Campingfreunde unter sich

Urlaub – Die Natur ist ihnen teuer

Endlich Ferien! Die ersten Bundesländern sind bereits im Sommerurlaub oder auf dem Weg dorthin. Welche Unterkunft die Erholungssuchenden für die schönsten Tage im Jahr wählen ist unterschiedlich. Den Luxus des Hotels, die familiäre Atmosphäre in der Pension, die Ruhe in der Ferienwohnung oder den Spaß und die Freiheit im Caravan oder Zelt. Campingurlaube erfreuen sich dabei immer größerer Beliebtheit. Wobei auch hier die Unterschiede sehr groß sind – von der Luftmatratze bis zum Luxus-Mobil. Auch in den 50er Jahren gab es eine echte Campingwelle. Mit dem wachsenden Wohlstand, immer mehr Menschen konnten sich ein Auto leisten, wuchs der Wunsch nach Freizeit. Worauf die Urlauber 1957 beim Stuttgarter „Camper“-Treffen geachtet hatten zeigen wir Ihnen in unserem Fundstück aus der Münchner Illustrierten Nr. 33 vom 17. August 1957.

 

 

36.000 Mark kostete der teuerste Wohnwagen beim Stuttgarter „Camper“-Treffen

   
 
Camper sein, heißt ein besonderes Wesen sein“, sagte ein Festredner über die am Campingplatz Versammelten – sehr mit Recht. Der Zustrom dieser besonderen Wesen hatte alle Stuttgarter Erwartungen haushoch übertroffen. Über sechstausend Menschen, darunter acht unter einem und 26 über siebzig Jahre alt, hatten mit 1421 Zelten, 1246 Wohnwagen und 36 Wohnautos auf dem von Lautsprechern durchdröhnten Gelände ihre Stellungen bezogen, um sich in den Gemuß des eingeengten Naturerlebnisses zu setzen.
   
Das Billigste und das Teuerste: Tausend Mark kostet der bewohnbare Zeltzusatz. Er paßt auf alle Personenautos, Kombiwagen und Kleinbusse, die ein Schiebedach besitzen. Mit diesem Aufbau, der zusammengeklappt nur vierzehn Zentimeter über das Autodach hinausragt, läßt sich der Wagen mit Hilfe von Hängematten, Luftmatratzen oder eingehängten Feldbetten in zwei übereinander liegende Schlafräume verwandeln.
Sechsunddreißgmal so teuer wie der Zusatz, zu dem man sich allerdings noch ein Auto anschaffen muß, ist der Luxuswohnbus, ein prächtiger Salon auf Achsen.
Kein Luxus war zu luxuriös, als daß er nicht in den Wohnwagen mitgeführt worden wäre, die aus aller Herren Ländern zum internationalen „Camper“-Treffen in Richtung Stuttgart rollten. Kühlschränke gelten bei den modernen Zigeunern schon beinahe als selbstverständliche Notwendigkeit. 
Nicht so alltäglich ist die rollende Komfortburg eines Frankfurter Geschäfts-mannes ausgerüstet, deren Bestückung neben einem Mikrophon mit Diktiergerät unter anderem aus einem Filmvorführgerät, einem Telephonanschluß und einem eigenen Transformator besteht.
Auch außerhalb ihrer Behausungen erwarteten das fahrende Volk auf dem riesigen, über hundert-tausend Quadratmeter großen Gelände rings um den eigentlichen Stuttgarter Campingplatz alle Wunder der Zivilisation.
Hierzu gehören vor allem die Waschzelte mit den Anschlüssen für elektrische Rasierer und die Herde, auf denen Familien Kaffee und Menüs kochen können. 
 
© Münchner Illustrierte 1957 Fotos: K. Schraudenbach 

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