Schlagwort-Archiv: 40er Jahre

Ostereiersuche in Wildsch├Ânau, 1942

Kommendes Wochenende versteckt der Osterhase wieder viele Schokoladeneier und S├╝├čigkeiten f├╝r die Kleinen. Doch die Ostereiersuche macht nur so lange Spa├č, bis der ├Ąltere Bruder sich einmischt und Ostereier klaut…wie Timeline-Mitglied LDoerfert uns in unserer aktuellen Geschichte zum Bild erz├Ąhlt. 

Zwei Kinder suchen Ostereier in Wildsch├Ânau in Tirol. Der Junge h├Ąlt seine Schwester im Arm, vor ihnen steht ein Osternest.

Ostereiersuche in Wildsch├Ânau, 1942   ┬ę LDoerfert

„Zu Ostern 1942 waren wir mit der Familie in der Wildsch├Ânau in Tirol. Damals machten wir uns um das Anwesen herum noch auf richtige Ostereiersuche. Ich hatte mein kleines Osterk├Ârbchen und ging flei├čig los. Nachdem ich ein Osternest gefunden hatte, hat mein 13 Jahre ├Ąlterer Bruder mir gleich ein paar Schokoeier gestohlen. Da war ich ziemlich sauer, und hatte auch gar keine Lust auf ein Foto…wie man sieht. Mit viel Geschrei hat er mir dann wieder ein Schokoei zur├╝ckgegeben.“

Falls Sie sich f├╝r weitere historische Ostermotive oder (meist) friedlichen Familienaufnahmen interessieren, dann sind unsere Fotoalben Ostern und Familie genau das Richtige f├╝r Sie. Unsere Pinnwand „Farbenfroh“ auf Pinterest stimmt Sie au├čerdem auf den Fr├╝hling ein. Und falls Sie wissen m├Âchten, wie Community-Mitglied HRath als Kind seine Osterferien im gleichen Jahr wie LDoerfert verbrachte, dann lesen Sie doch einfach seine Geschichte zum Bild „Junge mit Spielzeugauto, 1942“.

Alle unsere Bilder mit einer Geschichte finden Sie unserem Album. Haben auch Sie Geschichten zu Ihren Bildern auf Timeline Images? Z├Âgern Sie nicht, diese in der Community von Timeline Images zu teilen! Loggen Sie sich dazu einfach im Bereich Bilder hochladen ein und rufen Sie unter „Meine Bilder“ eines Ihrer Bilder auf. Mit der Funktion „Dieses Bild kommentieren“ unten rechts k├Ânnen Sie Ihre Gedanken, Erinnerungen und Anekdoten zum Bild hinzuf├╝gen. Wir freuen uns auf Ihre pers├Ânliche Geschichte! Ihr Team von Timeline Images

Junge mit Spielzeugauto, 1942

Der Fr├╝hling zeigt sich in seinem sch├Ânsten Kleid und die Osterferien sind bereits in vollem Gange: Die perfekte Zeit, um mit dem Spielzeugauto im Hof herumzufahren. In unserer Geschichte zum Bild im April erz├Ąhlt uns Community-Mitglied HRath, wie er mit seinen Fahr- und Sangesk├╝nsten sein erstes Geld verdiente. So macht das Drau├čenspielen gleich doppelt so viel Spa├č!

„Neben unserem Hof lag das Gel├Ąnde der Firma Schmidt Spiele, bei der mein Vater als Schreiner gearbeitet hat. Das Rennauto von der Firma Schuco habe ich von der Chefin meines Vaters, Frau Schmidt, zu Weihnachten bekommen. Leider bin ich mit meinem Flitzer nicht oft gefahren, da meine Eltern das Auto immer vom dritten Stock in den Hof tragen mussten. Dies geschah haupts├Ąchlich zu besonderen Anl├Ąssen, wenn ich zum Beispiel fotografiert werden sollte. W├Ąhrend ich meine Runden im Hof drehte, sang ich lauthals das deutsche Schlagerlied ‚Lili Marleen‘. Es war das einzige Lied, das ich auswendig kannte. Wenn ich sang, ├Âffnenten die Arbeiter in der Firma die Fenster und warfen mir 1-, 2- oder 5-Pfenningst├╝cke zu. Auch die Bewohner unseres Hauses kamen ans Fenster und applaudierten.“

Foto: Junge mit Spielzeugauto, 1942 ┬ę HRath

Als Einstimmung auf die Osterfeiertage k├Ânnen Sie in unserem Fotoalbum entdecken, wie seit ├╝ber einem Jahrhundert Ostern gefeiert wird. Bunte Fr├╝hlingsmomente erleben Sie in unserem Fotoalbum „Farbenfroh“.

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R├╝ckblick: Fotoaufruf Bayern in der Nachkriegszeit

Das vom Zweiten Weltkrieg zerst├Ârte Siegestor an der Leopoldstra├če in M├╝nchen, vermutlich noch w├Ąhrend des Krieges (undatierte Aufnahme). Die Alte Pinakothek vom Zweiten Weltkrieg zerst├Ârt (undatierte Aufnahme). Verkleidete Kinder feiern Fasching in M├╝nchen. Trambahnen halten am Karlsplatz in M├╝nchen. Ein kleines M├Ądchen f├Ąhrt im Stadion an der Dantestra├če in M├╝nchen Rollschuhe. Im Hintergrund sieht man die Borstei und das Gaswerk. Besucher beim Feiern im Paulaner Zelt auf dem M├╝nchner Oktoberfest. Das Luitpold-Theater wirbt mit einer gro├čfl├Ąchigen Anzeige f├╝r den Film "Katja - Die ungekr├Ânte Kaiserin". Im Vordergrund stehen Autos mit dem f├╝r die amerikanische Besatzungszone typischen "AB"-Kennzeichen. Rechts im Hintergrund sieht man die Griechisch-Orthodoxe Salvatorkirche. M├Ąnner veranstalten ein Hometrainer-Wettrennen auf Fahrr├Ądern. Ein Zeitungsh├Ąndler bietet Zeitungen vor dem Hauptbahnhof in M├╝nchen zum Verkauf an. Ein ├Ąlterer Herr mit Hut und Stock an der Wittelsbacher Br├╝cke in M├╝nchen. Blick vom Justizpalast auf die Maxburg, die Salvatorkirche und die angestrahlte Theatinerkirche. Ein M├Ądchen steht an einem Zaun an der Isar in M├╝nchen. Im Hintergrund sieht man die Ludwigsbr├╝cke, das Deutsche Museum und das Deutsche Patentamt (1. Bauabschnitt). Ein kleiner Junge steht neben einem H├╝hnerstall auf einem Bauernhof in Remlingen/Unterfranken. Links daneben ist ein VW K├Ąfer. Zwei Kinder in einem alten Lastwagen der Marke "Bavarian Truck Company". Frauen ernten Kartoffeln in Remlingen (Unterfranken) Ende der 40er Jahre. Schulm├Ądchen in Fuchsm├╝hl in der Oberpfalz mit Kannen f├╝r die Schulspeisung. Eine Gruppe von Menschen steht vor einem J├Ągerhaus (undatierte Aufnahme). Drei Kinder auf einem Schlitten in Mistelbach (Oberfranken). Die zwei Kinder auf der rechten Seite sind Geschwister; das linke M├Ądchen ist die Tante der beiden. Die Tante ist nur f├╝nf Jahre ├Ąlter als das M├Ądchen in der Mitte. Eine Mutter bereitet mit ihren beiden Kindern in der K├╝che das Essen vor. Eine Familie isst zusammen Hendl vom Wienerwald an der Amalienstra├če. An der Amalienstra├če wurde der erste Wienerwald gegr├╝ndet mit dem Slogan:  ?Heute bleibt die K├╝che kalt, wir gehen in den Wienerwald?. Mitglieder der Trachten- und Sch├╝tzenvereine bei einem Umzug in M├╝nchen.

Anl├Ąsslich des 70. Jahrestages der Landesverfassung des Freistaats Bayern suchten die S├╝ddeutsche Zeitung und Timeline Images ab Anfang Dezember 2016 Leserfotos vom Leben im Bayern der Nachkriegsjahre. Der gemeinsame Fotoaufruf entpuppte sich als voller Erfolg: ├ťber 400 Fotos erreichten die Fotocommunity und die Redaktion.

Die vielf├Ąltigen Motive, die uns per Post und E-Mail zugeschickt oder sogar pers├Ânlich vorbeigebracht wurden, zeigen das Leben im Bayern der Nachkriegszeit in all seinen Facetten.

Statue "Rosseb├Ąndiger" vor der Alten Pinakothek, um 1945 ┬ę LDoerfert

Statue „Rosseb├Ąndiger“ vor der Alten Pinakothek, um 1945

Die Aufnahmen dokumentieren sehr deutlich das widerspr├╝chliche Leben nach dem Krieg. Einige Bilder lassen das ganze Ausma├č der Zerst├Ârung durch die Luftangriffe erahnen, wie die Diastrecke „zerst├Ârtes M├╝nchen in Farbe“ von LDoerfert. Eine echte Besonderheit, denn farbige Zeitdokumente der in Tr├╝mmern liegenden Landeshauptstadt sind selten. Andere Motive zeigen wiederum die Versuche, Normalit├Ąt einkehren zu lassen. Aufnahmen von gemeinsamen Ausfl├╝gen mit der Familie oder mit Freunden, vom Urlaub in den Bergen oder am See, oder von Faschingsfeiern oder Volksfesten beweisen, wie das Leben trotz Verw├╝stung und Verlust weiterging. A propos Fasching: Nachkriegsbayern-Fotos von Keberlein und HRath dienten als Bebilderung f├╝r einen Artikel ├╝ber die M├╝nchner Faschingstradition und erschienen in der S├╝ddeutschen Zeitung am 3. Januar 2017 (Zugriff nur ├╝ber SZPlus).

Jungen im Kinderhort, 1946 ┬ę Rieder

Damenausflug, 1955 ┬ę UWitt

Mutter und Sohn in M├╝nchen, 1951 ┬ę drummer

Neben der Zerst├Ârung M├╝nchens sind sowohl der physische als auch der psychische Wiederaufbau Thema zahlreicher Einsendungen: Wir erhielten Bilder aus l├Ąndlicheren Regionen Bayerns, die Feldarbeiten, Heu- und Kartoffelernten zeigen aber auch Kriegsflucht oder die Kinderlandverschickung dokumentieren. Hinzu kommen auffallend oft Fotos, auf denen nur M├╝tter mit ihren Kindern zu sehen sind, als auch viele Schnappsch├╝sse von spontanen Alltagsszenen.

Der Fotograf Peter A. Schindler, der uns eine faszinierende Bildstrecke mit M├╝nchner Stra├čenszenen zukommen lie├č, wusste genau, wie er die Stimmung auf den Stra├čen M├╝nchens einf├Ąngt. Sein Gesp├╝r f├╝r sch├Âne Licht- und Schattenverh├Ąltnisse und den richtigen Augenblick honorierte die S├╝ddeutschen Zeitung mit einem eigenen Portrait. Am 24. Januar 2017 berichtete die SZ im M├╝nchner Regionalteil und auf SZ.de ├╝ber Peter A. Schindlers fotografische Anf├Ąnge im M├╝nchen der Nachkriegsjahre.

Zeitungsverk├Ąufer am M├╝nchner Hauptbahnhof, 1952 ┬ę Schindler

Besonders spannend wird es, wenn man die pers├Ânlichen Hintergr├╝nde erf├Ąhrt, die sich hinter den Bildern verbergen. In unserem Fotoalbum „Geschichte zum Bild: Nachkriegsbayern“ finden Sie Fotos mit sehr lustigen, aber auch ber├╝hrenden Geschichten, die uns von Lesern erz├Ąhlt und aufgeschrieben wurden.

Weitere Einsendungen aus dem Fotoaufruf k├Ânnen Sie auch in unseren Fotoalben „M├╝nchen in der Nachkriegszeit“, „Menschen im Nachkriegsbayern“ oder in unserer Bilddatenbank unter dem Stichwort „Nachkriegsbayern“ finden.

Wir bedanken uns hiermit noch einmal bei allen Lesern und Community-Mitgliedern, die uns Bilder zugeschickt haben und freuen uns schon auf den n├Ąchsten Fotoaufruf!

St├Âbern Sie doch in der Zwischenzeit ein wenig in unseren zahlreichen historischen Fotoalben!

Ihr Team von Timeline Images