Sinai-Halbinsel

Kultur: Kloster am Berg Sinai

Kinder im Sinai, 1974

Die Region Sinai ist uns vor allem durch Kämpfe und Krisen bekannt. Jedoch verbergen sich in der beeindruckenden Landschaft auch bedeutende Kulturgüter. Am Berg Sinai, wo der Bibel nach Moses die Zehn Gebote von Gott erhielt, liegt das 1500 Jahre alte Katharinenkloster. Vor sechzig Jahren besuchte der Fotograf Max G. Scheler dieses Kloster. Seine dort gewonnenen Eindrücke können Sie in unserem Fundstück aus der Münchner Illustrierten Nr. 52 vom 24. Dezember 1955 sehen.

Eine historische Stätte der Christenheit Überschrift

Sinai Kloster

Seit eineinhalb tausend Jahren liegt hier das Sinai-Kloster. 3500 wertvolle Bücher aller Sprachen und uralte, reichverzierte Bibeln gehören zur Klosterbibliothek.
Sinai Zehn Gebote Sinai Manna
Wo Gott zu Moses sprach… Der Berg, auf dem Moses die Zehn Gebote aus der Hand des Herrn empfing, ist heute das Ziel von Touristen. Pater Pachomios zeigt zwei einsamen Wanderern den Platz, auf dem der amerikanische Filmstar Robert Taylor saß, als Cecil B. DeMille an historischer Stelle seinen Superfilm „Die Zehn Gebote“ drehte.
Brot vom Himmel. 3500 Jahre nachdem es biblisches Manna vom Himmel regnete, fällt am heiligen Berg Brot in weit geöffnete Hände: jeden Morgen um neun Uhr werfen die Mönche von den Mauern des Sinai-Klosters Semmeln hinunter, das Hauptnahrungsmittel der vom Kloster abhängigen Beduinen. Jeden Tag entbrennt unter diesen ein lustiger Kampf um die herabsausenden Semmeln.
Sinai Gepäckaufzug Stromversorgung HF
Ein fast biblisch alter Gepäckaufzug mit Handbetrieb befördert Brennholz ins Innere des Klosters. Die Beduinen, die für die elf Mönche arbeiten und von ihnen leben – etwa fünfzig an der Zahl -, bringen das Holz in zwei Tagesreisen auf ihren Kamelen von der Küste des Roten Meeres. Der primitive Lift war jahrhundertelang der einzige Eingang zum hermetisch abgeschlossenen Sinai-Kloster. Erst vor fünfzig Jahren hat man eines der zugemauerten Tore geöffnet. Seit dieser Zeit wurden die strengen Ordensregeln ein wenig gemildert.
Aus Hollywood kam die moderne elektrische Anlage, die das ganze Kloster mit Strom versorgt, der Stolz von Bruder Demetrios. Sie ist ein Geschenk von Cecil B. DeMille. Er ließ sie den Mönchen zurück, die ihn bei seinem Film „Die Zehn Gebote“ unterstützt hatten, durch den, wie er sich ausdrückte „auch wir versuchen die Gebote Gottes in die Welt hinauszutragen“ – ein ziemlich selbstbewusster Vergleich mit seinem Vorgänger Moses.
Sinai Klosterkirche QF Sinai Brunnen QF
Schätze der Christenheit befinden sich in der Klosterkirche. Viele der Ikonen und Mosaiks, Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament, stammen noch aus dem 6. Jahrhundert. Die Bärte vieler Mönche sind weiß: Der Nachwuchs aus Griechenland, von wo alle Mönche des Sinai-Klosters kommen, bleibt aus.
„Da sollst du den Fels schlagen…“ Der Brunnen, dessen Wasser Moses auf Befehl Gottes aus dem Fels schlug, fließt noch. Auch die Wurzeln des brennenden Dornbuschs, aus dem Gott zu Moses sprach, sollen unter der Dornbuschkapelle sein. Wie einst Moses müssen Touristen hier die Schuhe ausziehen.

© Münchner Illustrierte 1955, Fotos: Max G. Scheler

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