Schlagwort-Archiv: Zweiter Weltkrieg

Weihnachten in Bromberg, 1939

Kaum zu glauben, aber wahr: In vier Tagen ist Heiligabend. Die Weihnachtszeit läd dazu ein, zur Ruhe zu kommen und etwas mit der Familie zu unternehmen. Auch das obligatorische Vorlesen von Weihnachtsgeschichten unter dem Tannenbaum gehört für viele dazu. Doch christliche Weihnachtsbräuche waren damals nicht frei von der nationalsozialistischen Ideologie, wie uns Community-Mitglied Juergen in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt.

Mutter sitzt auf der Couch und liest in einem Buch. Vielleicht die Weihnachtsgeschichte? Drei Jungen sitzen unter einem Tannenbaum.

Weihnachten in Bromberg 1939   © Juergen

„Es war einmal ein…So fingen die meisten Erzählungen unserer Mutter in der Kindheit an. Als wir dann selber lesen konnten, waren es auch die ersten Worte der meisten Märchen, nicht nur zur Weihnachtszeit. Bis zum Kriegsende lebten wir in relativem Wohlstand in Bromberg. Auf der Spitze des Weihnachtsbaumes brannte die blaue Kerze, die die Treue der Auslandsdeutschen darstellen sollte. Das Märchen einer friedvollen Kindheit war im Januar 1945 mit der Flucht in einem Pferdewagen über vereiste Landstraßen bei -18°C Kälte und später ab Schneidemühl in einem Güterwagen der Deutschen Reichsbahn Richtung Berlin zu Ende.“

Weitere Bilder zum Thema gibt’s in unseren Fotoalben Weihnachten, 30er Jahre, Weihnachtsbäume und Kinder an Weihnachten oder auf unseren Pinterest-Pinnwänden Weihnachtsbräuche, Schöne Bescherung! und Weihnachten Historisch.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

Flüchtlinge in Piding, 1946

Unsere Geschichte zum Bild im März dreht sich diesmal um ein historisches Ereignis, das erstaunliche Parallelen zur heutigen Zeit aufweist. Das äußerst wertvolle Zeitdokument von Community-Mitglied AEhm, welches er uns im Rahmen des Fotoaufrufs „Bayern in der Nachkriegszeit“ zugesandt hat, zeigt die Essensausgabe an Kriegsflüchtlinge im Lager Piding, in dem seine Mutter damals als Kriegswitwe arbeiten musste. Ihr kleines Lächeln offenbart auf sehr eindringliche Art, dass die Zwischenmenschlichkeit zwischen all dem Elend und der Not nicht verloren gegangen ist.

„Das Foto zeigt meine Mutter (ganz rechts mit dem weissen Kopftuch) bei der Essensausgabe im Lager Piding, Lkrs. Berchtesgaden. Meine Mutter arbeitete dort in der ‚Kantine‘. Hier wurde (Gemeinschafts-)Essen an die Bewohner/Insassen ausgegegeben. Die Gesichter sprechen Bände und bedürfen keiner weiteren Beschreibung. Die Leute wohnten auf engstem Raum in Gemeinschaftsunterkünften und Baracken mit gemeinschaftlichen Sanitäranlagen. Wahrlich Vorläufer der heutigen Containersiedlungen. Piding war, wer weiß das heute noch, eines der größten Flüchtlingslager nach dem Krieg. Über zwei Millionen Flüchtlinge wurden aufgenommen und innerhalb der gesamten Bundesrepublik verteilt. Der Ortsteil Mauthausen wird heute noch Lager genannt. Was im Vergleich zur heutigen Diskussion um Flüchtlinge auch interessant ist: Bis in die Mitte der 1960er Jahre lebten ‚Flüchtlinge‘ dort in Baracken mit Gemeinschaftsbad und -WC und maximal zwei Zimmern pro Familie. Weiterlesen…

Familie mit Löwenbaby, 1941

Nicht enden wollende Bombenangriffe und eine immer näher rückende Kriegsfront: all dies lag im Sommer des Jahres 1941 für die Berliner noch in weiter Ferne und das Leben in der deutschen Hauptstadt schien sorglos. Ein Besuch im Berliner Zoo war in den frühen Kriegsjahren noch ebenso selbstverständlich wie heute. Timeline-User Aehle war zu dieser Zeit gerade einmal zwei Jahre alt, als er zusammen mit seinem Vater und seiner Tante mit einem Löwenjungen für ein Porträt posierte. Vom trügerisch friedlichen Alltag abseits der Frontlinien des Zweiten Weltkrieges erzählt er in unserer Geschichte zum Bild im August:

Familie mit Löwenbaby, 1941

„Am Donnerstag, 14. August 1941, – wenige Wochen nach meinem zweiten Geburtstag – besuche ich mit meinem Vater und seiner Schwester den Berliner Zoo. Sie kümmerte sich damals um unseren Haushalt stellvertretend für meine Mutter. Die lag hochschwanger in einer Berliner Klinik und sollte einen Tag später am 15. August ein gesundes Mädchen zur Welt bringen: meine Schwester Ulla, die in ihrem Wesen bis heute dem August-Sternbild des Löwen alle Ehre macht.

An jenem 14. August sollten wir für das Erinnerungsfoto unseres Zoo-Besuches ein kleines Raubtier in unserer Mitte halten und ich meine, das haben wir gut hinbekommen. Weiterlesen…