Kategorie-Archiv: DIE GESCHICHTE ZUM BILD

Gesellschaft in Berlin, 1952

Der heutige Aschermittwoch beendet die fünfte Jahreszeit und läutet die Fastenzeit ein: Grund genug, zurückzublicken auf das feierlaunige und lebensfrohe Berlin der 50er Jahre. Und falls Sie selbst zu den Alkohol-Fastern gehören, verzagen Sie nicht: In vierzig Tagen können auch Sie wieder anstoßen.

Menschen trinken bei einem festlichen Anlass in Berlin.

Gesellschaft in Berlin, 1952   © RalphH

„Meine Mutter ist in Italien zur Schule gegangen und hat in Berlin dann für eine italienische Firma gearbeitet. Auf dem Bild ist sie zusammen mit ihrem Chef und dessen Frau anläßlich eines großen Balls im Palais am Funkturm zu sehen. Man hat damals  und daran kann ich mich noch gut erinnern  sehr gerne gefeiert und keinen Termin ausgelassen. Lebensfreude pur!“

Weitere feucht-fröhliche Motive gibt’s in unseren Fotoalben Wein, Bier, Fröhlichkeit und Lachen. Auf dem Profil von unserem Community-Mitglied RalphH finden Sie spannende, historische Aufnahmen aus Berlin. Auf unseren Pinnwänden auf Pinterest gibt es außerdem Sammlungen zu den Themen Durstlöscher, Berlin 60er Jahre und Lebensfreude.

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Belle de jour, 1964

Dass Paris die Stadt der Liebe ist, ist hinlänglich bekannt. Doch auch modisch hat Paris einiges zu bieten – nicht umsonst prägen französische Wörter wie Haute Couture oder prêt à porter die internationale Modeszene. Mit welcher Leichtigkeit und Nonchalance Französinnen ihre Kleidung tragen, erfuhr unser Community-Mitglied leicar6 am eigenen Leib, als er einen Ausflug nach Versailles machte. An wen ihn die elegante Schönheit erinnert, erzählt er uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

modisch gekleidete junge Frau vor dem Schloss zu Versailles

Belle de jour   © leicar6

„Paris, Versailles, 1964: Ich befinde mich vor dem Schloß zu Versailles. Ununterbrochen streben Besuchermassen dem Schloss entgegen, um einmal den berühmten Spiegelsaal zu sehen. Da entdecke ich unter den Besuchern jene vornehme, elegant gekleidete Schönheit. Als sie zur Seite blickt, ihr Profil am besten zur Geltung kommt, drücke ich einmal auf den Auslöser meiner Kamera und halte diesen Augenblick für immer fest. Drei Jahre nach dieser Begegnung, 1967, dreht Luis Buñuel Belle de Jour mit Catherine Deneuve als Hauptdarstellerin Séverine. Wenn ich heute das Foto betrachte, meine ich, Catherine Deneuve zu sehen. Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Selbst das Kostüm könnte von Yves Saint Laurent stammen, der die Kostüme für den Film kreierte. Und dann kommt mir beim Betrachten des Bildes immer wieder in den Sinn, was Friedrich II. an Voltaire schrieb: ‚Der gute Geschmack hat seinen Sitz in Paris.'“

Weitere Impressionen aus der Stadt der Liebe (und Mode) gibt’s in unseren Fotoalben Mützen Historisch, Paris, 60er Jahre und Mode 60er Jahre. Auf unseren Pinnwänden auf Pinterest finden Sie außerdem Motive zu den Themen Paris, Jacken und Mäntel 40er-70er Jahre und Best of 60er Jahre.

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München bei Nacht, 1958

Manchmal begeben sich (Hobby-)Fotografen auf gefährliches Terrain, um das beste Foto zu schießen: So auch Community-Mitglied AMann, wie er uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt. Doch für die eindrucksvolle Aufnahme mit Blick vom Justizpalast auf die Maxburg, die Salvatorkirche und die angestrahlte Theatinerkirche hat sich die Mühe wahrlich gelohnt. 

Blick vom Justizpalast auf die Maxburg, die Salvatorkirche und die angestrahlte Theatinerkirche.

München bei Nacht, 1958   © AMann

„München leuchtet  schon lange  was sonst? Wo? Ganz einfach am Stachus die Augen auf. Ich oben, die Aufpasser hinter mir: ‚Das Stativ muss am Strick sein  sonst erschlischt die Genehmigung.‘ Is ja guat  Hauptsach i rutsch net aus.“

Weitere Münchner Impressionen gibt’s in unseren Fotoalben München der 50er Jahre, Oktoberfest 50er Jahre und München in der Nachkriegszeit. Auf unseren Pinnwänden auf Pinterest finden Sie außerdem Motive zu den Themen Zerstörtes München, München Au Historisch und Oktoberfest 1903-1971.

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Turner in München, 1962

Das mit den Neujahrsvorsätzen ist ja immer so eine Sache: viele nehmen sich vor, mehr Sport zu treiben, doch nach wenigen Wochen verläuft dieser Vorsatz schnell wieder im Sand. Um Sie ein wenig zu körperlicher Ertüchtigungsarbeit zu motivieren, erzählt uns Community-Mitglied leicar6 in unserer ersten Geschichte zum Bild im neuen Jahr, wie er die Meisterdisziplin des Kunstturners Yukio Endo, den einarmigen Handstand, festhält. Nachmachen erlaubt!

Ein japanischer Weltmeisterturner führt während eines Schaukampfes in München einen einarmigen Handstand aus.

Turner in München, 1962   © leicar6

„München 1962: Showturnen der japanischen Weltmeisterturner. Mit dabei Yukio Endo. Sieben Medaillen, davon zwei in Gold, gewinnt er bei der Weltmeisterschaft in Prag. Er ist der einzige, der damals den einarmigen Handstand am Barren beherrscht. Für eine Münchner Zeitung soll ich mich auf Endo konzentrieren und ein ordentliches Bild von ihm abliefern, das ihn beim einarmigen Handstand zeigt. Das tat ich dann auch. Blitzlicht war untersagt, ich hätte eh keines verwendet und tue es auch heute nicht. In meine Kamera lege ich einen hochempfindlichen Film ein und nehme ein lichtstarkes Objektiv mittlerer Brennweite (90 mm). Die japanischen Turnerinnen und Turner bieten – wie konnte es auch anders sein – ein wahres Feuerwerk, gehören sie doch unangefochten zur Weltspitze. Still, mucksmäuschenstill wird es in der Halle, als Endo zum Barren geht – und dann kommt, worauf alle in der Halle warten: Endo setzt zum einarmigen Handstand an: erst Handstand – dann Grätsche – ein leichter Schwenk – Loslassen eines Armes – Beine zusammenführen zum einarmigen Handstand. Beifall braust auf. Zweimal drücke ich auf den Auslöser meiner Leica. Endos einarmiger Handstand ist auf dem Film festgehalten.“

Weitere Bilder von aktiven Menschen finden Sie in unseren Fotoalben Turnen, Olympische Spiele 1972 und Skifahren, 60er Jahre. Auf Pinterest halten wir außerdem die Pinnwände Wintersport, 1900-1940er und Alpinismus, 1900-1969 für Sie bereit.

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Weihnachten in Bromberg, 1939

Kaum zu glauben, aber wahr: In vier Tagen ist Heiligabend. Die Weihnachtszeit läd dazu ein, zur Ruhe zu kommen und etwas mit der Familie zu unternehmen. Auch das obligatorische Vorlesen von Weihnachtsgeschichten unter dem Tannenbaum gehört für viele dazu. Doch christliche Weihnachtsbräuche waren damals nicht frei von der nationalsozialistischen Ideologie, wie uns Community-Mitglied Juergen in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt.

Mutter sitzt auf der Couch und liest in einem Buch. Vielleicht die Weihnachtsgeschichte? Drei Jungen sitzen unter einem Tannenbaum.

Weihnachten in Bromberg 1939   © Juergen

„Es war einmal ein…So fingen die meisten Erzählungen unserer Mutter in der Kindheit an. Als wir dann selber lesen konnten, waren es auch die ersten Worte der meisten Märchen, nicht nur zur Weihnachtszeit. Bis zum Kriegsende lebten wir in relativem Wohlstand in Bromberg. Auf der Spitze des Weihnachtsbaumes brannte die blaue Kerze, die die Treue der Auslandsdeutschen darstellen sollte. Das Märchen einer friedvollen Kindheit war im Januar 1945 mit der Flucht in einem Pferdewagen über vereiste Landstraßen bei -18°C Kälte und später ab Schneidemühl in einem Güterwagen der Deutschen Reichsbahn Richtung Berlin zu Ende.“

Weitere Bilder zum Thema gibt’s in unseren Fotoalben Weihnachten, 30er Jahre, Weihnachtsbäume und Kinder an Weihnachten oder auf unseren Pinterest-Pinnwänden Weihnachtsbräuche, Schöne Bescherung! und Weihnachten Historisch.

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Venedig im Winter, 1987

Zapfig ist’s geworden: Während der Winter so langsam Einzug hält, die Vorweihnachtszeit sowohl für Besinnlichkeit als auch für Geschenke-Stress sorgt und man fassungslos darüber ist, wie schnell das Jahr mal wieder vorbei ging, erzählt uns Community-Mitglied Zeitlmeir in unserer aktuellen Geschichte zum Bild von seiner Hochzeitsreise ins (leider ebenso) kalte Venedig.

Eingeschneite Gondeln in Venedig, Italien.

Venedig im Winter, 1987   © Zeitlmeir

„Venedig im Winter, kaum Touristen um diese Zeit, also buchten wir im Januar 1987 zu unserem 17. Hochzeitstag diese Reise. Nach der Ankunft fuhren wir abends verfroren und hungrig mit dem Vaporetto zum Hotel nahe des Markusplatzes. Das Lokal im Hotel war wegen Renovierung geschlossen. Durch enge verschneite Gassen fanden wir in der Nacht doch noch eine Pizzeria, was uns ein klein wenig mit der Unbill des Tages versöhnte. Tags darauf, am 13. Januar 1987, meldete die Münchner Abendzeitung Packeis auf dem Markusplatz bei -3 Grad, am 14. Januar immer noch Schneefall bei -6 Grad. Patricia Highsmiths Romantitel ‚Venedig kann sehr kalt sein‘ hat sich uns total erschlossen, obwohl der Winter hier auch seinen eigenen Reiz haben kann. Zwischen den alten Fassaden der venezianischen Häuser sind die verschneiten Gondeln im Kanal vertäut. Dick liegt der Schnee, ein bizarrer, zauberhafter Anblick. Die verschneiten Palazzi und die Eiszapfen an den ornamentverzierten Fassaden steigerten noch das pittorske Bild dieser Stadt, das uns in Erinnerung blieb.“

Weitere Bilder zum Thema gibt’s in unseren Fotoalben Venedig, 60er Jahre, Winter, 80er Jahre und Touristen oder auf unserer Pinterest-Pinnwand Winter Historisch.

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Kind beim Spielen, um 1949

Nach dem Krieg spielte man mit dem, was da war – mitunter auch mit Dingen, die für Kinder eher ungeeignet sind.  In unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt uns Community-Mitglied USchoierer, wie sie damals mit den anderen Kindern vom Hof gefährliche Gerätschaften als Spielsachen umfuktionierte und warum das fast ins Auge gegangen wäre.

Ein Kind spielt mit Alltagsgegenständen, da es damals so gut wie keine Spielzeuge gab.

Kind beim Spielen, um 1949   © USchoierer

„Mein Spielplatz vor dem Haus im Hof der Holzstraße 49 in München – inzwischen ist irgendwo her ein Sieb aufgetaucht. Die übrigen Spielsachen waren sehr bescheiden. Meine Mutter hatte ein kleines Beet eingefasst, um Tomaten und ein paar Kräuter anzubauen. In den Bergen von Schutt und Asche, Ziegeln und Glas lagen sicher auch allerlei gefährlichen Substanzen, die zugedeckt waren. Im Hintergrund, meine ich, liegen noch ein paar Batterien oder Akkumulatoren. Die großen Autobatterien konnten wir für unsere fantastischen Spiele gut gebrauchen. Diese Freude endete sehr plötzlich, da ich an der Hand eine Blutvergiftung (vom Blei) bekam und wortwörtlich im letzten Augenblick beim Arzt landete.“

 

 

Weitere Bilder aus dem Bayern und München der Nachkriegszeit finden Sie in unseren Fotoalben Menschen im Nachkriegsbayern, München in der Nachkriegszeit und zerstörtes München in Farbe.

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Das Mädchen mit der Perlenkette, 1964

In kaum einer anderen europäischen Stadt tummelten sich in den 60er Jahren so viele Existentialisten wie in Paris. Lässig rauchend im Café de Flore oder in einem der vielen Kellergewölbe am Rive Gauche. Was das schicke Mädchen mit der Perlenkette damit zu tun hat, erzählt uns Community-Mitglied leicar6 in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

Paris, Oktober 1964. Nachts unterwegs am linken Seineufer. Ein Jazzkeller in der Rue de la Huchette wird mir genannt. Der sei typisch. Dort trifft man junge Leute, hauptsächlich Studenten. Und dann treiben sich hier Existentialisten herum oder solche, die sich dafür halten. Spät in der Nacht bin ich vor Ort. Der Keller übervoll von jungen Leuten, Jazz wird gespielt, die Luft stickig, es wird viel geraucht. Und neben dem Bassisten entdecke ich eine begeisterte Jazz-Liebhaberin. Die Perlenkette, die sie trägt leuchtet in dem matten Lichtschein. In meiner Leica habe ich ein lichtstarkes Objektiv und einen hochempfindlichen Film. Bei einer Belichtungszeit von 1/15 sec drücke ich auf den Auslöser meiner Kamera.

Das Mädchen mit der Perlenkette   © leicar6

„Paris, Oktober 1964. Nachts unterwegs am linken Seineufer. Ein Jazzkeller in der Rue de la Huchette wird mir genannt. Der sei typisch. Dort trifft man junge Leute, hauptsächlich Studenten. Und dann treiben sich hier Existentialisten herum oder solche, die sich dafür halten. Spät in der Nacht bin ich vor Ort. Der Keller übervoll mit jungen Leuten, Jazz wird gespielt, die Luft ist stickig, es wird viel geraucht. Und neben dem Bassisten entdecke ich eine begeisterte Jazz-Liebhaberin. Die Perlenkette, die sie trägt, leuchtet im matten Lichtschein. In meiner Leica habe ich ein lichtstarkes Objektiv und einen hochempfindlichen Film. Bei einer Belichtungszeit von 1/15 sec drücke ich auf den Auslöser meiner Kamera.“

 

 

 

Weitere Paris-Bilder finden Sie zum Beispiel auch in unseren Fotoalben Paris, 60er Jahre und Paris, 70er Jahre. Auch auf Pinterest ist die Stadt der Liebe mit unzähligen historischen Aufnahmen vertreten. Wenn Sie eher der modische Aspekt des Jahrzehnts interessiert, dann besuchen Sie doch unser Fotoalbum Mode, 60er Jahre.

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Fiat Millecento bei Ettal, um 1960

Die Herbstzeit hat wahrlich ihre Vorteile – die Sonne taucht die Bäume in goldenes Licht, der Duft von Mandarinen liegt in der Luft und das schlechte Gewissen bleibt aus, wenn man einfach mal einen Tag auf der Couch verbringt. Womit (oder eher: mit wem) man die Herbstzeit noch verbringen kann, erzählt uns Timeline-User Helmut Rath in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

Ein junger Mann steht neben seinem Fiat Millecento auf der Staatsstraße 2060 zwischen Schloss Linderhof und Kloster Ettal.

Fiat Millecento in der Gegend um Ettal, um 1960   © HRath

„Der Fiat Millecento war mein allererstes Auto. Ich habe ihn 1960 gebraucht für ca. 4000 Mark gekauft. Er war zu diesem Zeitpunkt schon etwa vier Jahre alt, aber er besaß hochmoderne Blinker. Damals arbeitete ich 48 Stunden im Münchner Justizpalast, für 0,95 Pfennig pro Stunde. Einen Teil des Geldes hat mir mein Vater geschenkt, den Rest habe ich selbst gespart. Im Jahr 1970 musste ich ihn verkaufen, da ich geheiratet hatte und das Geld für eine Wohnung benötigte.“

Alle Autofreunde sollten unbedingt einen Blick in unser Fotoalbum Autos, 60er Jahre und auf unsere Geschichte zum Bild im August über den Oldtimer-Grand-Prix werfen. Wenn Autos für Sie zweitrangig sind, empfehlen wir Ihnen unsere Pinterest-Pinnwand Herbstzeit oder unser Fotoalbum Ausflug.

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