Was kostet mein Kind

Alltag – Kinder sind teuer

Seit neuestem ist die Ausbildung von Kindern steuerlich absetzbar. Als das noch anders war, und Väter noch Alleinverdiener waren, erforderte das Kinderkriegen finanzielle Weitsicht. Wie knapp eine solche Kalkulation gehalten werden musste, zumindest für den Stammhalter, zeigt unser Fundstück aus der Münchner Illustrierten Nr. 14 vom 2. April 1955!
 
 

 

 Welche Opfer und Entbehrungen die Eltern auf sich nehmen, wird allzu oft verkannt. Die Münchner Illustrierte hat mit Hilfe der Statistik untersucht, was ein Vater mit durchschnittlichen Einkommen in 17 Jahren für ein Kind aufwenden muss.

Der erste Schritt ins Leben ist leider schon mit Kosten verbunden. Als Vorstand eines Vierpersonenhaushalts mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von knapp 480 DM, stellen die Kosten für Bett, Wagen, Stühlchen, Wanne, Laufstall und Spielzeug mit rund 500 DM eine nicht unerhebliche Belastung für den bundesdeutschen Durchschnittsvater dar.

„Mit der Klapper im Wickelkissen fängt es an, später stellte Filius größere Ansprüche an seinen Vater. Er will einen Roller, ein Fahrrad, einen Schlitten, Skier und den Beitrag für den Sportklub. Summasumarum fallen dafür 2500 DM an.“ „Wer mit 420 DM monatlich eine vierköpfige Familie unterhalten muss, kann kaum daran denken den Sohn auf das Gymnasium oder gar auf die Universität zu schicken. Meist muss er sobald wie möglich auf eigene Füße gestellt werden. Für die Dauer der Lehrjahre fallen für Kohlen, Strom, Möbel, Miete, Schuhe und Schuhsohlen Kosten von 4200 DM an.“
„Den Junior interessiert am ersten Schultag nur die Zuckertüte. Für Schiefertafeln, Schwämme, Mal- und Lesekasten, Hefte, Blocks, Griffel, Blei- und Buntstifte, Federhalter, Knet- und Radiergummi, Lineale, Ranzen und Mappe fallen 750 DM an. (Zusätzlich fallen für Bekleidung und Bettwäsche 2750 DM an) „ „Unverändert steht der Posten Ernährung im Etat eines bürgerlichen Haushalts an der Spitze. Zwar sinkt der Preis von Brot, Butter, Nährmitteln und Kartoffeln seit der Währungsreform, aber dafür steigt der Verbrauch von Obst, Gemüse, Fett, Maragrine, Zucker, Milch und Fleisch. Zusammen belaufen sich die Ausgaben für Nahrungsmittel bis zur Volljährigkeit eines Kindes auf 9300 DM.“

© Münchner Illustrierte 1955
Fotos: Schraudenbach

20000 DM – das ist die Summe, die man in den Fünfzigern in seinen Sohn investieren musste, bis er auf eigenen Beinen stand. Aber, wie die Münchner Illustrierte damals anmerkte: „Des Menschen Wert ist nicht in Geld zu messen. In keiner Währung der Welt lässt sich freilich auch die Freude umsetzen die ein Kind seinen Eltern schenkt.“

 

Mehr Bilder von fröhlichen Kindern finden sie in unserem Fotoalbum „Spielende Kinder“. Mit Bildern von Pferd, Youliakeberlein, Anheas, Rabe, gustfoto11, oldtime und Timeline Classics

Haben Sie Interesse an weiteren Artikeln aus den 50er Jahren? In unserer Rubrik Fundstücke zeigen wir Ihnen in regelmäßigen Abständen Schmankerl aus den Themenbereichen Kultur, Sport, Mode & Schönheit, Stars & Adel und Alltag. Seien Sie gespannt!

Ihr Timeline Images Team