Schlagwort-Archiv: Ausstellung

Ausstellung – Resozialisierung eines Gammlers

Portrait einer jungen Schwabingerin mit Mantel in M├╝nchen.

Junge Schwabingerin, 1963 ┬ę Hubertus Hierl

1967 war im M├╝nchner Stadtteil Schwabing die Aufregung gro├č: Ein zotteliger, dreckiger Mann sollte im damals frisch er├Âffneten Lokal „Drugstore“ gewaschen und aufgeh├╝bscht werden. Durch diese Werbeaktion, bekannt geworden als „Resozialisierung eines Gammlers“, zog das „Drugstore“ mehr als 3000 Menschen an: unter ihnen Community-Mitglied Hubertus Hierl, der sofort seine Kamera schnappte und drauflos fotografierte. Seine Aufnahmen, die bis auf weiteres im neu er├Âffneten Drugstore in der Feilitzschstra├če 12 in M├╝nchen ausgestellt sind, gew├Ąhren einen eindrucksvollen Einblick in die Schwabinger Jugendkultur der sechziger Jahre.

 

Ein junger K├╝nstler beim malen auf einer Bank in M├╝nchen.

K├╝nstler auf einer Bank, 1964 ┬ę Hubertus Hierl

 

In dem heute erschienenen Artikel „Die Lust am L├╝mmeln“ in der S├╝ddeutschen Zeitung M├╝nchen und der dazugeh├Ârigen Bilderstrecke auf sz.de kann man unschwer erkennen, dass Hubertus Hierl am liebsten Menschen portr├Ątierte. Die meisten seiner Aufnahmen entstanden tats├Ąchlich in den Sechzigern, in denen er zum Beispiel Prag bereiste und als freier Fotograf Fotos f├╝r diverse Zeitungen und Zeitschriften machte. Als die Jugendbewegung Ende der sechziger Jahre aufkam, weckte die Freiheitsliebe und der Individualismus der jungen Menschen sein k├╝nstlerisches Interesse. Seine Fotografien sind Bestandsaufnahmen einer Zeit, in der der Mief der Nachkriegsjahre endg├╝ltig abgelegt wurde und alternative Lebensentw├╝rfe eine neue Gesellschaftsordnung begr├╝ndeten.

 

Wenn Sie sich f├╝r weitere Bilder unseres Community-Mitglieds Hubertus Hierl interessieren, dann st├Âbern Sie doch einfach in seinem Bestand auf Timeline Images. In unserem Blogbeitrag „Unsere Fotografen: Hubertus Hierl“ erfahren Sie au├čerdem mehr ├╝ber seinen fotografischen Hintergrund. Wenn Sie gerne in alten Zeiten schwelgen und das 68er-Gef├╝hl noch einmal Revue passieren lassen m├Âchten, dann finden Sie in unserem Archiv weitere zahlreiche Bilder aus den sechziger Jahren.

Ausstellung – Das bedrohte Paradies

Fr├╝he Kunstfotografie von Heinrich K├╝hn

zu_Heinrich K├╝hn_Presse_FotoDie Farbfotografie erlebte bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine erste Bl├╝tezeit. Zu den Pionieren der Fotografie in Deutschland geh├Ârte neben Alfred Stieglitz und Edward Steichen der Fotok├╝nstler Heinrich K├╝hn. Zusammen erprobten sie 1907 das Autochrom-Verfahren, bei dem Farbfotos mit einer einzigen Aufnahme erstellt werden. Die Magie dieser fr├╝hen Fotografien wird nun durch das Ausstellungs- und Filmprojekt „Das bedrohte Paradies“ erschlossen. Die Autochrom-Fotos von Heinrich K├╝hn, die sein Hauptwerk darstellen, lagerten bisher in Archiven und werden nun erstmals als originalgetreue Glasprints ausgestellt.

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Ausstellung: Der Erste Weltkrieg

Der Gefangenenaustausch von Isabella

Gefangenenaustausch 1918

Foto unseres Users in der Wanderausstellung der Landeszentrale f├╝r politische Bildung zum Ersten Weltkrieg
Von 1914 – 1918 w├╝tete der Krieg ├╝ber vier Jahre lang und hinterlie├č Verheerungen und Opferzahlen in bis dahin ungekanntem Ausma├č. Die Menschen waren in vielerlei Hinsicht Grenzerfahrungen ausgesetzt. Zur├╝ck blieb eine „verlorene Generation“, traumatisiert durch die „Kriegserlebnisse“ im Sch├╝tzengraben, konfrontiert mit Leid, Verlust und Elend auch an der „Heimatfront“. Das Foto „Gefangenenaustausch“ unseres Users Isabella ist Teil dieser Ausstellung. Es zeigt, wie ein im Austausch gegen franz├Âsische Gefangene zur├╝ckgekehrter Soldat 1918 mit Blumen empfangen wird.

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Ausstellung

Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg

Russische_Familie_191364

Noch bis zum 28. Februar 2010 ist im M├╝nchner Stadtmuseum die Sonderausstellung Fremde im Visier – Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen.
Die auf einem Forschungsprojekt der Universit├Ąten Oldenbourg und Jena basierende Ausstellung zeigt Originalalben, Schwarz-Wei├č-Reproduktionen, Dia- und Filmprojektionen sowie Interviews mit drei Amateurfotografen.

Zu sehen sind rund 150 Fotoalben aus dem Privatbesitz┬á ehemaliger Wehrmachtssoldaten oder deren Angeh├Ârigen. Erg├Ąnzt werden sie durch Knipserfotos und Fotoalben der Sammlung Fotografie des M├╝nchner Stadtmuseums. Die unterschiedlichen Quellen ergeben eine sehr individuelle und ganz private Bildgeschichte des Zweiten Welkriegs.┬á Im Gegensatz zu Propagandabildern zeigen diese Amateurfotos den subjektiven Blick deutscher Soldaten auf fremde Menschen, Landschaften und Kulturdenkmale in den besetzten L├Ąndern.

F├╝r Interessierte, die nicht vor Ort sein k├Ânnen, sind zwei gleichnamige Publikationen erh├Ąltlich. Weitergehende Infos zur Ausstellung sowie zum Forschungsprojekt finden sich auf den Seiten des M├╝nchner Stadtmuseums.