Kategorie-Archiv: DIE GESCHICHTE ZUM BILD

Junge mit Spielzeugauto, 1942

Der Frühling zeigt sich in seinem schönsten Kleid und die Osterferien sind bereits in vollem Gange: Die perfekte Zeit, um mit dem Spielzeugauto im Hof herumzufahren. In unserer Geschichte zum Bild im April erzählt uns Community-Mitglied HRath, wie er mit seinen Fahr- und Sangeskünsten sein erstes Geld verdiente. So macht das Draußenspielen gleich doppelt so viel Spaß!

„Neben unserem Hof lag das Gelände der Firma Schmidt Spiele, bei der mein Vater als Schreiner gearbeitet hat. Das Rennauto von der Firma Schuco habe ich von der Chefin meines Vaters, Frau Schmidt, zu Weihnachten bekommen. Leider bin ich mit meinem Flitzer nicht oft gefahren, da meine Eltern das Auto immer vom dritten Stock in den Hof tragen mussten. Dies geschah hauptsächlich zu besonderen Anlässen, wenn ich zum Beispiel fotografiert werden sollte. Während ich meine Runden im Hof drehte, sang ich lauthals das deutsche Schlagerlied ‚Lili Marleen‘. Es war das einzige Lied, das ich auswendig kannte. Wenn ich sang, öffnenten die Arbeiter in der Firma die Fenster und warfen mir 1-, 2- oder 5-Pfenningstücke zu. Auch die Bewohner unseres Hauses kamen ans Fenster und applaudierten.“

Foto: Junge mit Spielzeugauto, 1942 © HRath

Als Einstimmung auf die Osterfeiertage können Sie in unserem Fotoalbum entdecken, wie seit über einem Jahrhundert Ostern gefeiert wird. Bunte Frühlingsmomente erleben Sie in unserem Fotoalbum „Farbenfroh“.

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Flüchtlinge in Piding, 1946

Unsere Geschichte zum Bild im März dreht sich diesmal um ein historisches Ereignis, das erstaunliche Parallelen zur heutigen Zeit aufweist. Das äußerst wertvolle Zeitdokument von Community-Mitglied AEhm, welches er uns im Rahmen des Fotoaufrufs „Bayern in der Nachkriegszeit“ zugesandt hat, zeigt die Essensausgabe an Kriegsflüchtlinge im Lager Piding, in dem seine Mutter damals als Kriegswitwe arbeiten musste. Ihr kleines Lächeln offenbart auf sehr eindringliche Art, dass die Zwischenmenschlichkeit zwischen all dem Elend und der Not nicht verloren gegangen ist.

„Das Foto zeigt meine Mutter (ganz rechts mit dem weissen Kopftuch) bei der Essensausgabe im Lager Piding, Lkrs. Berchtesgaden. Meine Mutter arbeitete dort in der ‚Kantine‘. Hier wurde (Gemeinschafts-)Essen an die Bewohner/Insassen ausgegegeben. Die Gesichter sprechen Bände und bedürfen keiner weiteren Beschreibung. Die Leute wohnten auf engstem Raum in Gemeinschaftsunterkünften und Baracken mit gemeinschaftlichen Sanitäranlagen. Wahrlich Vorläufer der heutigen Containersiedlungen. Piding war, wer weiß das heute noch, eines der größten Flüchtlingslager nach dem Krieg. Über zwei Millionen Flüchtlinge wurden aufgenommen und innerhalb der gesamten Bundesrepublik verteilt. Der Ortsteil Mauthausen wird heute noch Lager genannt. Was im Vergleich zur heutigen Diskussion um Flüchtlinge auch interessant ist: Bis in die Mitte der 1960er Jahre lebten ‚Flüchtlinge‘ dort in Baracken mit Gemeinschaftsbad und -WC und maximal zwei Zimmern pro Familie. Weiterlesen…

Mädchen im Kostüm, 1953

Es dauert nicht mehr lang, und verkleidete Feierwütige ziehen wieder durch die Straßen, um vor der Fastenzeit noch einmal so richtig ausgelassen zu feiern. Das Outfit von Ursula Schoierer ist zwar kein Faschingskostüm im klassischen Sinne  dennoch präsentiert sie ihr selbstgemachtes „G’wand“ voller Stolz und mit dem Wissen, dass sie etwas ganz besonderes trägt. In unserer Geschichte zum Bild im Februar berichtet uns Frau Schoierer, die uns im Rahmen des Fotoaufrufs „Nachkriegsbayern“ dieses Bild zugeschickt hat, wie sie zu ihren ersten nachhaltigen Kleidungsstücken kam.

„Dieses ‚Kostümchen‘ das ich auf dem Foto anhabe, war offensichtlich das einzig ‚g’scheide G’wand‘. Großmutter und Mutter hatten die Jacke vorausschauend sehr groß gestrickt, sie sollte die nächsten Jahre immer noch passen. Der Rock dagegen fing kurz an – die oberste Runde waren Schmetterlinge, dann im nächsten Jahr eine Runde Blumen, so ging es jedes Jahr weiter mit Marienkäfern, Fliegenpilzen und Herzerl.“

Foto: Mädchen in Kostüm, um 1953 © USchoierer

Als Einstimmung auf die fünfte Jahreszeit finden Sie in unserem Fotoalbum weitere Bilder von kostümierten Karnevalisten.

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Skifahrendes Mädchen, 1948

Sobald Deutschland unter Schneebergen versinkt und mit dem Schippen kaum nachkommt, bricht des Skifahrers liebste Jahreszeit an. Und wenn man als sechsjährige Hamburgerin das erste Mal die bayerischen Berge sieht, packt einen natürlich doppelt und dreifach der Ehrgeiz. In unserer Geschichte zum Bild im Januar berichtet SZ-Leserin Ursel Heins, die uns im Rahmen des Fotoaufrufs „Nachkriegsbayern“ dieses Bild zugeschickt hat, wie sie nach dem Krieg von ihren ersten Skiern träumte.

Eine 6-jährige Skifahrerin während des Weihnachtsurlaubs vor dem Untersberg bei Berchtesgaden.

„Ich bin in Hamburg geboren. Gegen Ende des Krieges kam ich mit meiner Mutter als ‚Evakuierte‘ nach Berchtesgaden und wurde dort 1948 eingeschult. in diesem Winter wollte ich genauso gut Skifahren lernen wie die einheimischen Nachbarskinder. Deshalb zeichnete ich auf meinem Wunschzettel für das Christkind ein Paar Ski – und sonst nichts… Am Heiligen Abend lagen sie dann tatsächlich unterm Christbaum: die besten Ski weit und breit – handgemacht vom Wagnermeister Klaus, dem überall bekannten ‚Ski-Klaus‘.“

Foto: Skifahrerin vor dem Untersberg, 1948 © Ursel Heins

In unserem Fotoalbum finden Sie weitere Bilder von Skifahrerinnen und Skifahrern aus der Nachkriegszeit.

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Nikolausbesuch, 1946

Einige liebe Kinder, die gestern Abend fleißig ihre Schuhe geputzt und vor die Tür gestellt haben, durften sich heute, am 06. Dezember, über Geschenke vom Nikolaus freuen. Manchmal schafft es der Heilige Nikolaus trotz seines straffen Zeitplans sogar, den Kindern ‚Hallo‘ zu sagen. Auch unser Community-Mitglied Wördehoff hatte vor 70 Jahren die Ehre, den Heiligen Nikolaus in Begleitung eines Engels persönlich zu treffen. Unsere Geschichte zum Bild im Dezember erzählt von dieser fröhlichen Begegnung in München während der Nachkriegszeit.

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„Dieses Nikolaus-Foto hat einen ganz besonders liebenswerten Hintergrund: Die Inhaberin eines Lebensmittelgeschäftes hat sich damals als Nikolaus verkleidet und zusammen mit ihrer Tochter (der Engel) die Kinder in der Nachbarschaft mit kleinen Gaben beschenkt. Leider ist mir der Name dieser wunderbaren Frau nicht mehr in Erinnerung. Ihre Nikolaus-Besuche wurden für einige Jahre Tradition, sie haben mich geprägt und ich kann stolz sagen, daß diese Frau damals bereits den ‚Zusammenhalt der Gesellschaft‘ praktiziert hat. Dass ich auf dem Foto die Zunge herausstrecke, wurde mir von meinen Eltern jahrelang vorgehalten – vielleicht war es der Schreck vor dem ‚Blitzlicht‘.“

Foto: Nikolausbesuch, 1946 © Wördehoff

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Blumenbinderin mit Kranz, 1926

Zugegeben, unsere lustige Geschichte zum Bild im November ist ganz schön versteckt. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass unser Community-Mitglied Schmid die authentischen und lebhaften Kindheitserinnerungen ihrer Mutter an diese Zeit mit uns teilt. Die Fotografie aus dem Jahre 1926 zeigt eine junge Auszubildende, die vor Johanna Schweigers Blumenladen am Münchner Ostfriedhof einen Blumenkranz schmückt. Die Mutter unserer Userin verknüpft mit dem Bild zahlreiche fröhliche Begegnungen mit keinem Geringeren als dem berühmten Komiker Karl Valentin aus der Münchner Au. Die Erinnerungen an seine Besuche im Blumenladen bezeugen, dass der Humorist, der übrigens ein Sammler alter Fotografien aus München war, auch im Alltag den Humor im Herzen trug.

Auszubildende im Blumengeschäft von Johanna Schweiger am Ostfriedhof arrangiert Blumen an einem Kranz. ?Der Karl Valentin kam in dieser Zeit oft in unser Blumengeschäft an der Tegernseer Landstraße und seine erste Frage war dann: ?Wo is mei kleines Fräulein, des mia mein Hund zsammsitzt?? Dann ist die Leine unten an einem Hocker eingeklemmt worden, und ich hab mich draufsetzn müssn, damit der Hund, des war so a bissl a Stiagnglandamischung, nicht den Stuhl durch das ganze Geschäft gezogen hat. An seinem Halsband war ein kleins Tascherl ghängt und in dem ist ein Zettl dringsteckt: Ich heiße Fifi und gehöre dem Komiker Karl Valentin?. Der Valentin war groß und sehr mager, er hat immer ein bissl traurig und auch krank ausgschaut.? Und wenn?s ans Zahlen gegangen ist, dann hat er einen von seine Schuh auszogn und neben der Kasse abglegt??

„Der Karl Valentin kam in dieser Zeit oft in unser Blumengeschäft an der Tegernseer Landstraße und seine erste Frage war dann: ‚Wo is mei kleines Fräulein, des mia mein Hund zsammsitzt?‘ Da Hunde nicht mit auf den Ostfriedhof durften, musste er seinen ja inzwischen irgendwo lassen… Dann ist die Leine unten an einem Hocker eingeklemmt worden und ich hab mich draufsetzn müssn, damit der Hund, des war so a bissl a Stiagnglandamischung (hochdeutsch: Mischlingshund), nicht den Stuhl durch das ganze Geschäft gezogen hat. Weiterlesen…

Besuch auf dem Oktoberfest in München, 1949

Das Oktoberfest 2016 ist zwar gerade zu Ende gegangen, da wir zu unserem Fotoaufruf „Die Wiesn in der Nachkriegszeit“ aber einige Bilder mit tollen Geschichten zugeschickt bekommen haben, dreht sich unsere Geschichte zum Bild im Oktober nochmal um das größte Volksfest der Welt. Timeline-Userin Metz erinnert sich an die großen Freuden und überwältigenden Eindrücke ihres ersten Wiesn-Besuchs mit der ganzen Familie im Jahr 1949.

Ein Besuch auf dem Oktoberfest in München im Spätsommer 1949. Betrachten einer Attraktion.

„Der absolute Höhepunkt dieser Tage in München war der Besuch des Oktoberfestes. Es begann schon so lustig, als wir Tante Lu trafen, die natürlich mitkam. Sie war genau die Richtige, um uns auf der Hinfahrt schon alle in die froheste Erwartung zu versetzen, und so begann der Wiesnbummel in einer so ausgelassenen Stimmung, wie ich sie bei meinen Eltern noch nie erlebt hatte. Ich erinnere mich an Karussellfahrten in Autos, auf Pferden und im Schwan, an einen Gasluftballon, der mir allerdings durch eine kurze Unachtsamkeit später in den blauen Münchner Himmel davonflog, an einen kleinen Sonnenschirm aus Papier mit lustigen Fransen, an den herrlich klebrigen Türkischen Honig, gebrannte Mandeln und Magenbrot – alles Dinge, die ich noch nicht gekannt hatte. Ich betrachtete ehrfürchtig die Achterbahn und das Riesenrad, die Geisterbahn und den brüllenden, biertrinkenden Löwen.

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Oktoberfest, 1962

In wenigen Wochen lädt die Münchner Theresienwiese wieder einmal zum jährlichen Oktoberfest ein. Auch vor einem halben Jahrhundert vermochte es das weltweit größte Volksfest Groß und Klein zu unterhalten. In unserer Geschichte zum Bild im September erinnert sich Timeline-User Hermann Schröer daran, unter welchen Umständen er diesen heiteren Wiesn-Moment festhielt.

Zwei lachende Kinder im Auto eines Fahrgesch‰ftes auf dem Oktoberfest in M¸nchen.

„Das Oktoberfest war schon immer ein Ereignis, aber in den sechziger Jahren noch kein Millionenrummel mit High Tech Fahrgeschäften und Promi Logen im Blickfeld der Klatschpresse. Ich war 1962 Studierender der Fotoklasse der Folkwangschule Essen bei Prof. Steinert. Als Reportagethema hatte ich das Oktoberfest angemeldet. Bilder bekannter internationaler Fotoreporter von dem großen Volksfest waren Vorbilder und Anreiz, es genau so gut zu machen. Weiterlesen…

Pablo Picasso in Fréjus, 1966

Im Sommer des Jahres 1966 fotografierte Timeline-User leicar6 in Südfrankreich. In einer Stierkampfarena in Fréjus entdeckt er unter den Zuschauern zufällig eine außergewöhnliche Person, die er sogleich in einem Foto festhält. Von einer unvergesslichen Begegnung vor 50 Jahren erzählt leicar6 in unserer Geschichte zum Bild im August.

„Sommer 1966, Südfrankreich. Ich bin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften unterwegs an der Côte d’Azur, um das für damalige Verhältnisse bunte und schrille Treiben der jungen Leute mit der Kamera festzuhalten. Ich befinde mich in der Nähe von Cannes. Plakate kündigen für Sonntag, den 7. August, einen Stierkampf im nahen Fréjus an. Ich fahre hin. Schauplatz der Kämpfe ist das antike Amphitheater, das aus römischer Zeit stammt.

Was nun folgt, ist eine Verkettung glücklicher Umstände. Da ist zunächst der Kartenverkäufer, der mir beim Anblick meiner beiden Leicas sogleich eine Pressekarte aushändigt, mit der ich mich in dem Zuschauerrund frei bewegen kann. Weiterlesen…