Ob Fasching oder nicht, in die „Schwabinger 7“ gehen die Münchnerinnen und Münchner auch heute noch – wenn denn keine Ausgangsbeschränkungen vorherrschen und das öffentliche Leben stillstehen würde. Unser Timeline-User Hubertus Hierl erzählt uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild von einem Abend im Februar 1962 in der Kultbar „Schwabinger 7“, die seit über einem halben Jahrhundert existiert. Einmal ist sie Opfer einer städtebaulichen Erweiterung geworden und musste umziehen, was überregional zu Protesten geführt hatte. Später wurde unter ihrem langjährigen Standort eine Fliegerbombe gefunden und mit einem großen Knall entschärft. In der Nachkriegszeit errichtet, werden sich hoffentlich noch viele Menschen nach uns Geschichten von durchzechten Nächten in der einst berüchtigtesten Bar Münchens erzählen.

Ein junges Barmädchen mit Zigarette in der Kultkneipe Schwabinger 7 in München.

Barmädchen in der Schwabinger 7, 1962 © Hubertus Hierl

„Spät in der Nacht führt uns der Weg noch in die Schwabinger 7, eine echte Schwabinger Institution. Es gibt sie heute noch. Alle hat sie überlebt. In Kürze (Juli 2011) kommen allerdings die Bagger – und Schwabing ist wieder um eine Legende ärmer. Der kleine Raum in dieser Baracke übervoll, übervoll auch mit Rauch, die Wände schwarz, mit Graffi übersät, das Licht kommt von Kerzen, die in Whiskyflaschen der Marke Vat 69 stecken. An der winzigen Bar entdecke ich dieses junge blonde Barmädchen mit einem Strohhut auf dem Kopf, Zigarette rauchend – vermutlich eine Studentin. Sie ist mit einem Foto einverstanden. Das spärliche Licht kommt von einer Kerze. Bei offener Blende und 1/15 Sekunde drücke ich auf den Auslöser meiner Leica.“

Alle Bilder von Hubertus Hierl finden Sie in unserer Datenbank. Auf unserer Website können Sie in noch mehr Bildern von Cafés und Biergärten in München stöbern.

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Am heutigen Faschingsdienstag kommen wir natürlich nicht darum herum, Ihnen eine närrisch angehauchte Geschichte zum Bild zu erzählen. Timeline-Fotograf HRath (4. von links) teilt seine Karneval-Kindheitserinnerungen mit uns und gibt einen klitzekleinen Einblick, wie er und seine Freunde das Feiern der 5. Jahreszeit im München nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt haben.

Verkleidete Kinder feiern Fasching in München.

Kinderfasching in München, um 1949   © HRath

„Die Hose von meinem Faschingskostüm nähte meine Mutter aus einem alten Kartoffelsack. Wir kletterten über die Ruinen und suchten die Keller nach interessanten Gegenständen ab. Einmal wurden meine Freunde und ich von drei uniformierten Amerikanern angesprochen. Die Soldaten filmten uns in den Ruinen für die amerikanische Wochenschau und schenkten uns drei Tafeln Schokolade.“

In unserem Fotoalbum Fasching und Karneval gibt’s noch mehr Aufnahmen von Jecken und Narren. Und wenn Sie sich für die Verkleidungsgewohnheiten vor dem Zweiten Weltkrieg interessieren, dann werfen Sie doch mal einen Blick in unser Album Fasching, 30er Jahre.

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Mädchen im Kostüm, 1953

Es dauert nicht mehr lang, und verkleidete Feierwütige ziehen wieder durch die Straßen, um vor der Fastenzeit noch einmal so richtig ausgelassen zu feiern. Das Outfit von Ursula Schoierer ist zwar kein Faschingskostüm im klassischen Sinne  dennoch präsentiert sie ihr selbstgemachtes „G’wand“ voller Stolz und mit dem Wissen, dass sie etwas ganz besonderes trägt. In unserer Geschichte zum Bild im Februar berichtet uns Frau Schoierer, die uns im Rahmen des Fotoaufrufs „Nachkriegsbayern“ dieses Bild zugeschickt hat, wie sie zu ihren ersten nachhaltigen Kleidungsstücken kam.

„Dieses ‚Kostümchen‘ das ich auf dem Foto anhabe, war offensichtlich das einzig ‚g’scheide G’wand‘. Großmutter und Mutter hatten die Jacke vorausschauend sehr groß gestrickt, sie sollte die nächsten Jahre immer noch passen. Der Rock dagegen fing kurz an – die oberste Runde waren Schmetterlinge, dann im nächsten Jahr eine Runde Blumen, so ging es jedes Jahr weiter mit Marienkäfern, Fliegenpilzen und Herzerl.“

Foto: Mädchen in Kostüm, um 1953 © USchoierer

Als Einstimmung auf die fünfte Jahreszeit finden Sie in unserem Fotoalbum weitere Bilder von kostümierten Karnevalisten.

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Eine Faschingshochburg war München noch nie, aber dennoch werden auch in der bayerischen Landeshauptstadt in der närrischen Zeit einige Traditionen gepflegt – wie der Tanz der Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt. Jedes Jahr am Faschingsdienstag verkleiden sich die Marktverkäuferinnen und führen ihre Tänze unter großem Besucherandrang zwischen den Ständen auf. Ihre Aufnahme zweier Marktfrauen aus dem Jahr 1953 erinnert Timeline-Userin Benda an die Verwurzelung dieses Brauchs in ihrer Familie – unsere Geschichte zum Bild im Februar.

„Früher ohne Tanzkurs, der heute ab Herbst stattfindet. Einige Musikanten gingen gegen Bezahlung von Stand zu Stand und spielten zum Tanz auf. Die Standlfrauen forderten dazu Zuschauer und auch Kunden auf. Meine Oma war 49 Jahre als Standlfrau auf dem Viktualienmarkt. Ab den Weihnachtsfeiertagen bastelte sie sich das ‚Kostüm‘ jedes Jahr ein bisschen anders. Mein Opa fuhr sie am Faschingsdienstag morgens hin und holte sie nachmittags wieder ab. Er war Faschingsmuffel. Am Nachmittag holte sie das Flughafen-Restaurant in Riem von zu Hause ab. Dort sorgte Oma weiter für die Stimmung der Gäste.“

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Fasching in München, 1953

Die närrischen Tage des Jahres 2015 sind in vollem Gange. Ein Grund zurückzublicken auf historisches Faschingstreiben in München – mit einem Bild unseres Users MBLS und seiner Geschichte.

Die Spuren der Zerstörung durch die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg waren noch sichtbar, die Menschen aber blickten wieder zuversichtlich in die Zukunft. Auf dem Marienplatz versammelten sich die Münchener im Februar 1953 um ausgelassen Fasching zu feiern. Timeline-Mitglied MBLS knipste dabei dieses Foto und schwelgt in Erinnerungen:

Fasching am Marienplatz 1953„Fröhliche Menschenmenge, die auch die Mariensäule vereinnahmt hat. Hinten die Türme der Frauenkirche, rechts der schon wieder hergestellte Teil der Rathausfassade. Über den Trümmern vom ‚Donisl‘ konnte man damals bis zum Dach der Frauenkirche schauen. Im Keller des zerstörten Traditionslokals wurde bereits wieder Bier ausgeschenkt. Ich (18) war dort, eine offenbar ausgebildete Sängerin sang für Bier wehmütig ein Liebeslied.“

Fasching am Marienplatz 1953
© MBLS
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Faschingsvergnügen

Fasching: Kostüme selbst gemacht

KarnevalDer Fasching steht vor der Tür! Und damit beginnt wie jedes Jahr die Jagd auf ein passendes Kostüm. Ob Cowboy, Pirat oder Clown – eine originelle Verkleidung gibt es für Jedermann. Wer dabei nicht viel Geld ausgeben will, kommt oft mit nur wenigen Handgriffen zu einer selbstgebastelten Maskerade. Das war auch in den 50er Jahren nicht anders. Einige der Ideen, wie man mit kleinen Mitteln große Wirkung erzielen kann, zeigt unser Fundstück aus dem Jahr 1957 in Bildern des Fotografen Kurt Schraudenbach. Und vielleicht ist ja sogar ein Tipp für den ein oder anderen modernen Narren dabei.

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Die Gewinner des Fotowettbewerbs „Feierlaune“, die in der Jurysitzung prämiert wurden, erzählen der gesamten Community die persönliche Geschichte zu Ihrem „Party-Bild“.

Die Geschichte zum Siegerbild „Faschingsfeier in Starnberg“ von Dillo:

Mein Vater war in den 60igern Lehrer an einem privaten Jungeninternat am Starnberger See. Das Bild ist von einer dortigen Faschingsfeier.

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Jurysitzung „Feierlaune“

Die Gewinner unseres Fotowettbewerbs stehen fest! Am 26. März 2012 tagte eine Fachjury im Verlagsgebäude in München  um die drei besten Bilder des Fotowettbewerbs „Feierlaune“ zu prämieren. Die Entscheidung fiel diesmal besonders schwer, da einerseits sehr viele ähnliche Bilder eingerecht wurden, auf der anderen Seite bekamen wir ganze Bilderserien zugeschickt. Es wurde lange diskutiert, ob es eine Möglichkeit gibt, die Serien als Ganzes zu bewerten. Am Ende war sich die Jury bei der Wahl der drei Siegerfotos einig. Gewonnen hat das Motiv „Faschingsfeier in Starnberg, 1965“ von unserem user „Dillo“. Beim zweiten Preis haben wir zum ersten Mal eine ganze Bilderserie prämiert, statt eines einzelnen Fotos. Es ist die Serie von „Hubertus Hierl“, die wir „Schwabing“ nannten. Alle Aufnahmen entstanden zwischen 1962 und 1964 in Schwabing. Den dritten Preis erhält das Foto „Abschiedskonzert, 1959“ von „Thudichum“ das auch ohne die mitgeschickte Geschichte, eine tolle Bildsprache besitzt. Bei allen drei Fotos wurde das Thema „Feierlaune“ sehr gut umgesetzt,

Freuen Sie sich mit uns für die Gewinner unseres Fotowettbewerbs „Feierlaune“:

1. Preis

Faschingsfeier in Starnberg

Dillo

2. Preis

In der Schwabinger 7

Hubertus Hierl

Bilderserie Schwabing

3. Preis

Abschiedskonzert

Thudichum

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Fasching – Das Gaudi-Kostüm

Alltag – Bastrock oder Bierdimpfl-Maske?

Die Faschings Saison ist eröffnet. Kostümverleiher und Warenhäuser voll bunter Illusionen sind für den Ansturm der Narren gerüstet. Am wenigsten Arbeit haben Leihhäuser mit den Jungen, die echte Bereitschaft zur „Gaudi“ mitbringen. Weil ihre Verkleidung nur dekorativ sein soll und nichts darstellen muss, genügt für ihre Wünsche die Flickenkiste vom Speicher. Die besten Kunden aber sind diejenigen, die glauben, sich mit ihrem Faschingskostüm beeilen zu müssen und die jeden Preis zahlen für ein Outfit, das man mit einfachen Mitteln selbst machen kann. Holen Sie sich mit unserem Fundstück aus der Münchner Illustrierten Nr. 3 vom 17. Januar 1953 Anregungen für Ihr eigenes Faschingskostüm.  Weiterlesen

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