkbadewanne, daneben seine Mutter. Einfachste K├╝chenausstattung mit Kohleherd - so wie damals h├Ąufig.

Kleines M├Ądchen in Zinkbadewanne, 1953   ┬ę Silke Kruse

„Das Bild hat mein inzwischen verstorbener Vater am 9. Januar 1953 aufgenommen (so genau hat er im Fotoalbum ‚Buch gef├╝hrt‘). Abgebildet bin ich als 6-j├Ąhriges Kind sowie meine inzwischen verstorbene Mutter. Zu den traditionellen Regelm├Ą├čigkeiten der Nachkriegszeit geh├Ârte auch im zerst├Ârten Hamburg das ‚Bad am Sonnabend‘. Weil es in vielen Haushalten kein Badezimmer gab, wurde in der ohnehin engen und karg ausgestatteten K├╝che der Esstisch an die Seite ger├╝ckt und an seine Stelle eine Zinkwanne auf zwei kr├Ąftige Hocker gestellt. So wie auf unserem Foto aus dem Jahre 1953 sah es damals vielfach in Hamburg aus. Im Mittelpunkt stand der klassische Kohleherd. Wenn das Feuer brannte, hatte man immer warmes Wasser zur Verf├╝gung. Mit einem Feuerhaken konnte man einzelne Eisenringe ├╝ber der Kochstelle herausnehmen, so dass verschieden gro├če Eisent├Âpfe direkt ├╝ber der Flamme standen. Damit konnte dann die W├Ąrme besser genutzt werden. Die Wanne wurde dann mit dem auf dem Kohleherd erhitzten Wasser gef├╝llt, das man durch das Zusch├╝tten auf die richtige Temperatur brachte. Warmes Wasser aus der Leitung gab es nicht. Klar, dass man deshalb mit dem Wasser sparsam umging. So kam ein Kind nach dem anderen in dasselbe Wasser. Manchmal ging es auch gemeinsam in die Wanne. Das machte Spa├č! Geweint wurde dann allerdings beim Haarewaschen, wenn das Seifenwasser durch den vor die Augen erhaltenen Waschlappen drang und brannte. Gewaschen wurde n├Ąmlich mit Kernseife. Erst wenn die Kinder dann im Bett waren, war die Mutter dran. Die Kinder durften sie ja nicht nackt sehen. Das war in Hamburg nicht anders als im ├╝brigen Deutschland.“

Auf unserer Website haben wir f├╝r Sie ein Fotoalbum mit Bildern aus dem Jahr 1953 zusammengestellt. Au├čerdem finden Sie auf unserer Pinterest-Pinnwand Best of 50er Jahre die sch├Ânsten Motive aus dem Nachkriegsjahrzehnt.

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