Tischtennis-Turnier, 1965

Klassenfahrt – allein das Wort ruft bei den meisten Menschen eine Menge an Erinnerungen hervor. Manche davon sind zwar schöner als andere, doch gefüllt sind sie alle mit einem: purer Nostalgie. Ob die abenteuerliche Anreise, die anstrengenden Wanderungen, oder das gesellige Tischtennisspielen; wir alle haben uns schon mal gewünscht, diese Zeiten mit all ihren jugendlichen Freuden und Sorgen einmal wieder zu erleben. In unserer heutigen Geschichte zum Bild erzählt uns der Timeline-User Schneckes, wie er seine Zeit im Schullandheim erlebt hat.

Auf dem kleinen ebenen Platz am Landheim ist gerade genug Platz für eine Tischtennisplatte. An der wird unermüdlich gespielt!

Tischtennis-Turnier, 1965   © Schneckes

„Im Unterhöllgrund, einem abgelegenen Seitental in der Nähe von Eberbach, betreibt das Helmholtz-Gymnasium in Heidelberg seit über 60 Jahren sein eigenes Landschulheim. In den 70er Jahren war es üblich, dass jede Klasse für ca. eine Woche ins ‚Landheim‘ ging. Für die meisten Schüler war es damals die einzige Möglichkeit, in ‚Urlaub‘ zu fahren. Der Landheim-Verein ermöglichte durch finanzielle Hilfen, dass jeder Schüler – wir waren damals ein reinen Jungengymnasium – mitfahren konnte. Schon die Anreise war abenteuerlich. Mit dem Zug ging’s von Heidelberg das Neckartal aufwärts nach Eberbach. Dort hieß es warten und umsteigen in einen Postbus. Der fuhr uns dann extra, abseits seiner üblichen Route, in den abgeschiedenen Unterhöllgrund. Dort angekommen das Gedränge und Geschiebe, um ja in die besten Zimmer zu kommen und einen bevorzugten Bettenplatz zu ergattern. Vor dem ersten Mittagessen dann noch die Einteilung zum Küchendienst – Kartoffeln schälen, Aufdecken, Abräumen und Geschirrspülen. Dann die Bekanntgabe des Wochenplans. Je nach begleitendem Lehrer standen immer einige Unterrichtsstunden in Mathe, Deutsch oder Englisch an. Gefürchtet waren einige Lehrer wegen ihres Hangs zu ausgedehnten Wanderungen in die waldreiche Umgebung. Entweder hinauf zum Katzenbuckel oder zu den markgräflichen Wildgehegen des Prinzen von Baden. Um vor diesen Torturen verschont zu bleiben, wurde so manche Ausrede ausgeheckt – meistens aber war sie vergeblich… Die weiteren wenigen Freizeitaktivitäten waren in dieser Abgeschiedenheit sehr eingeschränkt. Außer Brettspielen war das Tischtennis-Rundspiel ‚Mäxle‘ sehr beliebt. Wurde ein Spieler gleich zweimal hintereinander Sieger, war ihm die Anerkennung seiner Mitschüler gewiss.“

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Tischtennis-Turnier, 1965

Weinendes Mädchen, 1953

Spazierengehen – Volkssport Nummer eins in Deutschland, seitdem ein tückisches Virus vor einem Jahr auf die Idee kam, sich rasant auf der ganzen Welt zu verbreiten und so ziemlich jede andere Freizeitaktivität im Keim zu ersticken. Warum unsere Protagonistin, die damals sechsjährige Timeline-Userin Silke Kruse, es überhaupt nicht lustig fand, mit ihrer Familie im Park spazieren zu gehen, erzählt sie uns in unserer heutigen Geschichte zum Bild.

Auf dem in den 50er Jahren üblichen Sonntagsspaziergang im Stadtpark Hamburg-Harburg weint ein Mädchen (nicht immer waren diese Spaziergänge bei den Kindern beliebt).

Weinendes Mädchen, 1953   © Silke Kruse

„Typisch für die 50er Jahre war der geregelte Ablauf des Sonntags. Dazu gehörte am Nachmittag auch der Spaziergang en famille, zu dem sich alle in Schale warfen, natürlich auch wir Kinder. Aber diese schicke Steifheit passte uns Kindern nicht immer. Wir durften uns ja auf keinen Fall schmutzig machen. Und manchmal hätten wir ohnehin lieber mit anderen Kindern ausgelassen gespielt oder getobt. So gab es beim Spaziergang deshalb manchmal Tränen. Mein Vater hat mich 1953 im Alter von sechs Jahren mit dieser Enttäuschung im Stadtpark Hamburg-Harburg aufgenommen.“

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Weinendes Mädchen, 1953

Mal eben schnell sein Essen, sein Outfit oder eine schöne Aussicht zu fotografieren, gehört für viele Menschen inzwischen zum Alltag. Zu Kriegszeiten sah das jedoch ganz anders aus. Da konnte es schon mal vorkommen, dass man von einer Gruppe Fremder beobachtet wird, einfach nur, weil man gerade ein Foto schießt. In unserer heutigen Geschichte zum Bild von unserem Timeline-User HRath erzählt er uns, wie seine Eltern in den Genuss kamen, den folgenden Moment festzuhalten.

Ein kleiner Junge sitzt in seinem Kinderwagen auf dem Odeonsplatz in München. Im Hintergrund wird er von ein paar älteren Herrschaften beobachtet. Im Hintergrund sieht man den Eingang zum Hofgarten.

Kleiner Junge auf dem Odeonsplatz, 1940   © HRath

„Während der Kriegszeit konnte man nicht viel fotografieren, da es keine Filme gab. Mein Vater hat aber von seiner Chefin immer einen Film geschenkt bekommen, als Bezahlung für seine Arbeiten als Schreiner in der Firma Schmidt Spiele. Die Leute haben zugeschaut, wie meine Eltern mich fotografiert haben, da fast niemand im Krieg fotografieren konnte. Da meine Mutter als Vorarbeiterin bei der Textilfirma Mühlhäuser in der Theatinerstraße arbeitete, war ich immer gut angezogen. Mit meiner Geburt gab sie ihre Stelle jedoch auf und wurde Hausfrau. Sie nähte von nun an nur noch privat für einzelne, vornehme Kunden.“

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Kleiner Junge auf dem Odeonsplatz, 1940

Diese Fotografie aus dem Jahr 1927 könnte heute als Warnung in den Städten aufgehängt werden, dass man es an Weihnachten dieses Jahr genauso NICHT machen sollte. An Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen, regelmäßiges Lüften und die Frage nach der Anzahl der Haushalte auf einem Fleck haben diese vier beschwipsten Personen auf dem Bild mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gedacht. Mit unserer heutigen Geschichte zum Bild von unserem Timeline-User Anheas schwelgen wir ein wenig in Erinnerung an vergangene Jahre und Jahrzehnte, als man sich unter dem Weihnachtsbaum und eventuell auf Schaffellen noch unbedacht in die Arme fallen konnte.

Zwei Damen und zwei Herren feiern Weihnachten leicht angetrunken auf Schaffellen aufe einem Bett.

Vor-Weihnachtsfeier, 1927   © Anheas

„Das Bild ist in Diepholz aufgenommen – genauer noch in der Steinstraße 36. Entstanden ist das Bild im Lager einer Gerberei für Felle. Die Gerberei hat bis 1995 existiert und ist nach mehr als 150 Jahren geschlossen worden. Aufgenommen hat das Bild unser ‚Opa‘ Hermann Müller.“

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Beschwipstes Weihnachten in Diepholz, 1927

Junges Paar beim Frühstück, 1978

Echte Liebe braucht keinen Luxus. Manchmal tun es auch rezitierte Liebesworte hinauf zur Angebeteten auf einem Balkon in Verona oder in unserem Fall ein Gaskocher, Sliwowitz zum Frühstück und ein provisorischer Tisch in der jugoslawischen Natur. In unserer heutigen Geschichte zum Bild plaudert unser Timeline-Fotograf Raigro ein klein wenig aus dem Nähkästchen und erzählt von seiner Reise durch das ehemalige Jugoslawien und seiner schönen Reisebegleiterin, die viele Jahre später seine Ehefrau wurde. 

Junges Paar beim Frühstück auf einem Campingplatz in der Nähe von Dubrovnik in Kroatien.

Junges Paar beim Frühstück, 1978   © Raigro

„Im Spätsommer 1978 wollte ich für 2-3 Wochen mit meinem VW-Käfer und Zelt eine Reise ins damalige Jugoslawien machen, um Land und Leute zu fotografieren. Ein paar Tage vor meiner geplanten Abfahrt, fragte mich eine Freundin, ob sie mitfahren könnte. Wir kannten und mochten uns schon länger, aber eine richtige Beziehung hatten wir nicht. Ich zögerte etwas, weil ich eigentlich eine Fotoreise machen wollte. Aber schließlich nahm ich doch gerne das Angebot, mit einer bildhübschen jungen Frau zu verreisen, an. Die Freundin war einige Jahre jünger als ich und sie hatte eine sehr positive und jugendliche Ausstrahlung. Sie war lebenslustig und spontan, aber auch mal verträumt und nachdenklich. So kam es, dass ich auf der Reise zwar viel fotografierte, aber weniger Land und Leute, sondern überwiegend meine Freundin. Sie posierte für mich in einem Oldtimer, der bei Dubrovnik verlassen im Gebüsch stand, und tanzte für mich bei Sonnenuntergang am Strand von Ulcinj. Wir hatten eine wunderschöne Zeit. Wir waren zwar mit dem Zelt unterwegs, aber weitere Campingausrüstung wie einen Tisch oder Stühle hatten wir nicht. Also suchten wir uns zum Frühstück irgendwo ein Plätzchen, wo wir wenigstens sitzen konnten und eine Art Tisch hatten. Der große Karton mit den Essensvorräten, dem Gaskocher und etwas Geschirr war immer dabei. Und ganz wichtig war auch der Sliwowitz, der unser Frühstück abrundete – es war schließlich Urlaub. Über Zadar und Dubrovnik fuhren wir runter bis Ulcinj an der Grenze zu Albanien. Mit Fotografieren, Baden, Sonnen, Relaxen und etwas Besichtigungen verbrachten wir eine schöne Zeit. Einige Jahre nach der Reise verloren wir uns aus den Augen. Zwanzig Jahre später wohnten wir beide jedoch wieder im Raum München und fingen an, uns auch wieder häufiger zu treffen. Ein paar Jahre später heirateten wir.“

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Junges Paar beim Frühstück, 1978

Abiturprüfung in Heidelberg, 1971

Ein Abiturient in seiner Deutschprüfung. Er zückt die Kamera und schießt ein Foto von seiner Klasse, den an der Tafel stehenden Aufgaben und dem Lehrer, der aufmerksam in die Runde schaut. Ein Spiel mit dem Feuer, das der Fotograf sogleich bereuen wird? Wie der Lehrer auf die Fotografiererei unseres Timeline-Fotografen Schneckes während seiner eigenen Abiturprüfung reagierte, erfahren Sie in unserer heutigen Geschichte zum Bild.

Der Lehrer ist erstaunt! Der erste Schüler gibt seine Arbeit ab.

Abiturprüfung in Heidelberg, 1971  © Schneckes

„Der erste Prüfungstag des Abiturienten-Jahrgangs 1971 im Helmholtz-Gymnasium Heidelberg. Traditionell wird mit den schriftlichen Prüfungen des Fachs Deutsch begonnen. Die 28 Abiturienten der Klasse 13b sitzen gespannt an den Einzeltischen und verfolgen, wie der Klassenlehrer die sechs Themen an die Tafel schreibt. Die Anspannung der Prüflinge ist groß. Welches Thema wähle ich? Was kann ich besser bearbeiten? Wozu kommen mir die besten Gedanken? Und mittendrin ich, mit meiner Kamera. Im Prüfungsfach Deutsch kann ich es wagen. Die Lehrer werden wohl nicht so streng sein. Spicken oder Abschreiben in Deutsch geht ja irgendwie nicht. Da ich ganz hinten sitze, gelingen mir einige gute Bilder mit Sicht auf die Tafel und die Themen. Später werde ich mutiger und mache einige Fotos von vorne. Schüler über die Hefte gebeugt, einige ziehen Grimassen, weil sie merken, dass ich fotografiere, einer beißt herzhaft in den mitgebrachten Hähnchenschlegel! Ja, so ein Deutsch-Abitur dauert ja schließlich vier Stunden. Und den Prüfungssaal darf man nur einzeln für die Toilettengänge verlassen. Eine Regel, dass fotografieren verboten war, gab es wohl nicht. Wahrscheinlich dachte keiner der Verantwortlichen, dass einer mit einem Fotoapparat zur Prüfung erscheint! Mit dem Deutschlehrer Herrn Rüdt verstand ich mich aber gut und er ließ mich gewähren (wahrscheinlich habe ich ihn vorher gefragt). Dann schnell noch ein Bild, als der erste Schüler abgibt. Der Lehrer denkt wohl – wie jedes Mal bei solchen Gelegenheiten – ‚wie kann man so schnell fertig sein und abgeben?‘ Auch ich habe keine Zeit mehr zum Fotografieren, ich muss mich ja beeilen um in der vorgegebenen Zeit fertig zu werden!“

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Abiturprüfung in Heidelberg, 1971

Hängebrücke in Deir ez-Zor, 1988

Beinahe unzählbar waren sie, die historischen Kulturgüter, deren Errichtung bereits in der Antike begann. Erbaut vor mehr als zweitausend Jahren, wurden viele Stätten, Bauwerke und Kulturgüter Opfer eines sehr jungen Bürgerkriegs. In die Liste der zerstörten Bauwerke, die dem Bürgerkrieg in Syrien zum Opfer fielen, reiht sich auch die berühmte Hängebrücke über den Euphrat in Deir ez-Zor ein. Die Brücke war ein Überbleibsel französischer Kolonialherrschaft in Syrien und wurde bis 2013 als Fußgängerbrücke genutzt. In diesem Jahr sprengten die Truppen vom Assad-Regime die historische Brücke und das Wahrzeichen der Stadt Deir ez-Zor.

Unser Timeline-User Schneckes hatte 1988 das Glück, die besondere Stimmung am Abend am Ufer des Euphrat einzufangen. In unserer heutigen Geschichte zum Bild erzählt er uns von seiner friedlichen, feuchtfröhlichen Erfahrung im Schatten der Hängebrücke von Deir ez-Zor.

Eine über den Euphrat führende Hängebrücke aus der französischen Kolonialzeit in der syrischen Stadt Deir ez-Zor.

Abendstimmung am Euphrat, 1988 © Schneckes

„Wir kamen am späten Nachmittag über die Hängebrücke zurück in die Stadt. Sie verbindet Deir ez-Zor mit einem Vergnügungspark, der – wie die Brücke – noch in der französischen Kolonialzeit angelegt wurde, was augenscheinlich war: Im Zentrum stand eine Kopie des Eiffelturms! Wir gingen in ein Restaurant am Euphrat-Ufer, wo wir am Abend gut gegessen und ein Bier genossen haben. Die Enttäuschung war groß, als der Kellner uns bedeutete, dass es nur süße Limonade und kein Bier gab. Hatten wir am Abend alles weggetrunken? Also löschten wir unseren Durst mit einer Limo. Plötzlich sprang ich auf. ‚Der dahinten trinkt ein Bier!‘ Ich bestellte die Bedienung und beklagte mich heftig. Mit einer stoischen Ruhe deutete sie nach oben und sagte ernsthaft: ‚Jetzt ist es dunkel und Allah sieht es nicht mehr!‘

In den Fotoalben Syrien in Farbe, 80er Jahre und Syrien Schwarzweiß, 80er Jahre finden Sie weitere Bilder von Schneckes‘ Reise nach Syrien 1988. Bei Timeline Images auf Pinterest haben wir passend zum Thema eine Pinnwand mit Brücken erstellt.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Hängebrücke in Deir ez-Zor, 1988

Jugendliche in Kopenhagen, 1965

Weder progressiv aggressiv, noch systemzersetzend oder machtbesessen – die „Gammler“ waren in den 1960er Jahren eigentlich eine friedliche Protestgemeinschaft in europäischen Großstädten, die ihre Ablehnung gegen die Leistungsgesellschaft, Bürgerlichkeit und Statussymbole für niemanden als sich selbst inszenierten. Wahrscheinlich war es der betont nach außen zur Schau gestellte alternative Lebensstil, der den Generationenkonflikt verdeutlichte und den noch vom Nationalsozialismus geprägten älteren Bürgern sauer aufstoßen ließ. In unserer heutigen Geschichte zum Bild macht uns Timeline-User Hubertus Hierl mit zwei dänischen „Gammlerinnen“ bekannt, die mit ihren langen Haaren stereotypisch für die Generation standen.

Jugendliche mit Parka in Kopenhagen.

Jugendliche in Kopenhagen, 1965   © Hubertus Hierl

„Universitätsviertel Kopenhagen im August 1965: An diesem Tag entsteht eine ganze Serie von Bildern, die etwas von dem Lebensgefühl der ‚Gammler‘, jungen, langhaarigen und gleichgültig wirkenden Menschen, wiedergeben: Die Bewegung des ‚Gammelns‘ – das heißt des ‚langsam tätig seins‘ entsteht Mitte der Sechziger als Protest gegen das bürgerliche Leben, ein Protest gegen die Elterngeneration. Es geht das geflügelte Wort um: ‚Arbeiten? Seh’n wir so aus?‘ Weitere Auffälligkeiten: Sie haben sich dem aktiven Nichtstun verschrieben. Es gilt: Take it easy. Haben diese jungen Leute irgendwelche Vorbilder? Ja: Diogenes. In allen größeren Städten haben sie ihre Treffs: In Paris die Rue de la Huchette am linken Seineufer, in München der Feilitzschplatz in Schwabing und in Amsterdam treffe ich sie beim National Monument am Dam. Die Gammlerbewegung schwappt auch nach Deutschland über, sehr zum Leidwesen des damaligen Bundeskanzlers Ludwig Erhard: ‚Solange ich regiere, werde ich alles tun, um dieses Unwesen zu zerstören.‘

Alle Bilder aus der Reihe finden Sie in unserem Fotoalbum Jugendliche in der 1960ern. Und auf Pinterest haben wir passend zum Thema die Pinnwand Jugendliche, 60er Jahre zusammengestellt.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Jugendliche in Kopenhagen, 1965

Unser Timeline-User Suedberlin erlaubt uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild einen Blick in die Vergangenheit. Der langjährige Karstadt-Architekt Philipp Schaefer erbaute ab 1927 das größte Warenkaufhaus der Weimarer Republik. Mit dem Stilmix aus Expressionismus, Art Déco und Neugothik stand das Karstadt-Kaufhaus am Hermannplatz in Berlin seinen amerikanischen Vorbildern in nichts nach. Dass Berlin sich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur fortschrittlichen Weltstadt entwickelte, zeigt sich bei diesem Gebäude unter anderem durch den eigenen U-Bahnhof und die ausgesprochen moderne technische Ausstattung. Da die SS das Kaufhaus am Ende des Zweiten Weltkrieges nicht der Roten Armee überlassen wollte, wurde es gesprengt. Eine geplante Rekonstruktion des ursprünglichen Gebäudes wurde bisher vom Kreuzberger Stadtentwicklungsamt abgelehnt.

Futuristisches Gebäude am Platz mit Trams und U-Bahnstation. Foto Erich Fritze Halle(Saale) 1905-76

Karstadt Kaufhaus Berlin-Kreuzberg 1934   © Suedberlin

„Das Karstadt-Kaufhaus am Hermannplatz in Berlin-Kreuzberg wurde 1929 eröffnet. Im Art-Déco-Stil von Philipp Schäfer entworfen, war es 7-stöckig und hatte als erstes Kaufhaus in Deutschland einen unterirdischen U-Bahn-Zugang. Erich Fritze fotografierte 1934 diese Ansicht von Süden. Im April 1945 wurde das Gebäude beim Kampf um Berlin von der Waffen-SS zerstört. In den 1950er Jahren ist es als „Bausünde“ wieder aufgebaut worden und soll nun die ursprüngliche Fassade zurück erhalten.“

Alle Bilder von Suedberlin finden Sie in unserer Datenbank. 

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

kommentar icon Kommentare deaktiviert für Karstadt-Kaufhaus in Berlin-Kreuzberg, 1934