Schlagwort-Archiv: Kultur

Im Café de Flore, 1964

Draußen im Café sitzen, die Seele baumeln lassen, Menschen beobachten und über das Leben philosophieren – gibt es einen noch schöneren Zeitvertreib bei diesen fast schon hochsommerlichen Temperaturen? Allerdings: Mit der Kamera auf die Jagd nach Berühmtheiten gehen, wie uns Community-Mitglied leicar6 in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzählt.

Junge Pariserin im Existentialistencafe Cafe de Flore in Paris„Paris 1964. Unterwegs im Quartier Latin am linken Seineufer. Man sagte mir, dass ich – wenn ich Glück habe – im Café de Flore vielleicht Juliette Gréco, die berühmte Chansonsängerin von Saint-Germain-des-Prés, antreffen könnte, vielleicht auch Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Ich gehe also den Boulevard Saint-Germain entlang zum Flore. In die Kamera setze ich ein lichtstarkes Objektiv ein und nehme einen hochempfindlichen Film. Bei einer Tasse Kaffee, die damals in diesem Hause noch erschwinglich war, warte ich – vergebens. Es ist schon dunkel, als ich das Flore verlasse. Draußen drehe ich mich noch einmal um, da entdecke ich durch das große Fenster – nein, nicht die Gréco -, aber eine jener echten oder vielleicht auch nur gespielten Existenzialistinnen, die damals zu Saint-Germain-des-Prés gehörten und in diesem Viertel zu Hause waren. Besondere Kennzeichen: lange, schwarze, glatte Haare, Rollkragenpullover, schwarze Hose, schwarzer Mantel. Ferner: blasses schmales Gesicht, auf den Lippen dieses sanfte Lächeln, Zigarette rauchend. Ich warte einen günstigen Moment ab und drücke dann auf den Auslöser meiner Kamera.“

Foto: Im Café de Flore © leicar6

Wenn Sie auch Lust bekommen haben, im Café zu sitzen und Leute zu beobachten, dann stöbern Sie doch einfach in unseren Fotoalben Cafészenen 1919-1990, Cafés in Berlin 1900-1989 oder Cafés und Biergärten in München 1900-1989. Auf Pinterest finden Sie außerdem stimmungsvolle Pinnwände zu den Themen Licht und Schatten und Lebensfreude.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufügen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

Frau vor der Akropolis in Athen, 1969

Sonne, Regen, Schnee und Hagel…und das an einem Tag. Kein Wunder sind Regenschirme das nützlichste Accessoire in diesen bisher nicht so wonnehaften Maitagen. Doch es gibt ein wenig Trost: Selbst im sonnigen Griechenland macht der Wettergott ab und zu Faxen, wie uns Community-Mitglied Juergen in seiner Geschichte zum Bild erzählt.

Frau vor der Akropolis in Athen, 1969 © Juergen

„Da es regnete, ja auch in Griechenland mal, nahm ich ein Taxi von meinem Hotel in Kifissia zur Akropolis. Mit meinem gymnasialen Altgriechisch konnte ich mich mit dem Taxitzis solala unterhalten. Ich fragte ihn, ob ich in luftiger Höhe auch die Seelen der Griechen erkunden könnte. Er sagte einige Male ‚Nai, Nai‘. Jedoch was fand ich? Eine Touristin, die für mich mit dem Regenschirm posierte und jede Menge Sprücheklopfer, die alles Mögliche und Unmögliche anboten.“

Wenn Sie das Schietwetter genauso satt haben wie wir, dann werfen Sie doch mal einen Blick in unsere sommerlichen Fotoalben Südfrankreich 60er Jahre, Schwimmen in den 60ern, oder Sommer in London, 60er Jahre oder auf unsere Pinnwände Farbenfroh, Sonnenstrahlen oder Sommerfrische auf Pinterest.

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Sinai-Halbinsel

Kultur: Kloster am Berg Sinai

Kinder im Sinai, 1974

Die Region Sinai ist uns vor allem durch Kämpfe und Krisen bekannt. Jedoch verbergen sich in der beeindruckenden Landschaft auch bedeutende Kulturgüter. Am Berg Sinai, wo der Bibel nach Moses die Zehn Gebote von Gott erhielt, liegt das 1500 Jahre alte Katharinenkloster. Vor sechzig Jahren besuchte der Fotograf Max G. Scheler dieses Kloster. Seine dort gewonnenen Eindrücke können Sie in unserem Fundstück aus der Münchner Illustrierten Nr. 52 vom 24. Dezember 1955 sehen.

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Moskau

Kultur: Reise nach Moskau

ThumbnailAls erster Fotoreporter der Bundesrepublik war Hannes Betzler 1955 in Moskau. Er begleitete die Krefelder Eishockeymannschaft zu ihren Rückspielen gegen Dynamo Moskau. Während seines Aufenthaltes dort interessierte er sich nicht für politische Debatten, bewusst war auch seine Kamera „unpolitisch“. Er wollte in Moskau nur das Leben fotografieren, wie er es sah. Seine Eindrücke von dieser Reise sehen Sie in unserem Fundstück von Hannes Betzler aus der Münchner Illustrierten Nr. 8 vom 19. Februar 1955. Weiterlesen…

Ferien in Bayern

Alltag: Kurs auf Ruhpolding

Busausflug nach ÖsterreichFerien in Ruhpolding, einem Dorf, das heutzutage als der Inbegriff des bayerischen Wintersports gilt. Doch seine Popularität entspringt nicht etwa den Zeiten von Biathlon & Co. Schon 1933 wurde der Ort im Süden des Landkreises Traunstein von dem Berliner Reiseunternehmer Carl Degener entdeckt. Mit seinem Pauschalreisenprogramm Touropa initiierte er vor allem in der Nachkriegszeit einen regelrechten Touristenboom, wie das Fundstück unseres Fotografen Kurt Schraudenbach aus der Münchner Illustrierten Nr. 33 vom 16.August 1958 berichtet.

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Theatersaison

Beginn der Theatersaison!

DamenEs wird Herbst! Die Tage werden kürzer, die Blätter bunt und die Temperaturen fallen. Das passende Wetter, um die Abende zuhause zu verbringen oder ins Theater zu gehen. Denn in dieser Zeit beginnt die Theatersaison mit ihrem neuen Programm. Eines der beliebtesten Theater Münchens ist das Residenztheater. Nach der Zerstörung, während des Zweiten Weltkrieges, wurde es als „Neues Residenztheater“ wieder aufgebaut. Wie dieser Aufbau in Bildern aussah, zeigt folgendes Fundstück unseres Fotografen Hannes Betzler aus der Münchner Illustrierten Nr. 4 vom 27. Januar 1954.

 

 

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Glamour bei der „Biennale des Ostens“

KULTUR – Die IX. Internationalen Filmfestspiele in Karlsbad

Am 7. Februar beginnt mit der 63. Berlinale die neue Saison der internationalen Filmfestivals. Die seit 1951 jährlich veranstalteten Berliner Filmfestspiele sind eine der weltweit bedeutendsten Veranstaltungen der Filmbranche und gehören zur A-Kategorie der Filmfestivals. Ein weiteres Mitglied dieser Gruppe ist das jährlich in Karlsbad stattfindende Internationale Filmfestival Karlovy Vary. Es feierte seine Premiere 1946 und ist somit eins der ältesten Filmfeste der Welt. Einen Einblick in das erste Jahr dieser traditionsreichen Veranstaltung in dem es auch einen westdeutschen Beitrag gab, bekommen sie in unserem Fundstück aus der Münchner Illustrierten Nr. 30 vom 28. Juli 1956.

 

„Einundvierzig Filmnationen treffen sich auf der ‚Biennale des Ostens’“

 

Ost und West bei einem Walzer.Der große Begrüßungsempfang des Tschechoslowakischen Staatsfilms vereinigte alle Festival-Teilnehmer zu einer Art gemütlichen Beisammenseins und Tanzvergnügens. In dem teils brav bürgerlich, teils exotisch bunten Bild sah man kostbare Abendkleider und einfache Blusen, Smokings und offene Hemdkragen, Sakkos und Sarongs.
 
Als Kolleginnen begrüßen sich die chinesische Schauspielerin Schang Kuan Jün-Tschü und der sowjetrussische Nachwuchsstar Tatjana Konjuchowa bei der Eröffnung der IX. Internationalen Filmfestspiele in Karlsbad. 41 Länder, darunter zum erstenmal auch die westdeutsche Filmindustrie, entsandten Delegationen sowie Spiel- und Kulturfilme zu dem mit zahlreichen Preisen ausgestatteten Wettbewerb.
 
Empfang um Mitternacht. Die Delegation der Sowjetunion veranstaltete ihren eigenen Festabend und lud alle Teilnehmer der Karlsbader Festivals Punkt 12 Uhr nachts in die altmodisch-pompöse Wandelhalle des Kur- und Badehauses. Die Delegationsführer sowie Stars und Starlets (links die prominenteste Diva, Lydia Smirnova) begrüßten ihre Gäste am Eingang. Drinnen gab es die obligaten Trink- und Tafelfreuden; man machte höfliche Konversation und einen weiten Bogen um Politik.
Die westdeutschen Vertreter der Filmindustrie wurden anläßlich der Vorführung des Films „Die Ehe des Dr. Danwitz“ dem Festspielpublikum vorgestellt.
Die lustigen Indonesier, der Filmproduzent Basuki Efendi und der Presseattaché der indonesischen Gesandtschaft in Bern, Des Alvi, verliehen den vielen Parties Farbe und Atmosphäre.
Aus Schweden war Elsa Prawitz-Mattson erschienen, die in dem Welterfolg „Sie tanzte nur einen Sommer lang“ mitwirkte. Auch ihr Regisseur-Gatte Arne gehörte zur schwedischen Delegation. Aus Polen kam Barbara Polomska, Titelheldin des Films „Die Warschauer Sirene“. Man sah überwiegend Nachwuchs, neue Namen und junge Gesichter. Die Standard-Stars schickten Grüße.
 

© Münchner Illustrierte 1956 Fotos: Alfred Strobel

 

Bilder zum Thema Film finden Sie übrigens in unserer Community auf www.timeline-images.de. Noch mehr spannende Artikel aus der Münchner Illustrierten finden Sie in regelmäßigen Abständen in unserer Rubrik Fundstücke, zusammen mit einem bunten Potpourri aus den Themenbereichen Kultur, Sport, Mode & Schönheit, Stars & Adel, Politik, Wirtschaft und Alltag. Lassen Sie sich überraschen! Ihr Timeline Images Team PS: Wenn Ihnen unsere “Fundstücke” gefallen, sind Sie herzlich eingeladen, diese mit Ihren Freunden und Bekannten zu teilen, z. B. über unseren “Share”-Button:

 

Italien steht Kopf

KULTUR – Ein Fernsehquiz verändert das Land

Mindestens 6 Millionen Zuschauer schalten montags und freitags den Fernseher ein, um Wer wird Millionär zu sehen. Viele sitzen dabei gemütlich auf der Couch, trinken etwas Leckeres und essen Schokolade, Weingummi oder Chips. Sie sehen durchaus realistische Chancen, selbst einmal auf dem Stuhl zu sitzen und es besser zu machen als der aktuelle Kandidat, oder schweifen ab zu früheren Quizsendungen, wie Jeopardy! oder Der Große Preis. Ein gemütlicher Quizabend, der so ganz anders ist, als es die Italiener 1956 erlebt haben. Wie Italien jeden Donnerstag von Kopf bis Fuß in „popularisierten Wahnsinn“ verfällt, sehen Sie in unserem heutigen Fundstück aus der Münchner Illustrierten Nr. 40 vom 06.Oktober 1956.

 

„Stunde der nationalen Paralyse“

 
 
Kleines Drama, ganz groß: Silvia ist Studentin. In Rom besitzt sie einen Kiosk, mit dem sie ihr Studium finanziert. Sie hatte sich drei Monate lang auf die Sendung vorbereitet. Aber schon bei der ersten Etappe, als es um nur 200 000 Lire ging, versagte sie. Woher sollte sie auch wissen, wer das Drehbuch eines uralten Buster-Keaton-Films geschrieben hatte? Hemmungslos weinte sie los, und ganz Ialien fand das ebenfalls zum Heulen.
 
Populärster Mann Italiens ist der Italoamerikaner Mike Buongiorno, der das Fernseh-Quiz mit souveräner Ruhe und mit Charme leitet. Er versteht es meisterhaft, die Kandidaten amüsant über ihr Privatleben und ihre Schwächen auszuhorchen. Auf Mikes wohlwattierten Schultern ruht große Verantwortung. Er ist unersetzlich, und nur schaudernd denken die Italiener an die schreckliche Möglichkeit, er könne einmal krank werden.
Da liegt die Heilige Kuh begraben… Unser erster Kandidat mußte zunächst nach diesem Totenkopf die Stammeszugehörigkeit definieren. Dann wurde er nach dem Unterschied zwischen Daiaki- und Bisciari-Negern gefragt (Antwort: „Die Daiaki begraben ihre Heilige Kuh“). Jetzt mußte er notgedrungen aufhören, weil seinen im Studio anwesenden Gläubigern die Teilsumme in der Hand lieber war als die 5,12 Millionen Lire (37 000 Mark) auf dem Dach.
„Etwas oder nichts“, so lautete die Devise für die italienischen Filmtheater, die der Konkurrenz durch das Fernseh-Quiz zunächst machtlos gegenüberstanden. Jetzt unterbrechen sie jeden Donnerstag ihr Abendprogramm und übertragen „Alles oder nichts“, von dem ein ganzes Volk träumt. Und für fünf viertel Stunden ist Italien zu einem nationalen Narrenhaus geworden.
Die schlaue „Miß Überfluß“: Maria Luisa Ganoppo ist Tabakverkäuferin in der Provinz. Wegen ihrer ausgeprägten weiblichen Reize protestierten die Frauenverbände gegen ihr Auftreten. Aber unaufhaltsam schob sich Maria mit ihrer enormen Kenntnis des griechischen Dramas von Etappe zu Etappe. Am letzten Donnerstag schließlich gewann sie die 5,12 Millionen Lire.
Im Nebenraum einer Kirche an der Piazza Bologna in Rom freut man sich, daß es nun endlich losgeht. Das Quiz besteht erst seit einem halben Jahr, hat aber bereits jetzt eine Popularität erlangt, mit der sich nicht vergleichen läßt. Viele Geistliche haben ihre Gotteshäuser zur Verfügung gestellt und der Kirche dadurch ein Mitspracherecht bei dieser Sendung erkauft. Donnerstag, 21 Uhr: in den Bars und Trattorias Italiens gibt es keinen freien Platz mehr – und keine Getränke. Denn die Kellner starren genauso gebannt auf den Schirm wie ihr Publikum. Wenn die Stunde schlägt: Donnerstag, wenige Sekunden vor 21 Uhr, im Fernsehstudio in Mailand. Schwitzend steht der Kandidat in der Glaskabine und wartet auf das Startzeichen zum Quiz „Lascia o raddoppia“. Schon vor Monaten hatte er sich angemeldet. Aber wöchentlich gehen mehrere Tausend Bewerbungen im Mailänder Studio ein. Unser Kandidat bestand die zwei Vorprüfungen, durch die man herausfinden will, ob der Bewerber auf seinem Spezialgebiet – das nicht sein Beruf sein darf – auch tatsächlich beschlagen ist. Unser Mann wählte „Völkerkunde“.


© Münchner Illustrierte 1956 Fotos: K. Schraudenbach


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