Schlagwort-Archiv: 40er Jahre

Kinderfasching in München, um 1949

Am heutigen Faschingsdienstag kommen wir natürlich nicht darum herum, Ihnen eine närrisch angehauchte Geschichte zum Bild zu erzählen. Timeline-Fotograf HRath (4. von links) teilt seine Karneval-Kindheitserinnerungen mit uns und gibt einen klitzekleinen Einblick, wie er und seine Freunde das Feiern der 5. Jahreszeit im München nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt haben.

Verkleidete Kinder feiern Fasching in München.

Kinderfasching in München, um 1949   Â© HRath

„Die Hose von meinem Faschingskostüm nähte meine Mutter aus einem alten Kartoffelsack. Wir kletterten über die Ruinen und suchten die Keller nach interessanten Gegenständen ab. Einmal wurden meine Freunde und ich von drei uniformierten Amerikanern angesprochen. Die Soldaten filmten uns in den Ruinen für die amerikanische Wochenschau und schenkten uns drei Tafeln Schokolade.“

In unserem Fotoalbum Fasching und Karneval gibt’s noch mehr Aufnahmen von Jecken und Narren. Und wenn Sie sich für die Verkleidungsgewohnheiten vor dem Zweiten Weltkrieg interessieren, dann werfen Sie doch mal einen Blick in unser Album Fasching, 30er Jahre.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

Rückzug des Heeres aus der Ukraine, 1943

In unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt Timeline-User Lanninger von der Wehrmachtszeit seines Bruders, die ihn von München über Garmisch-Partenkirchen bis in die Ukraine und nach Berlin gebracht hat.

Soldaten auf einem Eisenbahnwaggon

Rückzug des Heeres aus der Ukraine, 1943   Â© Lanninger

„Mein Bruder, Jahrgang 1924, hat mir ein paar Bilder aus seiner Zeit bei der Hitlerjugend, seiner Wehrpflicht, vom Rückzug als Soldat aus der Ukraine und schließlich aus einem Lazarett in Berlin hinterlassen. Nach seiner Schlosserlehre im Reichsbahn-Ausbesserungswerk in München-Freimann wurde er 1941, als 17-Jähriger, zum Dienst bei der Hitlerjugend verpflichtet. Ein Jahr später wurde er zur Wehrpflicht eingezogen. Die nachfolgende, verkürzte Grundausbildung dauerte etwa ein Jahr, ehe er, etwa im April 1943, als Soldat beim Heer zum Führereid verpflichtet wurde und anschließend in eine Münchner Kaserne einrückte. Im Juli 1943 war mein Bruder dann in „Nikolajew“ in der Süd-Ukraine (Donezbecken) im Einsatz, woraus man schließen kann, dass er in der Heeresgruppe Süd eingegliedert war. Die Hauptaufgaben seines „Trupps“ waren das Zerstören von Straßen, Brücken und Eisenbahnlinien, um den nachfolgenden russischen Truppen den Vormarsch zu erschweren. Das obige Bild zeigt, dass sich die Heeresgruppe Süd vom 9. September bis zum 15. November 1943 auf dem Rückzug bis zum Fluss „Dnepr“ befand. Auf dem weiteren Rückzug durch Westgalizien (Südpolen) wurde mein Bruder schwer verwundet und landete schließlich an Weihnachten 1944 in einem Lazarett in Berlin-Treptow.“

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Ostereiersuche in Wildschönau, 1942

Kommendes Wochenende versteckt der Osterhase wieder viele Schokoladeneier und Süßigkeiten für die Kleinen. Doch die Ostereiersuche macht nur so lange Spaß, bis der ältere Bruder sich einmischt und Ostereier klaut…wie Timeline-Mitglied LDoerfert uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt. 

Zwei Kinder suchen Ostereier in Wildschönau in Tirol. Der Junge hält seine Schwester im Arm, vor ihnen steht ein Osternest.

Ostereiersuche in Wildschönau, 1942   Â© LDoerfert

„Zu Ostern 1942 waren wir mit der Familie in der Wildschönau in Tirol. Damals machten wir uns um das Anwesen herum noch auf richtige Ostereiersuche. Ich hatte mein kleines Osterkörbchen und ging fleißig los. Nachdem ich ein Osternest gefunden hatte, hat mein 13 Jahre älterer Bruder mir gleich ein paar Schokoeier gestohlen. Da war ich ziemlich sauer, und hatte auch gar keine Lust auf ein Foto…wie man sieht. Mit viel Geschrei hat er mir dann wieder ein Schokoei zurückgegeben.“

Falls Sie sich für weitere historische Ostermotive oder (meist) friedlichen Familienaufnahmen interessieren, dann sind unsere Fotoalben Ostern und Familie genau das Richtige für Sie. Unsere Pinnwand „Farbenfroh“ auf Pinterest stimmt Sie außerdem auf den Frühling ein. Und falls Sie wissen möchten, wie Community-Mitglied HRath als Kind seine Osterferien im gleichen Jahr wie LDoerfert verbrachte, dann lesen Sie doch einfach seine Geschichte zum Bild „Junge mit Spielzeugauto, 1942“.

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Junge mit Spielzeugauto, 1942

Der Frühling zeigt sich in seinem schönsten Kleid und die Osterferien sind bereits in vollem Gange: Die perfekte Zeit, um mit dem Spielzeugauto im Hof herumzufahren. In unserer Geschichte zum Bild im April erzählt uns Community-Mitglied HRath, wie er mit seinen Fahr- und Sangeskünsten sein erstes Geld verdiente. So macht das Draußenspielen gleich doppelt so viel Spaß!

„Neben unserem Hof lag das Gelände der Firma Schmidt Spiele, bei der mein Vater als Schreiner gearbeitet hat. Das Rennauto von der Firma Schuco habe ich von der Chefin meines Vaters, Frau Schmidt, zu Weihnachten bekommen. Leider bin ich mit meinem Flitzer nicht oft gefahren, da meine Eltern das Auto immer vom dritten Stock in den Hof tragen mussten. Dies geschah hauptsächlich zu besonderen Anlässen, wenn ich zum Beispiel fotografiert werden sollte. Während ich meine Runden im Hof drehte, sang ich lauthals das deutsche Schlagerlied ‚Lili Marleen‘. Es war das einzige Lied, das ich auswendig kannte. Wenn ich sang, öffnenten die Arbeiter in der Firma die Fenster und warfen mir 1-, 2- oder 5-Pfenningstücke zu. Auch die Bewohner unseres Hauses kamen ans Fenster und applaudierten.“

Foto: Junge mit Spielzeugauto, 1942 © HRath

Als Einstimmung auf die Osterfeiertage können Sie in unserem Fotoalbum entdecken, wie seit über einem Jahrhundert Ostern gefeiert wird. Bunte Frühlingsmomente erleben Sie in unserem Fotoalbum „Farbenfroh“.

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Rückblick: Fotoaufruf Bayern in der Nachkriegszeit

Das vom Zweiten Weltkrieg zerstörte Siegestor an der Leopoldstraße in München, vermutlich noch während des Krieges (undatierte Aufnahme). Die Alte Pinakothek vom Zweiten Weltkrieg zerstört (undatierte Aufnahme). Verkleidete Kinder feiern Fasching in München. Trambahnen halten am Karlsplatz in München. Ein kleines Mädchen fährt im Stadion an der Dantestraße in München Rollschuhe. Im Hintergrund sieht man die Borstei und das Gaswerk. Besucher beim Feiern im Paulaner Zelt auf dem Münchner Oktoberfest. Das Luitpold-Theater wirbt mit einer großflächigen Anzeige für den Film "Katja - Die ungekrönte Kaiserin". Im Vordergrund stehen Autos mit dem für die amerikanische Besatzungszone typischen "AB"-Kennzeichen. Rechts im Hintergrund sieht man die Griechisch-Orthodoxe Salvatorkirche. Männer veranstalten ein Hometrainer-Wettrennen auf Fahrrädern. Ein Zeitungshändler bietet Zeitungen vor dem Hauptbahnhof in München zum Verkauf an. Ein älterer Herr mit Hut und Stock an der Wittelsbacher Brücke in München. Blick vom Justizpalast auf die Maxburg, die Salvatorkirche und die angestrahlte Theatinerkirche. Ein Mädchen steht an einem Zaun an der Isar in München. Im Hintergrund sieht man die Ludwigsbrücke, das Deutsche Museum und das Deutsche Patentamt (1. Bauabschnitt). Ein kleiner Junge steht neben einem Hühnerstall auf einem Bauernhof in Remlingen/Unterfranken. Links daneben ist ein VW Käfer. Zwei Kinder in einem alten Lastwagen der Marke "Bavarian Truck Company". Frauen ernten Kartoffeln in Remlingen (Unterfranken) Ende der 40er Jahre. Schulmädchen in Fuchsmühl in der Oberpfalz mit Kannen für die Schulspeisung. Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Jägerhaus (undatierte Aufnahme). Drei Kinder auf einem Schlitten in Mistelbach (Oberfranken). Die zwei Kinder auf der rechten Seite sind Geschwister; das linke Mädchen ist die Tante der beiden. Die Tante ist nur fünf Jahre älter als das Mädchen in der Mitte. Eine Mutter bereitet mit ihren beiden Kindern in der Küche das Essen vor. Eine Familie isst zusammen Hendl vom Wienerwald an der Amalienstraße. An der Amalienstraße wurde der erste Wienerwald gegründet mit dem Slogan:  ?Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald?. Mitglieder der Trachten- und Schützenvereine bei einem Umzug in München.

Anlässlich des 70. Jahrestages der Landesverfassung des Freistaats Bayern suchten die Süddeutsche Zeitung und Timeline Images ab Anfang Dezember 2016 Leserfotos vom Leben im Bayern der Nachkriegsjahre. Der gemeinsame Fotoaufruf entpuppte sich als voller Erfolg: Über 400 Fotos erreichten die Fotocommunity und die Redaktion.

Die vielfältigen Motive, die uns per Post und E-Mail zugeschickt oder sogar persönlich vorbeigebracht wurden, zeigen das Leben im Bayern der Nachkriegszeit in all seinen Facetten.

Statue "Rossebändiger" vor der Alten Pinakothek, um 1945 © LDoerfert

Statue „Rossebändiger“ vor der Alten Pinakothek, um 1945

Die Aufnahmen dokumentieren sehr deutlich das widersprüchliche Leben nach dem Krieg. Einige Bilder lassen das ganze Ausmaß der Zerstörung durch die Luftangriffe erahnen, wie die Diastrecke „zerstörtes München in Farbe“ von LDoerfert. Eine echte Besonderheit, denn farbige Zeitdokumente der in Trümmern liegenden Landeshauptstadt sind selten. Andere Motive zeigen wiederum die Versuche, Normalität einkehren zu lassen. Aufnahmen von gemeinsamen Ausflügen mit der Familie oder mit Freunden, vom Urlaub in den Bergen oder am See, oder von Faschingsfeiern oder Volksfesten beweisen, wie das Leben trotz Verwüstung und Verlust weiterging. A propos Fasching: Nachkriegsbayern-Fotos von Keberlein und HRath dienten als Bebilderung für einen Artikel über die Münchner Faschingstradition und erschienen in der Süddeutschen Zeitung am 3. Januar 2017 (Zugriff nur über SZPlus).

Jungen im Kinderhort, 1946 © Rieder

Damenausflug, 1955 © UWitt

Mutter und Sohn in München, 1951 © drummer

Neben der Zerstörung Münchens sind sowohl der physische als auch der psychische Wiederaufbau Thema zahlreicher Einsendungen: Wir erhielten Bilder aus ländlicheren Regionen Bayerns, die Feldarbeiten, Heu- und Kartoffelernten zeigen aber auch Kriegsflucht oder die Kinderlandverschickung dokumentieren. Hinzu kommen auffallend oft Fotos, auf denen nur Mütter mit ihren Kindern zu sehen sind, als auch viele Schnappschüsse von spontanen Alltagsszenen.

Der Fotograf Peter A. Schindler, der uns eine faszinierende Bildstrecke mit Münchner Straßenszenen zukommen ließ, wusste genau, wie er die Stimmung auf den Straßen Münchens einfängt. Sein Gespür für schöne Licht- und Schattenverhältnisse und den richtigen Augenblick honorierte die Süddeutschen Zeitung mit einem eigenen Portrait. Am 24. Januar 2017 berichtete die SZ im Münchner Regionalteil und auf SZ.de über Peter A. Schindlers fotografische Anfänge im München der Nachkriegsjahre.

Zeitungsverkäufer am Münchner Hauptbahnhof, 1952 © Schindler

Besonders spannend wird es, wenn man die persönlichen Hintergründe erfährt, die sich hinter den Bildern verbergen. In unserem Fotoalbum „Geschichte zum Bild: Nachkriegsbayern“ finden Sie Fotos mit sehr lustigen, aber auch berührenden Geschichten, die uns von Lesern erzählt und aufgeschrieben wurden.

Weitere Einsendungen aus dem Fotoaufruf können Sie auch in unseren Fotoalben „München in der Nachkriegszeit“, „Menschen im Nachkriegsbayern“ oder in unserer Bilddatenbank unter dem Stichwort „Nachkriegsbayern“ finden.

Wir bedanken uns hiermit noch einmal bei allen Lesern und Community-Mitgliedern, die uns Bilder zugeschickt haben und freuen uns schon auf den nächsten Fotoaufruf!

Stöbern Sie doch in der Zwischenzeit ein wenig in unseren zahlreichen historischen Fotoalben!

Ihr Team von Timeline Images