Schlagwort-Archiv: Frankreich

Straßenmaler in St. Tropez, 1966

Frisch aus dem Winterschlaf erwacht zeigt sich der Sommer um die Pfingstfeiertage von seiner besten Seite. Die Ferien haben begonnen, die Urlaubssaison wird langsam aber sicher eingelĂ€utet und Urlauber strömen wieder in Scharen gen SĂŒden, genauso wie Community-Mitglied Zeitlmeir in unserer aktuellen Geschichte zum Bild.

Ein Straßenmaler steht, umringt von einer Zuschauertraube, am Hafen von St. Tropez.

Straßenmaler in St. Tropez, 1966 © Zeitlmeir

„Das ‚Pariser Journal‘ von Georg Stefan Troller, das von der ARD in den sechziger Jahren ausgestrahlt wurde, war der Impuls und machte Frankreich zu meinem Sehnsuchtsland. Nach Beendigung des Wehrdiensts machte ich mich zusammen mit einem Freund im VW-KĂ€fer auf in die Provence und an die CĂŽte d’Azur. Im Gegensatz zu Deutschland war die Hippie-Welle in Frankreich bereits angekommen, dieses freie und offene Treiben hat uns stark beeindruckt. Die meiste Zeit verbrachten wir am Strand. So kurz vor Mitternacht traf man sich noch mitten in der Altstadt, auf dem kleinen Platz vor der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption an einem Pommesstand, um den Tag ausklingen zu lassen. Straßenmaler am Hafen von St. Tropez malten meist Kinder mit großen, traurigen Augen. Auf dem Foto ist Willy der Belgier, wie wir ihn nannten, mit seinem kleinen Äffchen auf der Schulter in Aktion zu sehen. Wir lernten auch einen angehenden KĂŒnstler aus dem bayerischen Oberland kennen, der hier versuchte, seine Werke an den Mann zu bringen. Nach ein paar Tagen verließen wir St. Tropez in Richtung Marseille, die EindrĂŒcke sind bis heute erhalten geblieben.“

Wenn Sie sich noch inspirieren lassen wollen oder sich schon einmal auf Ihren nÀchste Auszeit einstimmen möchten, dann werfen Sie doch mal einen Blick in unsere Urlaubsfotoalben Strand, 60er Jahre, Sommerurlaub, 60er Jahre, oder Kreuzfahrten, 60er Jahre oder auf unsere PinnwÀnde Marokko,1960er, Paris, 1960er oder New York, 1960er auf Pinterest.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufĂŒgen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

Im Café de Flore, 1964

Draußen im CafĂ© sitzen, die Seele baumeln lassen, Menschen beobachten und ĂŒber das Leben philosophieren – gibt es einen noch schöneren Zeitvertreib bei diesen fast schon hochsommerlichen Temperaturen? Allerdings: Mit der Kamera auf die Jagd nach BerĂŒhmtheiten gehen, wie uns Community-Mitglied Hubertus Hierl in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erzĂ€hlt.

Junge Pariserin im Existentialistencafe Cafe de Flore in Paris„Paris 1964. Unterwegs im Quartier Latin am linken Seineufer. Man sagte mir, dass ich – wenn ich GlĂŒck habe – im CafĂ© de Flore vielleicht Juliette GrĂ©co, die berĂŒhmte ChansonsĂ€ngerin von Saint-Germain-des-PrĂ©s, antreffen könnte, vielleicht auch Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Ich gehe also den Boulevard Saint-Germain entlang zum Flore. In die Kamera setze ich ein lichtstarkes Objektiv ein und nehme einen hochempfindlichen Film. Bei einer Tasse Kaffee, die damals in diesem Hause noch erschwinglich war, warte ich – vergebens. Es ist schon dunkel, als ich das Flore verlasse. Draußen drehe ich mich noch einmal um, da entdecke ich durch das große Fenster – nein, nicht die GrĂ©co -, aber eine jener echten oder vielleicht auch nur gespielten Existenzialistinnen, die damals zu Saint-Germain-des-PrĂ©s gehörten und in diesem Viertel zu Hause waren. Besondere Kennzeichen: lange, schwarze, glatte Haare, Rollkragenpullover, schwarze Hose, schwarzer Mantel. Ferner: blasses schmales Gesicht, auf den Lippen dieses sanfte LĂ€cheln, Zigarette rauchend. Ich warte einen gĂŒnstigen Moment ab und drĂŒcke dann auf den Auslöser meiner Kamera.“

Foto: Im Café de Flore © Hubertus Hierl

Wenn Sie auch Lust bekommen haben, im CafĂ© zu sitzen und Leute zu beobachten, dann stöbern Sie doch einfach in unseren Fotoalben CafĂ©szenen 1919-1990, CafĂ©s in Berlin 1900-1989 oder CafĂ©s und BiergĂ€rten in MĂŒnchen 1900-1989. Auf Pinterest finden Sie außerdem stimmungsvolle PinnwĂ€nde zu den Themen Licht und Schatten und Lebensfreude.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Zögern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts können Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzufĂŒgen. Wir freuen uns auf Ihre persönliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

Pablo Picasso in Fréjus, 1966

Im Sommer des Jahres 1966 fotografierte Timeline-User Hubertus Hierl in SĂŒdfrankreich. In einer Stierkampfarena in FrĂ©jus entdeckt er unter den Zuschauern zufĂ€llig eine außergewöhnliche Person, die er sogleich in einem Foto festhĂ€lt. Von einer unvergesslichen Begegnung vor 50 Jahren erzĂ€hlt Hubertus Hierl in unserer Geschichte zum Bild im August.

„Sommer 1966, SĂŒdfrankreich. Ich bin fĂŒr verschiedene Zeitungen und Zeitschriften unterwegs an der CĂŽte d’Azur, um das fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse bunte und schrille Treiben der jungen Leute mit der Kamera festzuhalten. Ich befinde mich in der NĂ€he von Cannes. Plakate kĂŒndigen fĂŒr Sonntag, den 7. August, einen Stierkampf im nahen FrĂ©jus an. Ich fahre hin. Schauplatz der KĂ€mpfe ist das antike Amphitheater, das aus römischer Zeit stammt.

Was nun folgt, ist eine Verkettung glĂŒcklicher UmstĂ€nde. Da ist zunĂ€chst der KartenverkĂ€ufer, der mir beim Anblick meiner beiden Leicas sogleich eine Pressekarte aushĂ€ndigt, mit der ich mich in dem Zuschauerrund frei bewegen kann. Weiterlesen…

Filmfestspiele in Cannes

Stars – Filmhimmel ohne Sterne

Wenn ab dem 16. Mai 2012 Nicole Kidman, Bruce Willis und Brad Pitt zu den 65. Filmfestspielen in Cannes kommen,  erwartet Cannes ein glĂ€nzendes Filmfest und die Franzosen beweisen im JubilĂ€umsjahr wieder einmal, dass ihr Festival das glĂ€nzendste unter den Filmwettbewerben ist. Die Anwesenheit von großer internationaler Prominenz war in der Vergangenheit nicht immer selbstverstĂ€ndlich. Im Jahr 1956 blieben sĂ€mtliche hochkarĂ€tige Stars wie Audrey Hepburn, Anna Magnani oder Marlon Brando den Festspielen fern. Die Filmfestspiele hatten Jahr fĂŒr Jahr an Bedeutung verloren. Sehen Sie selbst, in unserem FundstĂŒck aus der MĂŒnchner Illustrierten Nr. 19 vom 19. Mai wer im Jahr 1956Â ĂŒberhaupt auf den Filmfestspielen war und worĂŒber in der Presse geschrieben wurde.  Weiterlesen…

Hundefriedhof in Neuilly

Kurioses – Letzte Ruhe fĂŒr Vierbeiner

Im digitalen Zeitalter hĂ€ufen sich die Mitteilungen ĂŒber enthusiastische Tierfreunde, die ihre vierbeinigen Freunde in Sozialen Netzwerken anmelden und dort ein virtuelles Leben fĂŒhren lassen. Der Beweis, wie weit Tierliebe gehen kann, wurde allerdings schon vor 60 Jahren erbracht: mit der Einrichtung eines Hundefriedhofs bei Paris. Dort konnten Zweibeiner ihren tierischen Freund ĂŒber sein irdisches Dasein hinaus pflegen und verwöhnen. Unser heutiges FundstĂŒck aus der MĂŒnchner Illustrierten Nr. 18 vom 30. April 1955 zeigt den Hundefriedhof in Neuilly, einem Vorort von Paris, in dem bereits in den FĂŒnfzigern die sterblichen Überreste der haarigen Lieblinge zur ewigen Ruhe gebettet wurden.

„Zu Stein erstarrt stehen in Neuilly, einem Vorort von Paris, Hundefiguren aller Rassen ĂŒber geschmĂŒckten GrĂ€bern. Es sind DenkmĂ€ler der Dankbarkeit, die Menschen ihren toten vierbeinigen Freunden setzten. Denn hier, in Neuilly, befindet sich der Tierfriedhof von Paris.“ „Das Zeremoniell einer Beerdigung am Hundefriedhof ist nicht großartig. Aber die Liebe, mit denen die „trauernden Hinterbliebenen“ an ihren toten Vierbeinern hĂ€ngen, ist erschĂŒtternd.“
„Familientrauer am Grab des jĂŒngst verstorbenen Lieblings. Er war zu Lebzeiten verhĂ€tschelter Mittelpunkt der Familie und bleibt es auch nach seinem Tod.“ „In Stein gemeißelte Nekrologe, rĂŒhrend und zugleich unheimlich den Inschriften auf Menschenfriedhöfen Ă€hnlich, erzĂ€hlen in kurzen Worten ĂŒber den unvergesslichen Hund, der hier begraben liegt.“


Fotos: Kurt Schraudenbach
© MĂŒnchner Illustrierte 1955

FĂŒr die wesentlich erfreulicheren Bilder lebender Hunde sei allen Tierfreunden unser Fotoalbum Hunde ans Herz gelegt. Mit Bildern von brautjung, Dillo, sommerkind, TanteLuise, xingxeng, Youlia, Timeline Classics und SZ Photocollection.

"Freunde", © Timeline Images / TanteLuise

Haben Sie Interesse an weiteren Artikeln aus den 50er Jahren? In unserer Rubrik FundstĂŒcke, zeigen wir Ihnen in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Schmankerl aus den Themenbereichen Kultur, Sport, Mode & Schönheit, Stars & Adel und Alltag. Bis zum nĂ€chsten FundstĂŒck! Es grĂŒĂŸt Sie Ihr Timeline Images Team