Ein kleiner Junge, der einen Teppich knüpft und ein kleines Mädchen, das ihm dabei zusieht ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten? Wohl kaum, denn auch heute noch ist Kinderarbeit in Pakistan und in vielen anderen Ländern der Welt traurige Realität. Die Frage, ob man durch seine Konsumentscheidung die Arbeiter und ihre Familien finanziell unterstützt oder dafür sorgt, dass das System bestehen bleibt, kann wohl jeder nur für sich selbst beantworten. Als unser Timeline-Fotograf Schneckes sich einen handgeknüpften Teppich als Erinnerungsstück kaufte, hoffte er zumindest, dass der Junge für seine harte Arbeit „auch ein paar Pfennige abbekommen“ hat wie er uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt.

Ein Junge knüpft einen Teppich. Die kleine Schwester schaut ihm dabei zu.

Pakistanischer Junge beim Teppichknüpfen, 1975 © Schneckes

„Von meiner Pakistanreise wollte ich unbedingt einen handgeknüpften Teppich mitbringen. So führte mich mein pakistanischer Freund in Gujranwala zu einer Teppichknüpferei. Der Besitzer begrüßte uns in einem ansehnlichen Haus und erklärte mir bei Tee und süßem Gebäck die Kunst des Teppichknüpfens. Dann führte er uns zu seiner „Manufaktur“. Welch ein Gegensatz zu seiner Wohnung! Der staubige, sandige Hof hatte an einer Seite nur ein Dach, dies war die Arbeitsstätte. Darunter standen die sieben Knüpfstühle. Es war trotz der gleißenden Sonne recht duster. Hinter jedem Knüpfstuhl saß ein Junge, der an den straffgespannten Kettfäden die farbige Wolle knotete, dann mit einer Sichel die Fäden trennte und mit einem Schlegel die Knoten festschlug. Der Knüpfer am letzten der hintereinander stehenden Stühle war wohl der Capo. Er hatte ein Blatt, auf dem die Knüpfanleitung stand. In einem Singsang wies er die vor ihm Arbeitenden an, was sie knüpfen sollten: ‚Zweimal Rot, viermal blau‘. Stolz meinte der Besitzer, dass er so nur einen Arbeiter brauchte, der lesen konnte. Außerdem könnten die Jüngeren mit ihren kleinen Händen viel geschickter knüpfen. Ich habe mir dann einen Teppich ausgesucht und gekauft. Der ausgehandelte Preis war für mich ok, der Besitzer der Teppichfabrik war sicherlich auch mit dem Handel zufrieden. Der Junge, der von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang am Webstuhl hockte, hat sicherlich auch ein paar Pfennige abbekommen.“

Über 600 Bilder von unserem Fotografen Schneckes finden Sie in unserer Datenbank. Auf Pinterest haben wir für Sie noch mehr Bilder von Pakistan in den 1970er Jahren gesammelt.

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Auf Reisen in den 60ern: Maghreb

Ein Bauer mit einem Kasten voller Hühner auf dem Weg zum Markt.Schneider mit Nähmaschinen in einem Souk in Salé.Gedeckte Basarstraße mit Textilhändlern in Safi.Ein Mann in Unterhemd schmiedet Kupfer in einer Werkstatt in den Souks von Marrakesch.Töpferwarengeschäfte in einer Arkade in Safi.Ein Mann verkauft Silberschmiedarbeiten an eine Frau in einem Geschäft in den Souks in der Medina (Altstadt) von Fes.Frauen und Kinder sitzen vor einer Mauer gegenüber der Oase von Nefta.Frauen bei der Hausarbeit auf dem Hof in einem Harem.Eine junge und eine alet Marokkanerin mit Henna-Schminke auf einer Straße in Tanger.Menschen in Essaouira feiern, weil der "Kapitän der Armee" einen Sohn bekommen hat.Menschen bilden Kreise auf dem zentralen Marktplatz Djemaa el Fna in Marrakesch.Männer sitzen in der mit bunten Fliesen ausgekleideten Synagoge Hara Sghira in Djerba.Muslimische Pilger sitzen auf Teppichen im Schatten vor der Barbiermoschee.Frauen mit Kopftüchern und ein Kind zwischen den Säulen der Vorhalle der Barbiermoschee in Kairouan.Betende Muslime im Innenhof der Karauin-Moschee in Fes.Das Ortsschild Neftas an der Straße vor der Stadt.Marokkanische Reiter während einer Vorführung in Fantasia in Qualidia.Ein Mann steht vor einem seiner rastenden Kamele in der Wüste unmittelbar vor Tozeur.Männer lassen ihre Esel am Ufer des Sebou Flusses in Souk es Sebt trinken.Ein europäischer Tourist posiert mit zwei afrikanischen Männern vor einer Oase in Tozeur.Männer und Frauen schöpfen Wasser aus einem Brunnen in der Wüste, um sich und ihre Tiere versorgen zu können.Eine Frau mit rotem Kleid betrachtet eine Oase in der Ferne.

Im vorletzten Beitrag unserer Serie „Auf Reisen in den 60ern“ geht es an den Ort der untergehenden Sonne: den Maghreb. Händler, die auf der Straße ihre Waren anbieten, Frauen, die in Haremsdörfern zusammenleben, Menschenmassen, die Feste feiern, Religiöse, die in Synagogen oder Moscheen beten und Beduinen, die neugierige Touristen durch die Wüste führen all diese unterschiedlichen Aspekte des Lebens im Marokko und Tunesien der 60er Jahre hielten unsere Community-Mitglieder auf ihren Reisen fest.

Marokko, 60er Jahre

Tunesien, 60er Jahre

Probieren Sie türkische Sesamkringel in Istanbul, schlendern Sie im Mercat de la Boqueria in Barcelona oder erleben Sie die pure Natur in den Weiten Skandinaviens. In unserer Serie “Auf Reisen in den 60ern” stellen wir Ihnen in regelmäßigen Abständen Reiseziele vor, die unsere Community-Mitglieder in den 60er Jahren besucht haben. Im letzten Teil unserer Reise überqueren wir den Atlantik und sehen, was das New York der 60er Jahre so zu bieten hatte.

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