Bademode selbstgemacht

Mode: Ab an den Strand!

Badebilder AmerikaKleidung selber nähen liegt wieder voll im Trend. Durch phantasievolle und individuelle Gestaltung heben sich die Kleidungsstücke von der Masse ab und sind außerdem noch günstig. Besonders bei der Bademode kann jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen. Schon in den 50er Jahren waren selbstgenähte Badeanzüge der letzte Schrei. Dies sehen Sie auch in unserem Fundstück von Hannes Betzler aus der Münchner Illustrierten Nr. 26 vom 28. Juni 1952, das den ganzen Prozess, von der Ideensuche über die Entstehung, bis hin zum fertigen Kleidungsstück aufgreift.

 

Do-It-Yourself Bademode der 50er ÜberschriftBademode_Titelbild

Junge Damen mit Phantasie und nicht viel barem Geld entdecken neue Badeanzüge in der alten Flickentruhe. Omas Unterroch hat weiße Spitzen: Abtrennen! Der schwarze Samt, aus dem der Anzug entstand erlebte schon so manche rauschende Ballnacht. Die Wasserfestigkeit dieses Modells – dem Verhalten der Trägerin nach zu urteilen – ist wohl nur bedingt gegeben.
 
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Der erste Regentag des regenreichen Frühjahrs verstrich in diesem Haus nicht ungenutzt. Im Rahmen des planmäßigen Feldzuges gegen die Motten wurde die alte Flickentruhe entdeckt. Aus ihren unerforschten Tiefen quollen längst vergessene Schätze ans Tageslicht, und aus der dadurch angeregten Modejournal-Lektüre entsprang die Erkenntnis: Die eigene Phantasie ist weit billiger als die der Modepäpste.
Anprobebereit sein ist nicht alles. Der richtige Modeschöpfer braucht auch noch eine Nähmaschine, Faden, Stoff und Einfälle. Wer all das hat, ist der Sorge um die Gestaltung seiner Freizeit enthoben – sie weicht der Sorge um die Gestaltung der Modelle und, so sonderbar es auch klingen mag: dem ungeduldigen Wunsch nach noch rascherem Wechsel der Mode. Akkordsatz für Weißnäherinnen bei der Schwarzarbeit: Ein Badeanzug pro Stunde.
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Und das war einmal eine Markise. Die Umgestaltung in einen schräggestreiften Badeanzug ist Kreation Nummer eins in einer Reihe von Modellen, die dem Trousseau eines Hollywoodstars alle Ehre machen würden. Reizvolle Eigenheit: Auf dem Wasser schwimmende Schärpe.
Von der Aussteuer entlehnt: vier kanariengelbe Frottiertücher mit bunten Randstreifen. Ringsum zusammengenäht, ergeben sie wie von ungefähr ein Badecape, das auch mit Gürtel hübsch aussieht. Vor Nachahmung wird nicht gewarnt.

© Münchner Illustrierte 1952 Fotos: Hannes Betzler


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